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21.05.2015

CSU steht hundertprozentig zu ihrem Vorsitzenden

Landrat Thorsten Freudenberger wurde in seinem Amt als Kreisvorsitzender der CSU bestätigt.
Bild: Archivbild: Alexander Kaya

Thorsten Freudenberger erhält bei der Wiederwahl 90 von 90 Stimmen. Auch der anhaltende Flüchtlingsstrom in den Landkreis war Thema.

Thorsten Freudenberger war eigenen Worten zufolge überwältigt und dankbar, als am Mittwochabend gegen 20 Uhr im Bucher Dorfstadel das Ergebnis der Wahl des Kreisvorsitzenden der CSU verkündet wurde: Von 90 Delegierten der Orstverbände im Landkreis Neu-Ulm hatten 90 dem einzigen Kandidaten für das Amt ihre Stimme gegeben. Ein „Traumergebnis“, befand später am Abend der Vorsitzende der Kreistagfraktion, Franz-Clemens Brechtel, der dabei auch das Abschneiden Freudenbergers bei der Landratswahl vor einem guten Jahr mit einbezog.

Angesichts der wahlbedingt zeitaufwendigen Agenda der Kreisvertreterversammlung drückte der alte und neue Kreisvorsitzende von Beginn an aufs Tempo. Dass das Programm vergleichsweise zügig abgspult werden konnte, mag auch daran gelegen haben, dass die Ansprachen der „Mandatsträger“ Beate Merk, Katrin Albsteiger, Georg Nüßlein und Herbert Pressl entfielen – das Quartett hatte sich entschuldigen lassen, unter anderem, weil Sitzungswoche im Bundestag ist.

Ganz ohne Informationen aus der hohen Politik ging die CSU-Basis aber doch nicht nach Hause: Markus Ferber, Europaparlamentarier und schwäbischer CSU-Chef, ging wie zuvor Thorsten Freudenberger verstärkt auf das Thema Asyl ein. Wie der Kreisvorsitzende auch drängte Ferber auf eine groß angelegte Lösung in Sachen Flüchtlinge. Ferber: „Von 28 Mitgliedstaaten der EU stellen sich gerade einmal fünf dieser Herausforderung.“ Er nahm, wie Freudenberger auch, die Bundesregierung in die Pflicht. Zum einen solle geprüft werden, wie die Liste sicherer Herkunftsländer ausgeweitet werden kann. Nach seinen Angaben kommen knapp die Hälfte der Asylsuchenden vom „westlichen Balkan“ (Ferber: In meiner Jugend hieß das noch Jugoslawien.) nach Deutschland, „aus Ländern, die nach Europa drängen“. Die Anerkennungsquote dieser Personen liege bei unter einem Prozent. Zum anderen müsse der Bund dafür Sorge tragen, Anerkennungsverfahren bei Asylbewerbern zu beschleunigen. Indirekt deutete er an, dass es das Beste wäre, wenn Menschen gar nicht Asyl suchen müssten. „Wir müssen diesen Personen in ihrer angestammten Heimat Perspektiven geben.“

Thorsten Freudenberger, der nach eigenem Bekunden bei dem Thema „immer lauter wird", wetterte aus Sicht eines Kommunalpolitikers gegen die ungleiche Lastenverteilung bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Während etwa im gerade 500 Einwohner zählenden Pfaffenhofer Ortsteil Kadeltshofen 50 Asylsuchende eine vorübergehende Bleibe gefunden habe, hielten sich weitaus größere Kommunen in dieser Angelegenheit zurück. Er plädierte für eine „Kommunalquote“ – entweder auf freiwilliger Basis oder per Verordnung. Freudenberger geht davon aus, dass zum Ende des Jahres ungefähr 1600 Flüchtlinge im Landkreis Neu-Ulm leben werden – ungefähr ein Prozent der Einwohnerzahl. Der „Megatrend Migration“ wird Hauptthema eines „Asylgipfels“ sein, zu dem Freudenberger als Landrat die Bürgermeister der Kreiskommunen für Anfang Juni eingeladen hat.

Eher beiläufig war Freudenberger auf parteiinterne Angelegenheiten eingegangen, Stichwort: Digitaliesierung. Er selbst outete sich als „leidenschaftlicher Zeitungsleser“. Aus seiner Tätigkeit als Lehrer wisse er aber auch, dass vor allem jüngere Menschen sich ihre Informationen etwa aus dem Internet oder sozialen Netzwerken zusammenstellten. Darauf gelte es, zu reagieren, dabei gleichzeitig aber auch nicht die „Tradition“ beiseite zu schieben. Freudenberger: „Wir brauchen auch Bierzeltveranstaltungen.“

Die von CSU-Bezirksgeschäftsführer Tobias Schmid routiniert geleiteten Wahlen brachten eher marginale Änderungen im Kreisvorstand der Christsozialen. (kr)

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