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26.08.2020

Bildhauer Schwendner ist tot

Werner Schwendner

Er hinterließ viele Spuren in Illertissen

Wenige Tage vor seinem 77. Geburtstag starb in Augsburg der Bildhauer und Stuckateur Werner Schwendner, der zu Illertissen besondere Verbindungen pflegte, die so eng und herzlich waren, dass er die Vöhlinstadt als seine „zweite Heimat“ bezeichnete.

Schwendner restaurierte im Vöhlinschloss die Stuckdecken im „Französischen Anbau“, wo es ihm gelang, aus geringen Resten der Stuckaturen den Originalzustand wieder herzustellen. Das geschah in Zusammenarbeit mit den staatlichen Denkmalbehörden und mit wertvoller Förderung durch den Illertisser Ehrenbürger Josef Kränzle und dessen Stiftung. So sind der Barocksaal und auch das Bienenmuseum heute wieder großartige Zeugnisse historischer Baukunst. Als Krönung seines bildhauerischen Schaffens bezeichnete er selbst den Friedensbrunnen auf dem Martinsplatz. Durch den dort dargestellten „Frieden von Tussa“ aus dem Jahr 954, wo sich König Otto I. und sein aufständischer Sohn, Herzog Liutolf von Schwaben, auf Vermittlung des Bischofs Ulrich von Augsburg wieder versöhnten, war die Voraussetzung für den historisch bedeutsamen Sieg des deutschen Reichsheeres in der Schlacht auf dem Lechfeld anno 955 geschaffen worden.

Als „Ur-Augsburger“ war es für Werner Schwendner ein Herzensanliegen, den von Josef Kränzle gestifteten Friedensbrunnen zum Stadtjubiläum im Jahre 2004 zu erstellen. Das künstlerische Schaffen von Werner Schwendner fand vor wenigen Jahren in dem Film „Der Letzte seines Standes“ des Bayerischen Fernsehens eine interessante Ehrung, da er die beiden Handwerkskünste des Bildhauers und des Stuckateurs gleichzeitig wie kaum ein Zweiter beherrschte. Mit den Worten „wir Illertisser werden ihn vermissen“ würdigt Mäzen Josef Kränzle Leben und Werk Schwendners, der bis zuletzt herzliche Verbindungen in die Vöhlinstadt pflegte. (wis)

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