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15.06.2009

Bild der Verwüstung nach Großbrand

Erisried "Es ist das Fürchterlichste für einen Feuerwehrmann, wenn er zuschauen muss, wie das Feuer auf andere Häuser übergreift, weil man kein Löschwasser hat." Mit diesen Worten schilderte Kreisbrandrat Franz Gaum die Eindrücke der rund 200 Feuerwehrleute, die am Samstag in Erisried bei Stetten einen ungleichen Kampf gegen die Flammen führen mussten. Zwei landwirtschaftliche Anwesen und eine Maschinenhalle brannten völlig aus, hinterließen ein Bild der Verwüstung und rund zwei Millionen Euro Sachschaden.

Das Desaster begann schon mit der Brandmeldung. Ein Anrufer beim Polizeipräsidium Kempten teilte gegen 14.20 Uhr den Brand eines Stadels mit. Und legte auf. Es wurde zunächst die Alarmstufe II ausgegeben. Doch als der örtliche Feuerwehrkommandant mit seinen Leuten ankam, hatte das Feuer auf das direkt an den Anbau angrenzende leer stehende Wohnhaus übergegriffen.

Alarmstufe erhöht

Die Alarmstufe wurde erhöht und es rückten schließlich auch die Feuerwehren aus Apfeltrach, Dirlewang, Mussenhausen, Saulengrain, Stetten, Markt Rettenbach und Mindelheim aus. "Wir hatten insgesamt 250 Leute im Einsatz", sagte Gaum und bedauerte, dass durch die ungenaue Alarmierung wertvolle Zeit verloren ging. Er selbst übernahm dann die Koordinierung in dem dafür ausgebauten Fahrzeug der Kreisunterstützungsgruppe.

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Trotz der Anstrengungen der Feuerwehren griff das Feuer kurze Zeit später auch auf die nur vier Meter entfernt stehende Werkshalle eines Landmaschinenmechanikers über. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei konnte nicht verhindert werden, dass die Gebäude vollständig zerstört wurden.

Nicht zuletzt, weil die Feuerwehren nicht nur mit den Flammen, sondern mit dem Wassermangel zu kämpfen hatten. Die örtliche Versorgung brachte zu wenig, weswegen Schlauchleitungen zu dem immerhin 1200 Meter entfernten Auerbach gelegt werden mussten. Doch auch hier konnte nicht genügend Wasser gezapft werden, sodass auch Landwirte mit ihren großen Güllefässern die Lücken schlossen.

Rückzug angetreten

Gaum war mit vor Ort und berichtete, dass die Wehrmänner einer massiven Hitzeentwicklung ausgesetzt waren, weil keine Wasserwand gespritzt werden konnte. "Wir mussten den Rückzug antreten", sagte er resignierend.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde eine Warnmeldung für die Bevölkerung veröffentlicht. In der Maschinenhalle kam es laut Augenzeugen zu mehreren kleinen Explosionen. Bei einem weiteren Anwesen entstand aufgrund der starken Hitze Sachschaden.

Zur medizinischen Erstversorgung schickte das Bayerische Rote Kreuz neben den normalen Rettungswagen und Notarzt auch fünf Fahrzeuge der Schnelleinsatzgruppe. Diese hatten zunächst einen Zivilisten mit mittelschweren Brandblasen zu versorgen. Mehrere Personen wurden wegen Verdachts auf Rauchvergiftung untersucht. Feuerwehrmänner litten unter der großen Hitze. Das BRK übernahm auch die Versorgung der Einsatzkräfte vor allem mit Mineralwasser und später auch mit einer Brotzeit.

Gegen 16.30 Uhr gelang es der Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Für die Restlöscharbeiten und die Brandwache blieben 60 Feuerwehrleute vor Ort.

Nach ersten Schätzungen der Polizei beläuft sich der durch das Feuer verursachte Sachschaden auf mindestens zwei Millionen Euro. Ein Großteil davon entfällt auf die Maschinenhalle. Allein die Kundenfahrzeuge, die zum Brandzeitpunkt in der Halle abgestellt waren und durch das Feuer ebenfalls zerstört wurden, hatten einen Wert von 500 000 Euro.

Möglicherweise Brandstiftung

Die Ursache für den Brandausbruch in dem seit 1997 unbenutzten landwirtschaftlichen Anwesen ist bisher unklar. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Die Kripo Memmingen hat die Ermittlungen übernommen.

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Weitere Fotos von dem Großeinsatz

illertisser-zeitung.de

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