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Illertissen

12.02.2018

Bezahlbarer Wohnraum: SPD vermisst sachliche Debatte

In der Dietenheimer Straße ist sozialer Wohnraum entstanden. Die SPD fordert weitere Projekte.
Bild: Regina Langhans

Warum Ortsvereinsvorsitzender Kocakaplan mit den Aussagen von Bürgermeister Eisen nicht einverstanden ist.

Die Diskussion um sozialen Wohnraum in der Vöhlinstadt geht weiter: In einem Brief an Bürgermeister Jürgen Eisen ( CSU) hat SPD-Ortsvereinsvorsitzender Kasim Kocakaplan eine sachliche Debatte gefordert. Diese sieht er offenbar in Gefahr. Zuletzt hatte der Illertisser Rathauschef betont, er sehe den Bedarf gedeckt – zumindest was Menschen aus der Vöhlinstadt angeht. Für bedürftige Auswärtige hingegen will Eisen keinen Wohnraum zur Verfügung stellen. Das sei nicht Aufgabe der Stadt und zudem nur schwer bezahlbar. An dieser Aussage reibt sich nun Kocakaplan.

Es sei „nicht gut und auch nicht richtig“, die Diskussion auf „eine kleine Randgruppe“ wie Flüchtlinge zu lenken, schreibt der SPD-Ortsvereinschef. Denn so werde ein mögliches Gespräch darüber im Stadtrat aufgrund falscher Fakten geführt. Es seien sehr wohl Illertisser Bürger, die einen Bedarf an bezahlbaren Wohnraum hätten – und auf die der Antrag abzielt, der kürzlich, wie berichtet, von der SPD-Ratsfraktion eingereicht wurde.

Darin enthalten sind mehrere Vorschläge und Forderungen. So soll eine Bestandsaufnahme her, aufgrund derer der Bedarf an sozialem Wohnraum ermittelt wird. Zudem soll bei der Ausweisung neuen Baulands ein fester Anteil für Sozialwohnungen vorgehalten werden. Die so entstehenden Immobilien sollen aktuellen Bedürfnissen entsprechen, betont die SPD weiter. Und schließlich müssten diese Wohnungen an verschiedenen Standorten entstehen, damit sich in Illertissen keine Gettos bildeten, wie es in dem Antrag heißt.

Damit werde ein wichtiges Thema in Illertissen angestoßen, so Kocakaplan. Er sei „sehr glücklich“, dass nun über sozialen Wohnraum gesprochen werde. Denn Wohnungen seien knapp und teuer. Auch in Illertissen, einer wachsenden Stadt, in der aber nicht nur die Privilegierten bevorzugt werden dürften: Die Allgemeinheit müsse auch ihren Teil bekommen, fordert Kocakaplan in seinem Brief an Bürgermeister Eisen, der unserer Zeitung vorliegt. Minijobber, Alleinerziehende und Rentner könnten die geforderten Mieten von ihren Einkünften oft nicht bezahlen. Wenn das in Illertissen nicht so wäre, gebe es keinen Tafelladen, betont Kocakaplan.

Über den Antrag der Genossen werde demnächst im Stadtrat gesprochen, hatte Bürgermeister Eisen angekündigt. Er selbst sieht die Vöhlinstadt beim sozialen Wohnraum allerdings gut aufgestellt. 21 Wohnungen entstünden bei den Projekten an der Dietenheimer Straße und an der Auer Straße. Wenn es um die Unterbringung von akzeptierten Asylbewerbern geht, müsse der Staat helfen, Eisen sieht den Landkreis in der Pflicht.

Durch solche Äußerungen werde die Diskussion schon vor einer Beratung im Stadtrat „in eine falsche Richtung gelenkt“, sagt Kocakaplan dazu. Es sei nicht richtig, das Thema auf dem Rücken der Flüchtlinge auszutragen: „Ich finde es nicht fair.“ Es sei Aufgabe des Staats für die Bürger zu sorgen – und dazu gehörten auch die Kommunen.

Wie die Debatte im Stadtrat geführt wird, dürfte mit Spannung erwartet werden.

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.02.2018

"Zuletzt hatte der Illertisser Rathauschef betont, er sehe den Bedarf gedeckt – zumindest was Menschen aus der Vöhlinstadt angeht" das sehen die Leute aus Illertissen aber ganz anders.

Das Einzige was ich sehe ist, dass der ganze Baugrund an Investoren verkauft wird und die dann ihre Immobilien zu unbezahlbaren Preisen weiter verscherbeln wollen, die einfachen Leute schauen dann in die Röhre.

Ich bin nun seit über drei Jahren auf der Suche nach einem bezahlbaren Baugrundstück für meine Familie... vergeblich!

Immer wieder heißt es, dass die Stadt keine Bauplätze hat, ist ja auch klar warum, wenn alles an Investoren abgegeben wird.

Ich weiß nicht welche Stadt Herr Eisen meint, aber bestimmt nicht Illertissen. Denn junge Familien mit zwei kleinen Kindern bekommen nichts außer Absagen.

Ich weiß nicht ob Herr Eisen die Augsburger-Allgemeine ließt, aber es wäre schön, wenn man mal auf die Bewohner hört anstatt irgendwelchen Zahlen zu vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Gebert

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