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Pro Vöhringen

28.04.2011

Bürgerbegehren gegen Moschee

Gegen den Vorwurf "rechtsradikal" zu sein, hat sich die Bürgerinitiative "Pro Vöhringen" zur Wehr gesetzt. Die BI betonte: "Wir wollen keinen kulturellen Verfall, wir wollen eine christliche Stadt." Symboldbild.
Bild: jst tmk mg fdt

Die Bürgerinitiative Pro Vöhringen will das Bürgerbegehren gegen die Moschee in der Stadt durchsetzen.

Vor mehr als sieben Wochen hat in Vöhringen die Demonstration gegen Neonazis stattgefunden. Doch die Wellen schlagen immer noch hoch. Jedenfalls bei der Bürgerinitiative „Pro Vöhringen.“ Denn dass die Mitglieder der BI mit Rechtsradikalen und Ultralinken in einem Atemzug genannt werden, hat bei der jüngsten Versammlung im Hotel Ihle zu heftigen Protesten geführt. Dazu wörtlich der BI-Vorsitzende Stefan Heiss, „das ist eine Sauerei“. Verantwortlich dafür machte Heiss die Stadtratsmitglieder Volker Barth (SPD) und Gundula Gruber (Grüne).

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Rund 20 Mitglieder der Bürgerinitiative „Pro Vöhringen“ hatten sich eingefunden. Es wurde eine kritische Rückschau auf die Demo. Wenn Autofenster mutwillig eingeschlagen und Autos zerkratzt wurden, könne man das nicht den Mitgliedern der BI anlasten. Da müsse man schon nach den Ultrarechten wie Linken suchen.

Kritisch ins Visier genommen wurde auch die Veranstaltung mit Domkapitular Dr. Bertram Meier und dem Vertreter der DITIB, Bekir Alboga, die über Christentum und Islam sprachen. Laut BI-Vorsitzendem Stefan Heiss sollte es ein Dialog werden, um die Fronten aufzuweichen. Aber davon könne keine Rede sein. Vertreter der BI sprachen von einem „Wischiwaschi-Gerede“ Meiers. Übel aufgestoßen sei den Mitgliedern der Bürgerinitiative, der Vergleich der Sudetendeutschen mit den Moslems. Meier hatte in der Debatte davon gesprochen, dass sich auch die Menschen aus dem Sudetenland nach dem Krieg hierzulande integriert hätten. Überhaupt wurde der Kirche vorgeworfen, „nur zuzusehen, nach dem Motto Hauptsache gläubig“. Auch will die BI mit der Aussage aufräumen, die Türken hätten geholfen, Deutschland nach dem Krieg wiederaufzubauen. BI-Vorsitzender Heiss erklärte, die ersten Türken seien 1961 nach Deutschland gekommen. Weil die Türkei für die USA strategisch wichtig sei, hätte die US-Regierung Druck auf die Bundesrepublik ausgeübt, türkische Gastarbeiter aufzunehmen.

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Heiss warf der Türkei vor, den Völkermord an den Armeniern, bei dem 1,5 Menschen ihr Leben verloren (Info-Kasten), zu verschweigen. Auch dass der türkische Ministerpräsident Erdogan erst unlängst seine Landsleute aufgefordert habe, sich nicht zu integrieren, missfiel Heiss. (Erdogan hatte jedoch nicht von integrieren, sondern von assimilieren – angleichen – gesprochen, die Redaktion.) Es herrschte Einigkeit darüber, dass es schon längst nicht mehr um Benachteiligung einer Religion gehe, „sondern um den politischen Islam, den keiner in Deutschland wolle. Ein Versammlungsteilnehmer meinte daraufhin, „Sarrazin hat recht“. Doch das wollte BI-Vertreter Heiss nicht so stehen lassen. „Wenn Sarrazin von belastetem Erbgut spreche, bloß weil ein Mensch eine andere Hautfarbe hat, dann muss ich mich davon distanzieren.“

„Ein Trick, das Thema auf kleiner Flamme köcheln zu lassen“

Bürgermeister Karl Janson und dem Stadtrat warf die BI vor, Scheuklappen zu tragen und das Problem zu verniedlichen. Es seien zwar jetzt erste Skizzen über das Erscheinungsbild einer Moschee veröffentlicht worden, aber das nannte Heiss „einen Trick, um das Thema auf kleiner Flamme köcheln zu lassen“. Auch die Apostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas hätten Gebetsstätten in Vöhringen, aber zugeschnitten auf die Größe der Gemeinde. Und nicht anders sollte mit dem türkischen Gebetshaus verfahren werden.

Denn laut Aussage Sait Selcuks, Vorsitzender der türkisch-islamischen Gemeinde, besuchten ohnehin nur 30 bis 40 Gläubige die Moschee zum Gebet. Günter Frisch wiederholte seine Forderung, „wenn die Türken eine Kuppel für ihren Glauben brauchen, dann sollen sie die haben, aber es sollte ein Dach darüber errichtet werden“.

Adelbert Burk jun. aus Neu-Ulm regte eine Demonstration an, die sich nicht gegen den Islam richten sollte, aber sich deutlich „Für Deutschland“ ausspricht. Er ist sich sicher, dass eine solche Demo Unterstützung nicht nur aus Deutschland erfahre, sondern auch aus dem benachbarten Ausland. Es müsse doch zu denken geben, dass laut Statistik von zehn Neugeborenen nur noch zwei Kinder Deutsche sind. So sei doch die Entwicklung abzusehen. Das müsse man den Bürgern verdeutlichen.

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