Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Bewährungsstrafe für rabiaten Radler

Gericht

16.05.2015

Bewährungsstrafe für rabiaten Radler

50-Jähriger glaubt irrtümlich, dass ihm eine junge Autofahrerin die Vorfahrt nehmen wollte – und schlägt zu

Wegen Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht Neu-Ulm einen 50-jährigen Mann zu einer viermonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung und 40 Sozialstunden verurteilt.

Der Ulmer hatte an einem Freitagmorgen im Januar auf dem Parkplatz der Neu-Ulmer Berufsschule eine 20 Jahre alte Autofahrerin aus ihrem Auto gezerrt und ihr mehrmals ins Gesicht geschlagen. Den Grund für die Attacke hatte das Opfer nach Dafürhalten des Angeklagten kurz zuvor geliefert. Die junge Frau sei von der Ringstraße abgebogen und habe ihm, der mit dem Rad auf dem Radweg unterwegs war, die Vorfahrt genommen. Nur dank einer Vollbremsung sei es nicht zum Unfall gekommen. Dieser Vorfall, ein kurz davor ebenfalls glimpflich ausgegangener weiterer Beinahezusammenstoß sowie der Umstand, dass ihm die Autofahrerin auch noch den Stinkefinger gezeigt habe, sei die Ursache gewesen, dass er die Beherrschung verloren habe – so der Angeklagte zu Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer.

Ohne Wenn und Aber räumte der Mann dann ein, dass er dem Wagen der 20-Jährigen gefolgt sei und ihr beim Verlassen des Autos „ein paar leichte Patscher“ ins Gesicht gegeben habe.

Ganz so leicht waren die „Patscher“ aber offenbar nicht, denn bei der Attacke verlor die 20-Jährige ihr Nasenpiercing und litt mehrere Tage unter Kopfschmerzen. Die körperlichen Schmerzen sind längst verflogen, geblieben sind aber psychische Probleme, wie sie schluchzend erklärte. Bei der Frage nach dem Stinkefinger konnte sie deshalb nur den Kopf schütteln – sie habe lediglich angedeutet, der Mann solle vor ihrem Auto passieren, nachdem sie ordnungsgemäß vor der Einfahrt zum Schulparkplatz gestoppt und ihm die Vorfahrt gewährt hatte.

In seinem Urteil folgte Richter Mayer dem Antrag der Staatsanwältin.

Er machte aber klar, dass der Angeklagte angesichts seines Vorlebens günstig davongekommen sei. Immerhin ist der knasterfahrene Ulmer schon 18 Mal verurteilt worden – des Öfteren wegen Rauschfahrten mit Mofa und Fahrrad. (kr)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren