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Bellenberg
14.09.2021

Tötungsdelikt in Bellenberg: Tat geschah wohl ohne Tatwerkzeug

Die Spurensicherung hat ihre Arbeit am Tatort inzwischen beendet. Die Ermittlungen laufen aber weiter auf Hochtouren.
Foto: Regina Langhans

Es gibt neue Erkenntnisse im Fall der getöteten 57-Jährigen. Das teilt die Staatsanwaltschaft nun zu einer möglichen Tatwaffe und der Beziehung zwischen Täter und Opfer mit.

Eine Woche ist das grausame Verbrechen in Bellenberg nun her, bei dem eine 57-jährige Bellenbergerin getötet wurde. Die Ermittlungen der Kripo laufen weiterhin auch Hochtouren. Die Staatsanwaltschaft gibt nun weitere Details zu dem Fall bekannt.

Polizei findet keine Hinweise auf ein Tatwerkzeug

In dringendem Tatverdacht steht ein 35-Jähriger. Der Mann hatte das Verbrechen am Dienstagabend vergangener Woche selbst gemeldet und gegenüber der Polizei ein Geständnis abgelegt. Am Tag danach hatten bereits Gerüchte bezüglich einer Tatwaffe die Runde gemacht. Die Rede war gar von einer Machete. Schnell war klar, dass das nicht stimmt. Bei der Obduktion der Leiche wurden Spuren stumpfer Gewalt festgestellt, nicht von spitzer Gewalt, wie sie durch eine Klinge verursacht worden wäre. Weitere Ermittlungen haben nun nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thorsten Thamm gezeigt, dass gar kein Tatwerkzeug zum Einsatz kam. Darauf gebe es keine Hinweise.

In diesem Haus in Bellenberg hat die 57-Jährige gelebt, die Opfer eines brutalen Verbrechens wurde.
10 Bilder
Der Tatort in Bellenberg: Hier geschah das grausame Verbrechen
Foto: Franziska Wolfinger

Eine Verletzung durch einen harten Aufprall, beispielsweise am Boden oder an einer Tischkante, könne laut Thamm ebenfalls ausgeschlossen werden. Es sei wohl eher so, dass die tödlichen Verletzungen der Frau durch Tritte oder Schläge zustande gekommen sind. Gestorben ist die Frau laut Angaben der Polizei durch massive Gewalt gegen den Kopf.

Ermittler prüfen die Aussagen des Verdächtigen

Welches Motiv hinter der brutalen Tat stecken könnte, ist noch immer nicht öffentlich bekannt. Hierzu möchte sich die Memminger Staatsanwaltschaft noch nicht äußern. Dafür sei es noch zu früh, erklärt Thamm. Der Angeklagte hat zwar gestanden und Aussagen gemacht. Die Aufgabe der Ermittler ist es nun, diese Angaben zu verifizieren und Beweise dafür zu finden. Erst wenn es gesicherte Erkenntnisse gibt, werden weitere Informationen an die Öffentlichkeit herausgegeben.

Im Zentrum der Ermittlungen steht die Frage, wie glaubhaft die Einlassungen des mutmaßlichen Täters sind. Auch die Frage, in welcher Beziehung Täter und Opfer zueinander standen, muss noch geklärt werden. Das sei Gegenstand der Ermittlungen zum Motiv, so Oberstaatsanwalt Thamm. Bisher öffentlich bekannt ist, dass der 35-Jährige und die 57-Jährige nicht miteinander verwandt sind. Auch eine Liebesbeziehung haben sie wohl nie geführt, wie Thamm nun bestätigt. Sie sollen sich aber vor der Tat bereits gekannt haben. Dass die Frau ein Zufallsopfer war, etwa infolge eines aus dem Ruder gelaufenen Einbruchs, hatte die Polizei bereits kurz nach Bekanntwerden der Tat ausgeschlossen.

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Nach seinem Geständnis war der 35-Jährige vergangene Woche einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Memmingen vorgeführt worden. Seither sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

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