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Illertissen

03.04.2019

Blitzermarathon: Illertisser Polizei hat die Raser im Visier

Beim Blitzermarathon kontrollierte die Polizei am Mittwoch verstärkt die Geschwindigkeit an den Straßen im Landkreis. So auch auf der Staatsstraße 2018 zwischen Buch und Illertissen.
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Beim Blitzermarathon kontrollierte die Polizei am Mittwoch verstärkt die Geschwindigkeit an den Straßen im Landkreis. So auch auf der Staatsstraße 2018 zwischen Buch und Illertissen.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Bei der bayernweiten Aktion macht auch die Illertisser Inspektion mit und kontrolliert vor allem an Unfallschwerpunkten. Die Beamten ziehen eine positive Bilanz

Peter Vogg wirkt ruhig, aber bestimmt, als er sein Lasermessgerät ein paar Meter abseits der Staatsstraße 2018 zwischen Buch und Illertissen aufbaut. 100 Stundenkilometer sind auf diesem Streckenabschnitt erlaubt. „Viele Autofahrer geben hier aber deutlich mehr Gas“, sagt Vogg. Vor ein paar Jahren sei ein Autofahrer mit 189 Stundenkilometern unterwegs gewesen – es war der bislang schlimmste Verstoß, den der Polizeibeamte an dieser Stelle gemessen hat.

In der Vergangenheit sei es an der Staatsstraße des Öfteren zu schweren Unfällen gekommen und auch Wildwechsel bereiten laut Vogg Probleme. Der Polizeihauptmeister fungiert heute als Messbeamter. Gemeinsam mit seinem Kollegen Marc Egerer, der die Verkehrssünder auf Zuruf von der Straße holt, ist er im Rahmen des Blitzermarathons im Einsatz.

Die Strecke eigne sich sehr gut für Geschwindigkeitskontrollen. „Sie ist gerade und hat kein Gefälle“, so Vogg. Es gebe jedoch auch einen großen Nachteil: „Die Autofahrer, die Richtung Buch fahren, sehen uns und warnen die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer vor“, erklärt Vogg, der direkt neben einer Garagenwand steht und hinter dem sich nur ein kahles Gebüsch befindet.

Blitzermarathon wurde offensiv angekündigt

Und das scheint auch an diesem Tag der Fall zu sein. Sei es wegen des Blitzermarathons, der im Vorfeld offensiv angekündigt wurde, oder eben wegen der Hinweise der entgegenkommenden Autofahrer – bei vielen Fahrzeugen zeigt das Lasergerät, das eine Reichweite von 1000 Metern hat, zwischen 80 und 90 Stundenkilometer an. „Das ist eher untypisch für diesen Abschnitt“, meint Egerer.

In der ersten Stunde werden drei Temposünder aus dem Verkehr gezogen – das sind nach Angaben der Polizei nicht sonderlich viele. Zunächst erwischt es eine Autofahrerin, kurz darauf ist ein junger Mann mit 125 Kilometern pro Stunde unterwegs. Vier Stundenkilometer Toleranzabzug – so ist es vorgeschrieben – werden ihm gewährt. Trotzdem muss er ein Bußgeld von 70 Euro blechen. Obendrein gibt es einen Punkt in Flensburg. Vogg und Egerer sind noch mit der Bearbeitung dieses Verstoßes beschäftigt, als ein Mercedes mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit vorbei brettert. „Es ist immer das Gleiche“, sagt Vogg, als er dem dunklen Fahrzeug hinterher blickt. „Wir können bei einer solchen Verkehrskontrolle nicht ständig messen – dadurch geht uns schon der ein oder andere Raser durch die Lappen.“

Die Neu-Ulmer Beamten blitzten innerhalb einer Stunde insgesamt zehn Raser an der Landstraße bei Gerlenhofen auf Höhe des Harzerhofs – denn hier gilt Tempo 80 statt der üblichen 100.
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Der Blitzermarathon in Neu-Ulm
Foto: Alexander Kaya

Kurze Zeit später schreitet Egerer mit seiner Kelle erneut auf die Straße. Dieses Mal erwischt es wieder eine Autofahrerin. Sie fuhr mit 124 Stundenkilometern und damit nur einen Stundenkilometer langsamer als der Verkehrssünder zuvor. Und hat dennoch deutlich mehr Glück: Sie muss lediglich 30 Euro bezahlen, ein Punkt in der Verkehrssünderkartei bleibt ihr erspart. „Irgendwo muss man nun einmal die Grenzen ziehen“, erklärt Egerer später. „Und an diese halten wir uns strikt – da gibt es überhaupt keine Kompromisse.“

Die Frau zeigt sich von Anfang an verständnisvoll und ist sich ihrer Schuld bewusst. In Zukunft wolle sie besser aufpassen und sich an das Tempolimit halten. Egerer bietet ihr an, sich das Messergebnis selbst am Lasergerät anzuschauen. Dies lehnt sie jedoch ab: „Das braucht es nicht. Ich glaube ihnen das schon.“

Die meisten Temposünder zeigen Verständnis

Die allermeisten Leute reagieren laut Egerer ähnlich. „In der Regel sind sie bei der Kontrolle sehr freundlich. Nicht selten haben sie sogar ein Lächeln auf den Lippen, wenn wir sie herausziehen.“ Und auch für den Blitzermarathon würden sie Verständnis zeigen. „Ab und zu wird uns schon vorgeworfen, dass der Staat damit nur Geld machen will“, so der Polizeibeamte. Dem sei jedoch nicht so: „Wir kündigen den Blitzermarathon schließlich offensiv an und machen auch die Messstellen publik.“ Wer dann erwischt werde, sei selbst Schuld.

Die Aktion sei absolut notwendig, gerade weil die Zahl der schweren Unfälle zuletzt wieder nach oben gegangen ist. Und generell zeige sie auch Wirkung: „An vielen Straßen, die Unfallschwerpunkte sind, ist die Zahl der Verstöße seit der Einführung des Blitzermarathons zurückgegangen.“ Und dies gelte im Übrigen auch für die Staatsstraße 2018 zwischen Buch und Illertissen.

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