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Roggenburg

03.08.2016

Besucher erleben eine Sternstunde der Chormusik

Zum Abschluss der Reihe „Klingende Kirchen“ boten etwa 100 Sänger verschiedener Chöre den Besuchern in der voll besetzten Klosterkirche in Roggenburg ein Konzert mit vielen Höhepunkten.
Bild: Deger

Zum Abschluss des Festivals „Klingende Kirchen“ begeistern 100 Sänger das Publikum im Kloster Roggenburg.

Gerhard Leopold, der Vorsitzende des Iller-Roth-Günz-Sängerkreises hätte nach dem zögerlichen Vorverkauf für das Abschlusskonzert des Chorfestivals „Klingende Kirchen“, „so ein volles Haus nicht erwartet“. Auch Dirigent Markus Romes, der Spiritus Rector und Leiter des Festivals, war „vollkommen platt“, als er in der überfüllten Roggenburger Klosterkirche Hunderte von Gästen begrüßte. Die Stimmung unter den Konzertbesuchern war von erwartungsvoller Fröhlichkeit geprägt, als die etwa 100 Sängerinnen und Sänger des gemischten Chores und des Männerchores Illertissen (Leitung Joachim Hayd) sowie des Kreischores des Iller-Roth-Günz-Sängerkreises (Leitung Markus Romes) zusammen mit Musikern des philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm die „Bühne“ im Altarraum der Klosterkirche betraten.

Sie erfüllten die freudigen Erwartungen mit einem Programm, das bewies, dass auch Chorgesang Gänsehaut hervorrufen kann. „Der Kreis des Lebens“ war das Konzert überschrieben und das Leben pulsierte in Arcadelts Ave Maria und Beethovens Ehre Gottes aus der Natur genau so, wie in Hogans I Am His Child, Cat Stevens Morning has broken, Gjeilos Second Eve oder im hymnischen Adiemus von Jenkins. Jedes Lied wurde von begeistertem Beifall getragen, während die Prosatexte dazwischen beseelt-nachdenkliche Pausen bildeten. Glanzvoller Höhepunkt war die regionale Erstaufführung der Sonnenaufgangsmesse (Sunrise Mass) von Ola Gjeilo mit ihren vier Themen „Die Sphären“, „Sonnenaufgang“, „Die Stadt“ und „Gleichheit und Erdboden“. Wie eine Botschaft stiegen 100 Stimmen mit dem Orchester in den Kirchenhimmel. Gjeilos Messe ist eine Metapher für die menschliche Entwicklung. Ausgehend von transparent sphärischen Klängen, entwickelt sich geerdete, emotionale und dramatische Chormusik. Sie steht für die Veränderung vom Kind zum Erwachsenen und impliziert eine spirituelle Reise, die am Ende wieder zu ihrem Ursprung zurückkehrt. Wenn man erlebte, wie Romes das Werk mit den Chören interpretierte, dann weiß man, dass dem Kreischor- und Festivalleiter hier ein großer Wurf gelungen ist. Nach zwei atemlosen Stunden endete das Konzert mit Standing Ovations und Bravo-Rufen. Es war eine Sternstunde der Chormusik. (mde)

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