Newsticker

Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. CSU gegen neue Kleinkraftwerke in Iller

20.06.2009

CSU gegen neue Kleinkraftwerke in Iller

Illertissen (AZ) - Die Fischereivereine wehren sich gegen den Bau von neuen Kleinkraftwerken in der Iller und erhalten dabei jetzt kräftige Unterstützung auf politischer Ebene. Auch der CSU-Kreisverband Neu-Ulm hat sich jetzt gegen die Errichtung von Kleinkraftwerken in der Iller ausgesprochen. Dies habe die Kreiskonferenz, bestehend aus Vorstand und allen CSU-Ortsvorsitzenden, einstimmig beschlossen, teilt Kreisvorsitzender Thorsten Freundeberger mit. Der Beschluss bezieht sich auf ein Vorhaben der Münchner Firma Fontin & Company, die im Bereich der Iller zwischen Memmingen und Illertissen insgesamt acht Kleinkraftwerke errichten möchte.

"Natürlich sind wir für die Gewinnung von Wasserenergie, allerdings muss man berücksichtigen, dass bereits bis zu 95 Prozent des Illerwassers in den Kanälen dafür genutzt werden, der Wasserrest soll allein der Iller bleiben", argumentiert CSU-Kreisvorsitzender Freudenberger. Die Erhaltung einer intakten Wasser- und Waldökologie sei hier höher zu gewichten als die Nutzung der letzten Wasserrestmengen.

Chance auf gewässernahen Rückbau des Flusses wahren

Zudem werde die Iller in ihrem Allgäuer Oberlauf und von Bellenberg bis Ulm aufwendig und mit hohen Investitionen renaturiert. "Die Chance auf einen naturnahen Gewässerrückbau wollen wir uns mittelfristig für den gesamten Flusslauf erhalten. Die Kraftwerke würden die Renaturierung aber südlich von Illertissen für lange Zeit verhindern und widersprechen damit auch den Renaturierungszielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie", bekräftigt Herbert Pressl, Bezirksrat und stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender. Die Renaturierung stelle auch einen Beitrag zum Schutz vor Hochwasser dar, während der Einfluss von Kraftwerken auf die Flussströmung bei Hochwasser völlig ungewiss sei.

Vorschlag der heimischen CSU: "Am einfachsten zu verhindern wären die Kraftwerk-Projekte, wenn das Bayerische Umweltministerium die hierfür benötigten Flächen, die im Besitz des Freistaates sind, nicht zur Verfügung stellen würde." Genau dies hat der CSU-Kreisverband in einem Schreiben an Umweltminister Markus Söder angeregt und wartet nun gespannt auf Post aus München.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren