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Bellenberg

10.11.2018

Bleibt der Kindergarten nach den Ferien zu?

Das Haus des Kindes in Bellenberg hat acht Gruppen.
Bild: Alexander Kaya/Symbol

Seit September gibt es im Haus des Kindes in Bellenberg eine neue Krippengruppe. Im Gebäude muss deshalb umgebaut werden. Einige Eltern gehen auf die Barrikaden

Die Krippe im Haus des Kindes in Bellenberg erfreut sich großer Nachfrage. Die eigentlich gute Nachricht hat allerdings Folgen: Statt Kinder ab dem sechsten Monat aufzunehmen, müssen diese künftig das erste Lebensjahr vollendet haben, womit der gesetzlichen Vorgabe Genüge geleistet wird. Im Gemeinderat wurde dies nun einstimmig beschlossen und in der Satzung festgelegt. Wegen der im September eingeführten dritten Krippengruppe muss über die Weihnachtsferien zudem dringend umgebaut werden. Auch in der ersten Schulwoche nach den Ferien ist deswegen eigentlich kein Kindergartenbetrieb möglich.

Doch damit zeigten sich etliche Eltern überhaupt nicht einverstanden. In der Sitzung wurde den Mitgliedern des Elternbeirats Möglichkeit gegeben, ihre Sorgen vorzutragen. Ihr Hauptargument: Der Verwaltung des Kindergartens würde es nicht gelingen, die notwendigen Schließtage auf die Zeit der Schulferien zu legen. So sagte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Schaich: „Dass sogar in der ersten Schulwoche nach den Weihnachtsferien, wenn sich alle ins neue Arbeitsjahr stürzen, Eltern wegen der Schließtage im Kindergarten Urlaub nehmen müssten, ist kaum einzusehen.“

Dass es sich dabei um eine Ausnahmesituation handele, bei der – zugegebenermaßen – verschiedene Faktoren unglücklich zusammenträfen, wollten die engagierten Eltern nicht gelten lassen. Sie würden bei der Maibaumfeier oder diversen Kindergartenarbeiten stets ehrenamtlich zur Verfügung stehen, also erwarteten sie auch für ihre Anliegen Verständnis, hieß es. Besonders schwierig sei es für Familien mit Schul- und Kindergartenkindern, da die Eltern ihre Urlaubszeit in die Schulferien legen müssten. Somit blieben keine freien Tage übrig.

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Tatsächlich hatte das Haus des Kindes „Guter Hirte“ in den zurückliegenden Monaten mit einem Wasserrohrbruch und anschließend vermutetem Schimmelbefall allerlei Schwierigkeiten zu meistern gehabt. In dem Bemühen, alle anstehenden Arbeiten in den zugestandenen Schließtagen unterzubringen, werden diese Weihnachtstage nun in dreierlei Hinsicht genutzt: Für eine, alle Mitarbeiter betreffende Fortbildung, zur dringend nötigen Holzbodensanierung der Treppe und zweier Räume sowie für den Umzug der dritten Krippe in ihr endgültiges Domizil innerhalb des Krippenbereichs. Denn dann ist der ehemalige Frauenbundraum umgebaut und frei für die größeren Kinder, deren Raum die Kleineren übernehmen.

Wie schon berichtet, hat das Landratsamt diese Abläufe so gestattet beziehungsweise so vorgegeben, nachdem die vorhandenen beiden Krippengruppen aus allen Nähten platzten. Mangels Räumen wurde im September das Verhältnis von sechs Kindergartengruppen gegenüber zwei Krippengruppen auf fünf zu drei umgeändert. Mit dem freiwerdenden Frauenbundraum besteht die Möglichkeit, bei Bedarf auch wieder zu sechs Kindergartengruppen zurückzukehren.

Was diese somit notwendigen Schließtage angehe, habe es offensichtlich ein Kommunikationsproblem zwischen Verwaltung und Elternbeirat gegeben, hieß es nach der ausführlichen Darstellung beider Seiten. Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller äußerte die Hoffnung, Lösungen zu finden. Gedacht sei an eine dreitägige Notgruppe mit auswärtigem Personal, versprechen könne sie nichts. Sicher sei aber, dass sich beide Seiten künftig besser austauschen wollten.

Der Elternbeirat habe über die Vorgänge zu wenig gewusst, hieß es. Gemeinderätin Tanja Aschmer (FWG) schlug vor, doch eine Strichliste über viel und wenig frequentierte Kindergartentage zu führen, um danach Schließtage festzulegen, die nicht in den Schulferien liegen. Die Bürgermeisterin befürwortete dies, sagte aber: „Es funktioniert, wenn auch die Handwerker mitziehen können.“

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