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Landkreis Neu-Ulm

20.12.2020

Christmette: Corona zwingt die Kirchen zum umplanen

Wegen der Ausgangssperre, die auch für den Heiligen Abend gilt, mussten die Pfarreien in Neu-Ulm den Heiligen Abend umplanen: Die Christmetten wurden vorverlegt, manche entfallen ganz. Einige Gemeinden übertragen den Gottesdienst auch ins Internet.

Plus Auch über Weihnachten gelten strenge Sicherheitsregeln. Das übliche Programm der Pfarreien kann auf keinen Fall stattfinden.

Weihnachten mit Corona – auch in den Pfarreien im Landkreis hat die Pandemie gewohnte Rituale über den Haufen geworfen. Manche organisatorischen Änderungen haben sich seit dem Frühling längst etabliert, etwa mancherorts die Anmeldungen und Kartenbestellungen für die Teilnahme an Gottesdiensten oder die Abstände zueinander in den Kirchenbänken. Die Verschärfung des Lockdowns vergangene Woche aber zwang die Pfarrbüros zum Umdisponieren – hatten viele von ihnen doch Christmetten für den späteren Abend des 24. Dezember eingeplant, die nun nicht mehr möglich sind. Wir haben nachgefragt.

Ungewöhnlich frühe Christmetten in Vöhringen

In der Pfarreiengemeinschaft Vöhringen muss sich der Terminplan ebenfalls nach den gesetzlichen Regelungen richten: Die Christmetten, die um 23 Uhr in Vöhringen, Bellenberg und Illerberg geplant waren, wurden abgesagt. Stattdessen feiern die Gemeinden jetzt schon früher, auch hier sind Anmeldungen notwendig, die per Telefon oder über die Homepage möglich sind. Dass es an diesem hohen Feiertag keine Ausnahme von der Ausgangssperre gibt, bedauert Stadtpfarrer Martin Straub, „es ist schon ein großer Eingriff in die Gestaltung des Heiligen Abends“.

Und auch die Gestaltung der Messen wird anders ausfallen. Weil es diesmal etwa die üblichen Krippenspiele mit Kindern nicht geben kann, hat die Gemeinde für Heiligabend einen „Krippenweg“ mit mehreren Stationen vorbereitet, der am Nachmittag des 24. Dezember an den Kirchen in Illerberg, Vöhringen und Bellenberg gestartet werden kann. „So wird den Familien das Evangelium nahegebracht und sie können dem Weihnachtsfest selbstständig nachspüren.“

Aktuelle Situation trifft Menschen in allen Lebenslagen

Von der derzeitigen Situation seien sowohl Familien als auch die Senioren belastet, sagt der Neu-Ulmer Stadtpfarrer Karl Klein, die Älteren immerhin seien meist von ihren Familien gut betreut und eingebunden, „da sind wir als ländliche Region sicher in einer anderen Lage als in der Stadt“. Und die Messen seien für viele Gläubige tröstlich, so der Geistliche, und gerade die Weihnachtsmessen böten den Gläubigen auch jetzt Gelegenheit, „die Weihnachtsbotschaft ins Leben hineinwirken zu lassen“.

Wer in der Pfarreiengemeinschaft Illertissen an den Weihnachtstagen in den Gottesdienst gehen will, muss sich vorab telefonisch im Pfarrbüro anmelden. Und das zügig, denn vielfach gibt es nur noch Restplätze oder die Kirche ist schon ausgebucht.

Wegen der durch den harten Lockdown verhängten Ausgangssperre ab 21 Uhr haben sich die gewohnten Gottesdienstzeiten verändert. Auch die gewohnten konzertanten und kirchenmusikalischen Höhepunkte mit Chor und Orchester, welche Organist Markus Hubert von St. Martin erst im Oktober in Einklang mit der damaligen Gesetzeslage konzipiert hatte, fallen aus. Nun versuchen Pfarrer Andreas Specker und Kirchenmusiker Markus Hubert den verbleibenden Spielraum weitestgehend zu nützen: festliche Musik nur in den Gottesdiensten bei begrenzten Besucherzahlen.

In Illertissen erklingt trotz allem Kirchenmusik

Bei der bereits ausgebuchten Christmette an Heiligabend um 18 Uhr in St. Martin in Illertissen übernehmen die feierliche musikalische Begleitung Rosemarie Gold an der Blockflöte und Hans Scherrer am Violoncello. Gold und Scherrer werden außerdem gemeinsam mit Annegret Sperl (Violine) den Gottesdienst am ersten Weihnachtstag gestalten.

Am zweiten Weihnachtstag übernimmt Andrea Möck die musikalische Umrahmung mit ihrem Fagott. Saxofonklänge von Iris Rogg gibt es zum Fest der Heiligen Familie am Sonntag, 27. Dezember. Den Jahresschlussgottesdienst aller Pfarreien in St. Martin in Illertissen begleitet Michael Bischof auf seiner Trompete.

Auch die Kirchenmusik findet sich im Internet wieder: Die Christmette in St. Martin in Illertissen wird am 24. Dezember um 18 Uhr online unter youtube/Pfarreiengemeinschaft Illertissen zu sehen sein. Ebenfalls online erklingen Weihnachtslieder mit Markus Hubert auf der Jann-Orgel zum Mitsingen für zu Hause.

Evanglische Christen aus Illertissen feiern Gottesdienst im Freien

Die Evangelische Kirchengemeinde Illertissen feiert alle ihre Gottesdienste an Heiligabend im Freien: in Altenstadt um 16 Uhr und 19.30 Uhr nicht mehr wie geplant in der Illereicher Kirche, sondern auf dem Schulhof der Altenstadter Grundschule. In Illertissen um 16.30, 18 und 19.30 Uhr auf dem Sparkassenparkplatz direkt neben der Christuskirche. Eine Anmeldung ist nicht zwingend notwendig, wird aber erbeten, um die Zahl der Besucher im Vorfeld besser einschätzen zu können.

Die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt bietet für Heiligabend auf Youtube eine Andacht zum Mitfeiern und Anschauen an. Wie Pfarrer Thomas Kleinle mitteilt, ist dieses Angebot für alle gedacht, die an Heiligabend nicht in die Kirche gehen können oder wollen. Alle fünf Pfarreien beteiligen sich an der Andacht, die im Vorfeld aufgezeichnet wird und dann über die Homepage der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt an der Iller oder direkt über deren Youtube-Kanal angeschaut werden kann.

Auf ihren Internetseiten bieten wiederum die Diözese Augsburg (katholisch) ebenso wie das evangelische Dekanat Neu-Ulm detaillierte Informationen zu den Gottesdiensten vor Ort sowie Übertragungen in Fernsehen und Internet an. Außerdem haben sie Anregungen für Hausgottesdienste oder -gebete gesammelt. Zu finden unter www.dekanat-nu.de sowie www.bistum-augsburg.de.

Auch die Pfarreien vor Ort informieren im Internet:


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