Newsticker
Corona-Gipfel beendet: Lockdown wird verlängert, aber Öffnungen sind möglich
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Bürger sind gefragt: So soll die Region in 15 Jahren aussehen

Buch

25.01.2019

Bürger sind gefragt: So soll die Region in 15 Jahren aussehen

Was ist gut? Was ist schlecht? Bürger machen sich Gedanken über die Region.
3 Bilder
Was ist gut? Was ist schlecht? Bürger machen sich Gedanken über die Region.
Bild: Weiß/Baader Konzept

Sieben Kommunen aus dem südlichen Landkreis wollen enger zusammenarbeiten und erstellen ein gemeinsames Konzept.

Die Bürger waren gefragt: Wie soll sich die Region entwickeln? Was brauchen die Menschen in ihren Städten und Dörfern, dass sie auch in 20 Jahren noch gerne dort leben? Darüber haben Einwohner aus Illertissen, Buch, Kellmünz, Roggenburg, Unterroth, Oberroth und Osterberg nun diskutiert und einige Kernprobleme der Region benannt. So beklagen gerade die Bürger aus kleineren Gemeinden die vielen Leerstände in den Ortskernen, während in den neuen Baugebieten der Flächenfraß voranschreitet.

Die sieben Kommunen aus dem Landkreis Neu-Ulm haben sich zusammengetan, um gemeinsam einen Plan für die Zukunft auszuarbeiten, ein sogenanntes ILEK (Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept). Mehr als 100 interessierte Bürger kamen zur Auftaktveranstaltung in Buch und brachten ihre Meinung ein. Aufgeteilt nach ihren Heimatorten sollten sie sich überlegen, welche Vorteile ihre Kommunen heute bieten, welche Mängel sie haben und wie sie 2035 aussehen sollen.

Über die Probleme herrscht zum Großteil Einigkeit

Dabei waren sich die Gruppen aus den sieben Orten in vielen Punkten einig. Den Nahverkehr empfinden sie als eher schlecht, in Illertissen wünscht man sich eine bessere Anbindung an den überregionalen Zugverkehr. Es wird zu wenig Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen. In den kleineren Orten machen die Menschen sich auch Sorgen darüber, ob sie in Zukunft problemlos an Bargeld kommen können. Viele Bankfilialen seien ja bereits geschlossen, auch die Geldautomaten würden immer weniger.

Doch es ist nicht alles schlecht. In manchen Bereichen kann die Region punkten. Gerade auf dem Land gibt es ein gut funktionierendes Vereinsleben und Dorfgemeinschaften, in denen die Menschen zusammenhalten. Im städtischen Bereich, also Illertissen, sei in kultureller Hinsicht viel geboten. Und nicht zu vergessen: Die schöne Landschaft rund um die Orte der ILEK-Gruppe, die auch ein tolles Naherholungsgebiet darstellt.

Auch Senioren sollen in den Dörfern gut leben können

Eine häufig genannte Vision für 2035 war seniorengerechter Wohnraum in allen Orten. Die Bürger wünschen sich, in ihren Heimatdörfern alt werden zu können und dort dann auch gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten zu haben. Dazu braucht es, auch auf dem Land, barrierefreie Wohnungen, die nicht zu groß sind. Dass das künftig ein Thema ist, an dem gearbeitet werden muss, legen auch Statistiken nahe, die Sabine Müller-Herbers vom Planungsbüro Baader Konzept vergestellt hat. Baader Konzept ist damit beauftragt, die Erstellung des ILE-Konzepts in der Region zu betreuen. Laut Müller-Herbers Zahlen wird das Bevölkerungswachstum im südlichen Landkreis weiter stabil steigen. Doch es werden hauptsächlich die Menschen der Altersgruppe ab 65 mehr werden.

Auch neu Zugezogene wollen sich engagieren

Von dem gemeinsamen Netz von Feldwegen, das den Anstoß zur Zusammenarbeit der sieben Kommunen gegeben hatte, war bei der Bürgerdiskussion eher selten die Rede. Christiane Inhofer aus Buch zum Beispiel kam zu der Informationsveranstaltung, weil sie sich für die sozialen Fragen der Region interessiert. Sie wünscht sich unter anderem, dass die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus der Region auch hier vermarktet werden. Sie kann sich auch vorstellen, sich weiter in das Projekt ILEK einzubringen. Sie sagt: „Man sollte da nicht immer alles den anderen überlassen.“ Doch nicht nur Menschen wie Christiane Inhofer, die im Landkreis verwurzelt sind, wollen sich einbringen. Auch Dominik Papst, der erst vor rund einem Jahr nach Kellmünz gezogen ist, ist nach Buch gekommen. „Mir liegt am Herzen, dass das Dorf lebt und dass sich das auch baulich ausdrückt.“ Er selbst hat ein sanierungsbedürftiges, aber, wie er sagt, einprägsames Haus in Kellmünz gekauft und renoviert.

In Arbeitskreisen geht es an die Feinabstimmung

All die Ideen und Anregungen der Bürger sollen in den weiteren Planungsprozess einfließen. Die Mitarbeiter des Planungsbüros Baader Konzept haben die Aussagen gesammelt und wollen sie in einem Protokoll zusammenfassen. Das soll dann auf den jeweiligen Internetauftritten der ILEK-Kommunen einsehbar sein. So soll jeder, der bei der Auftaktveranstaltung nicht dabei war, sich informieren und dann noch zu einem der Arbeitskreise dazustoßen, die im nächsten Schritt gegründet werden.

Illertissen, Buch, Kellmünz, Roggenburg, Unterroth, Oberroth und Osterberg wollen mit ihrem Zusammenschluss nicht nur ihre Kräfte bündeln. Sie profitieren auch finanziell von der Teilnahme an ILEK. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) fördert nicht nur die Erstellung des Konzepts mit maximal 70.000 Euro. Auch konkrete Maßnahmen, die im Rahmen von ILEK durchgeführt werden, bezuschusst das ALE mit 75 Prozent. Das Konzept soll im November dieses Jahres fertig sein. Im Anschluss daran soll sich ein, ebenfalls vom ALE bezuschusster Umsetzungsbeauftragter darum kümmern, dass die Maßnahmen, die auch von Bürgern ausgearbeitet wurden, auch wirklich umgesetzt werden.

Info:

Nach der ersten Ideensammlung bei der ILEK-Auftaktveranstaltung werden nun drei Arbeitskreise gegründet.

  • Arbeitskreis 1: Themen sind Landnutzung und Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gewässer und Gewässerschutz, Energie und Klima. Treffen: Dienstag, 12. Februar, um 19 Uhr im Kindergarten in Osterberg.


  • Arbeitskreis 2: Die Themen, die in diesem Arbeitskreis besprochen werden, sind: Wirtschaft/Gewerbe, Naherholung und Tourismus, inklusive Kultur, Natur und Landschaft. Treffen: Mittwoch, 13.02., um 19 Uhr im Rathaus in Unterroth.


  • Arbeitskreis 3: Themen sind Dorf und Siedlung, inklusive Verkehr, Gemeinschaftsleben inklusive sozialer Infrastruktur bearbeitet. Treffen: Donnerstag, 21. Februar, um 19 Uhr in Jedesheim in der Gaststätte Jedesheimer Stuben.


Bürger können sich je nach Interesse einer Gruppe anschließen. Wer mitmachen möchte, kann ohne Voranmeldung zu dem Treffen des jeweiligen Arbeitskreises kommen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren