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Unterroth

01.04.2019

Brisanter Theaterstoff: In Unterroth steht eine doppelte Premiere bevor

Das dürfte spannend werden: Die Theaterspieler in Unterroth bereiten sich auf die überraschende Ankunft der Flüchtlinge vor: (von links) Ulrike Poppele, Johannes Ritter, Juliana Hüber und Franz Konrad.
Bild: Regina Langhans

Die Theatergruppe inszeniert die Komödie „Jedem sein Flüchtling“ – zum ersten Mal an ihrem neuen Spielort.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – der Satz wird gerne zitiert, wenn es gilt, sich neu aufzustellen. Und die Theatergruppe Unterroth hat das getan nach ihrer letzten Aufführung im Dezember 2017 im alten Lindensaal. Wie berichtet, wurde das Gasthaus inzwischen durch einen Neubau ersetzt. Und aus der Theatergruppe ist ein Verein geworden, dessen Darsteller kurz vor den Aufführungen stehen, die erstmals in der Sporthalle in Unterroth stattfinden. Am Samstag, 6. April, werden sie mit der Komödie „Jedem sein Flüchtling“ eine doppelte Premiere feiern.

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Ein Blick hinter die Kulissen

Der Blick hinter die Kulissen führt in die Bürgerstube der Gemeinde Unterroth. Sie dient als Probenraum. Die Mimen behelfen sich, wie andere Ensembles ohne feste Bühne, mit Provisorien: Quer gestellte Tische ersetzen Ein- und Ausgänge, vieles bleibt der Vorstellungskraft überlassen. Adolf Buchmiller, ein Urgestein der Truppe, sagt: „Für uns ist es eine große Umstellung, wir waren es gewohnt, vier Wochen vor der Premiere auf der Bühne zu proben.“ Nun habe sich einiges für die lose, aber doch eingeschworene Gruppe verändert: „Im Januar sind wir ein Verein geworden, unter anderem aus versicherungstechnischen Gründen.“ 16 Gründungsmitglieder hätten sich beteiligt. Ihre derzeitige Hauptaufgabe: das Beschaffen einer mobilen Bühne. So müssen Beleuchtungstechnik und ein Vorhang organisiert werden. Er ist für die Theatergruppe unabdingbar. Nach jahrzehntelangem Spiel auf der Guckkastenbühne im Lindensaal wollen sie dieses typische Theaterrequisit nicht missen. „Es ist schon eine Herausforderung für uns, wir dürfen in die neue Sporthalle nur Dinge hineinstellen, aber keine Löcher bohren oder etwas dauerhaft verankern“, so Buchmiller. Doch sie sind froh über ihre neue Heimat. Für die Zuschauer gebe es 150 Plätze.

Ein Stück mit Aktualität

Parallel dazu haben Buchmiller wie seine sechs Bühnenkollegen ihren Auftritt im Kopf. Der Titel „Jedem sein Flüchtling“ verspricht Aktualität. Tatsächlich hat Autor Andreas Keßner das Stück 2018 verfasst und darin allerlei Klischees aufgearbeitet. Diese wollen die erfahrenen Laiendarsteller auf die Bühne bringen. Ob sie sich der Brisanz des Stücks bewusst sind? „Das Stück geht gut aus, birgt so viel Humor, da kann sich doch niemand angegriffen fühlen“, sagt Buchmiller.

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Dieser Bühnentext habe von den 15 ins Auge gefassten am meisten gefallen. Das liege an den Figuren – und wie sie ihre Ziele erreichen wollen. Da wäre zum Beispiel Franz Konrad alias Ernst Rheinfels, der strikt gegen die Aufnahme von Flüchtlingen ist, um dann eine seltsame Kehrtwendung zu machen.

Das Publikum soll dabei die Rolle des Wissenden einnehmen. Die Premiere dürfte spannend werden.

Mehr über die Theatergruppe und ihren Umzug lesen Sie hier:

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