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Neu-Ulm

17.02.2017

Berge, Bewunderung und viel Beton

Prominenz im Edwin-Scharff-Haus: Reinhold Messner, 1944 in Südtirol geboren, schrieb vier Dutzend Bücher. Ihm gelangen viele Erstbegehungen und die Besteigung aller 14 Achttausender.
Bild: Alexander Kaya

Wie der berühmte Alpinist Reinhold Messner in Neu-Ulm den Bogen von seinen Abenteuern zur Zukunft der Branche spannt.

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner hat mit Beton mehr am Hut, als den meisten spontan in den Kopf schießt: Der Südtiroler studierte Hoch- und Tiefbau, hat, als Bezwinger sämtlicher Achttausender, zwangsläufig ein Gespür für den Werkstoff Stein und er zeigte mit dem Bau des sechsten und letzten Teils seines Museumsprojekts auf dem Gipfelplateau des Kronplatzes auf 2275 Metern, dass Naturerlebnis und Beton kein Widerspruch sein müssen.

Kaum ein anderes Material lässt sich so gut in alle denkbaren Formen gießen wie der Beton. Und so lag es für Ulrich Lotz, den Veranstalter der Neu-Ulmer Beton-Tage, auf der Hand den 72-Jährigen als Festredner der am Mittwoch zu Ende gegangenen Veranstaltung zu verpflichten. „Es gibt keinen Mut ohne Angst“, sagte Messner im Edwin-Scharff-Haus und versuchte so das Bild des vermeintlichen furchtlosen Helden zu zerstören und untermauerte, das mit der Schilderung der Plackerei der Vorbereitungen vom Mount Everest bis hin zum Südpol.

Das Messner-Museum auf dem Kronsberg mit seinen geschwungenen Formen und der Verwendung eines neu entwickelten Betons, der Kohlefasermatten miteinbezieht, gilt als wegweisend.

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Genauso wie Professor Manfred Curbach, der jüngst mit einem Team der Technischen Universität Dresden rund um das Thema Carbonbeton den Deutschen Zukunftspreis gewann. Das Forscher-Team hat den innovativen Verbundwerkstoff maßgeblich entwickelt und zur Anwendungsreife gebracht, wie Curbach in Neu-Ulm erläuterte. Weil die korrosionsfesten Kohlenstofffasern noch stabiler sind als Stahl, und viel schlankere Bauteile genügen, glaubt Curbach an einen Siegeszug. Denn Carbonstahl senke den Rohstoff- und Energiebedarf und damit den CO2-Ausstoß auf die Hälfte. Zudem ließen sich damit filigrane und außergewöhnlich designte Bauwerke realisieren, deren Lebensdauer die von Stahlbeton-Bauten weit übertreffe.

Noch weitgehend Zukunftsmusik ist für die Teilnehmer des Neu-Ulmer Fachkongresses das Thema Carbonstahl, wenngleich sich am Stand der anbietenden Firma Carbo-Con viele Menschen tummelten. Mit 2100 Teilnehmern verzeichneten die 61. Beton-Tage nach Angaben von Veranstalter Lotz, dem Geschäftsführer der Firma FBF Betondienst, einen neuen Teilnehmerrekord. Ein Großteil davon aus der Fertigteilindustrie. Einer Branche, der es blendend geht, wie Friedrich Gebhart, der Präsident des Fachverbandes der Beton- und Fertigteilwerke in Baden-Württemberg betonte.

Trotz der steigenden Fertigungszahlen werde jedoch nach wie vor zu wenig und auch an vielen Zielgruppen vorbei gebaut. In Groß- und Universitätsstädten fehle weiterhin bezahlbarer Wohnraum, der soziale Wohnungsbau ist faktisch kaum noch existent. Geringverdiener, Studenten und viele Rentner seien die Benachteiligten.

Allerdings seien bezahlbare Grundstücke ein großes Hindernis bei der Beschaffung von Wohnraum. Für das laufende Jahr zeigten sowohl die Auftragseingänge als auch die Baugenehmigungen eine weiter leicht wachsende Tendenz, vor allem im Wohnungsbau.

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