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16.07.2010

Bekommt Vöhringen eine Moschee für die Region?

Unscheinbar: die Moschee in der Vöhringer Brucknerstraße. Foto: ub
Bild: ub

Vöhringen Wird in Vöhringen eine große Moschee entstehen, die überregionale Bedeutung erlangen könnte? Entsprechende Gespräche sind bereits ins Rollen gekommen. Ins Auge gefasst wurde als Standort der Vöhringer Norden.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde entfaltet ein reges Leben, das sich allerdings in einem Haus in der Brucknerstraße auf engstem Raum abspielt. Diese Enge hinter sich zu lassen, ist schon lange ihr Wunsch. Nicht zuletzt auch deshalb, weil es Probleme mit dem Parkraum gibt. Anlieger können ein Lied davon singen und klagen über Lärmbelästigungen beim An- und Abfahren der Autos. Diese Pkw stammen bei Weitem nicht alle aus Vöhringen, sondern kommen auch aus der Umgebung.

"Den Wunsch nach einer größeren Gebetsstätte haben wir schon lange", sagt auf Anfrage der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde, Sait Selcuk, "aber konkret ist noch gar nichts." Auch Bürgermeister Karl Janson erklärt dazu, "es liegt weder ein formaler Bauantrag noch eine Bauvoranfrage vor." Janson und Selcuk äußerten sich aber übereinstimmend, dass im Moment Gespräche geführt werden. Wie unsere Zeitung aus gut unterrichteter Quelle weiß, wird von der Türkisch-Islamischen Gemeinde ein Grundstück für den Bau einer Moschee größeren Ausmaßes im Norden der Stadt - nördlich der Tankstelle Ran - favorisiert. Das wollte Sait Selcuk nicht direkt bestätigen, meinte dann aber, "Plan B ist der Standort bei der Ölmühle." Plan B wohl deshalb, weil die das Gelände überspannenden Stromleitungen ein Hindernis für ein Minarett darstellen. Denn dass die Hochspannungsmasten ein Handicap im Gewerbegebiet "Bei der Ölmühle" sind, weiß die Stadt aus Erfahrung. Nicht jeder, der sich dort als Gewerbetreibender niederlassen will, ist von den Leitungen begeistert.

Bürgermeister Janson erklärte gegenüber der IZ, dass der Bau einer Moschee mit Regelmäßigkeit von der Türkisch-Islamischen Gemeinde angesprochen wird. Denn der Standort in der Brucknerstraße sei sehr beengt und die Parkplatzsituation ungünstig. "Es sind wieder Gespräche im Gange, auch darüber, dass es sich um einen größeren Baukomplex handeln könnte."

Von den Raumnöten der türkischen Gemeinde weiß auch die DiTib in Köln. Das ist die "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion", der Dachverband von bundesweit 896 muslimischen Ortsgemeinden. Der Sekretär des Geschäftsführers, Kemalettin Oruc, kennt die Vöhringer Probleme. "Wir können keine Moschee im Hinterhof brauchen. Das ist unwürdig. Wir brauchen einen ehrwürdigen Platz, wo wir auch unseren Glauben leben können. Das ist schon ein gutes Stück zur Integration. Wir müssen uns auch entsprechend präsentieren können, damit die Deutschen dann mehr Verständnis für uns aufbringen und auch erfahren können, was in einer Moschee geschieht."

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