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Babenhausen

23.02.2021

Claudia Roth über Babenhausen: "Hier sieht man, dass Veränderung möglich ist"

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sagte: „In Babenhausen sieht man, dass Veränderung möglich ist.“
Bild: Maurizio Gambarini, dpa (Archivfoto)

Plus Der Grünen-Ortsverband Babenhausen hat einen digitalen Neujahrsemfang organisiert. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth kommentierte Entwicklungen in ihrem Heimatort.

Es war mehr ein Frühlingsempfang als ein Neujahrsempfang: Der Ortsverband Babenhausen der Partei Bündnis 90/Die Grünen hat am Sonntagnachmittag zu einem zweistündigen digitalen Treffen eingeladen. Einzelne Mitglieder nahmen von den heimischen Terrassen aus teil. Zugeschaltet hat sich auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, die lobende Worte für Entwicklungen in ihrem Heimatort fand: "Was ich aus Babenhausen höre, gibt mir ein gutes Gefühl."

Der Ortsverband Babenhausen der Partei Bündnis 90/Die Grünen hat einen digitalen Neujahrsempfang veranstaltet.
Bild: Stefan Sauer, dpa (Symbolbild)

Kerstin Rosenbaum, neben Assad Wardak Ortssprecherin, berichtete, dass der 2018 gegründete und somit noch junge Ortsverband bei der Kommunalwahl 2020 "auf Anhieb" zwei Marktratssitze für sich beansprucht hatte. Mit Sandra und Benedikt Neubauer sitzen erstmals zwei Grüne am Ratstisch. Die beiden haben laut Rosenbaum schon etwas vorangebracht: Sie erwähnte die regelmäßige Veröffentlichung eines gemeindlichen Mitteilungsblatts und die geplante Einführung eines Kinder- und Jugendparlaments. Ein Antrag für Letzteres kam nicht nur von den Grünen, sondern auch von der CSU/JWU-Fraktion.

Claudia Roth äußert sich erneut zur Zukunft des Schlossgeländes in Babenhausen

Auch Claudia Roth ging auf diese Beschlüsse ein. "In Babenhausen sieht man, dass Veränderung möglich ist", sagte sie. Das neue Mitteilungsblatt sei gut gemacht. Dass der Grünen-Ortsverband jüngst ein Grußwort veröffentlicht hatte, was manchem im Ort missfiel, weil das Blatt überparteilich sein sollte, kommentierte Roth so: "Das sollte als Ansporn gesehen werden und nicht als Bedrohung."

Die Bundespolitikerin hob auch die Entwicklungen auf dem Schlossareal hervor, insbesondere den Bau der "Kita im Schloss", der im Dezember offiziell gestartet ist. Nach Roths Worten entsteht gerade "der schönste Kindergarten weit und breit". Sie dankte Alexander Graf Fugger-Babenhausen, der als Zuhörer an der Digitalschalte teilnahm. Als Bauherr habe sich dieser in das Projekt hineingekniet, so Roth, "auch gegen Widerstände und Argumente, die eigentlich nicht ziehen". Dass sich die Bundestagsvizepräsidentin zur Zukunft des Fuggerareals äußert, ist nicht das erste Mal. Im Sommer hatte sie im Gespräch mit unserer Redaktion an die Marktgemeinde appelliert, die Belebung des Schlossgeländes anzugehen und entschlossener zu begleiten. Babenhausen verkaufe sich unter Wert, war ihr Eindruck.

Grüne beschwören Zusammenhalt in der Corona-Krise

Neben den rein lokalen Themen ging Roth auf die Corona-Politik ein sowie die Situation der Künstler ("Kunst und Kultur sind nicht Sahnehäubchen, sondern Grundnahrungsmittel der Gesellschaft") und des Einzelhandels. "Genau jetzt braucht es Zusammenhalt", sagte sie und steckte einen größeren Rahmen: "Wir dürfen nicht dem Pandemie-Nationalismus erliegen. Das Virus kennt keine Grenzen." Außerdem, so Roth, bleibe die Klima-Krise die große Herausforderung der Zeit.

Daniel Pflügl, einer der Stellvertreter des Unterallgäuer Landrats und Bundestagskandidat für den Wahlkreis 257 Ostallgäu, gab einen Überblick über die politische Arbeit auf Landkreisebene. Er lobte den "saustarken Kommunalwahlkampf", durch den die Grünen mehr Gewicht in den Gremien bekamen. "Die Grünen im Kreistag sind offensiver geworden, da müssen sich andere erst daran gewöhnen", meinte Pflügl.

Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht ging ebenfalls auf die Reaktionen und Folgen der Pandemie ein.
Bild: Silvio Wyszengrad (Archivfoto)

Als Beispiele nannte er die Einrichtung des Arbeitskreises Pro-Landwirtschaft-Unterallgäu und die Sondersitzung zu den Entwicklungen im Klinikverbund Allgäu, wobei jeweils Grünen-Anträge vorausgingen. Eine gute Zusammenarbeit mit Landrat Alex Eder (Freie Wähler) sei der Fraktion wichtig. "Das gelingt uns nicht so gut, was die Beurteilung der Covid-Situation angeht", lautete ein Seitenhieb.

Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht ging ebenfalls auf die Reaktionen und Folgen der Pandemie ein. Einerseits auf die wirtschaftlichen Umbrüche, welche zu denen durch die "nicht schlafende" Klima-Krise und Digitalisierung hinzukämen. Andererseits auf Herausforderungen wie die Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Schulen. "Sozialen Zusammenhalt zu schaffen, ist die Aufgabe 2021", betonte sie wie ihre Vorredner.

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