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28.03.2009

CSU: Junge Gesichter sollen alte Wähler zurückbringen

Landkreis Wenn die Spitze der Kreis-CSU heute um 8.30 Uhr im Roggenburger Klostergasthof hinter verschlossenen Türen wichtige Personal-Vorentscheidungen trifft, ist dies womöglich einer der wichtigsten Weichenstellungen für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Der designierte Kreisvorsitzende Thorsten Freudenberg will offenbar den Kreisverband komplett umkrempeln und mit jungen Gesichtern frischen Wind in die festgefahrenen Strukturen hauchen. Fraglich ist nur, ob die Ortsvorsitzenden dabei mitspielen. Deren Lager ist nach Darstellung von Parteiinsidern zweigeteilt. Offenbar gibt es "Rebellen" aus dem "wilden Süden", die nicht mehr nur noch abnicken wollen, was ihnen vorgesetzt wird. Offenbar ist schon vor Monaten der Widerstand gegen den noch amtierenden Kreisvorsitzenden Peter Schmid gewachsen. So soll es in Obenhausen ein Geheimtreffen von mindestens sechs CSU-Ortsvorsitzenden gegeben haben, bei dem Schmids Wiederwahl an die Spitze des Kreisverbandes in Frage gestellt worden sein soll.

Der Bucher Ortsvorsitzende Gerhard Unglert hat seine Kollegen aus Illertissen, Vöhringen, Illerberg, Senden und Elchingen zusammengetrommelt und habe andere Ortsverbände bewusst ausgeklammert. "Rein zufällig" seien dabei auch wichtige Personalien im Kreisverband erörtert worden.

Wenn heute die Kreiskonferenz in Roggenburg tagt, werden wohl die dabei getroffenen Vereinbarungen offen oder versteckt auf den Tisch kommen. Kaum Zweifel gibt es, dass Thorsten Freudenberger der Delegiertenkonferenz als Nachfolger von Peter Schmid vorgeschlagen und eine Woche später auch gewählt wird. Sein innerparteilicher Widersacher Herbert Pressl (Vöhringen) hat vor einer Woche eine Kandidatur für den Kreisvorsitz grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Der 56-Jährige betonte aber im selben Atemzug, dass er einem Generationenwechsel in der Kreis-CSU nicht im Weg stehen will. Vom Verlauf der heutigen Sitzung will er es abhängig machen, ob er ein weiteres Mal für einen der vier Stellvertreterposten kandidiert. Tut er es nicht, hat der Kreisverband ein Problem: Pressl gilt als unbequemer und harter, aber auch als enorm fleißiger Parteisoldat, der sich für keine Arbeit zu schade ist.

CSU: Junge Gesichter sollen alte Wähler zurückbringen

Josef Walz und Franz Clemens Brechtel haben schon ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur für einen der vier Stellvertreterposten erklärt, von Beate Altmann aus Senden liegt noch keine Absichtserklärung vor. Als potenzielle Kandidaten werden Susanne Salzmann (Pfuhl), der Nersinger Bürgermeister Erich Winkler und Dietmar Jäckle aus Bellenberg gehandelt. Möglicherweise kommen aus den Reihen der Ortsvorsitzenden weitere Vorschläge.

Freudenbergers Ziel ist eine deutliche Verjüngungskur der Führungscrew. Damit will der 36 Jahre alte Gymnasiallehrer die Partei fit machen für die Zukunft und verloren gegangene Wählerschichten zurückgewinnen.

Nach Ansicht von Parteiinsidern reicht es aber nicht, dass nur ein Hoffnungsträger in Gestalt Freudenbergers an der Parteispitze steht. "Die Partei muss in den kommenden Jahren junge Mitglieder in Position bringen", sagte ein führendes Mitglied. Die könnten dann mittel- bis langfristig in verantwortliche Positionen gesetzt werden. "Zu lange haben wir tatenlos zugesehen, wie die Freien Wähler uns Stimmen und Mandate wegschnappten." Der Blick müsse sich schon auf die Kommunalwahl in fünf Jahren richten.

Freudenberger müsse geeignete Kandidaten finden, mit denen die für die CSU verloren gegangenen Rathäuser in Senden, Vöhringen, Weißenhorn und Altenstadt zurückerobert werden können. Nachdem im Landkreis die Kandidaturen für Landtag und Bundestag besetzt sind, ist Thorsten Freudenberger als Landratskandidat vorgesehen.

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