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Buch

05.09.2019

Corinna Eberhardt zaubert Bilder aus Buchstabensalat

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3 Bilder
Corinna Eberhardt aus Buch hat ihre Schreibmaschine zufällig auf dem Flohmarkt gefunden – und dadurch ein altes Hobby wiederentdeckt.

Corinna Eberhardt aus Buch hat auf dem Flohmarkt eine alte Schreibmaschine entdeckt und eine kreative Verwendung dafür gefunden.

Buchstabe reiht sich an Buchstabe, Zeile reiht sich an Zeile. Was am Ende dabei herauskommt, ist kein Text. Beatles-Sänger John Lennon blickt dem Betrachter von einem weißen Blatt Papier, Format Din A4, entgegen.

Corinna Eberhardt aus Buch fertigt solche Porträts mit einer alten Reiseschreibmaschine. Auch das Konterfei der Künstlerin Frida Kahlo hat sie mit dieser Technik schon zu Papier gebracht. Die Schwierigkeit bei solchen Porträts liegt zum einen darin, dass sie im Prinzip nur über schwarz-weiß Kontraste entstehen. Denn anders als moderne Computer kennen die alten Geräte als Schriftfarbe bekanntermaßen nur schwarz und manchmal auch rot.

So entstehen Porträts mit der Schreibmaschine

Eberhardt erklärt: „Man muss sich vorher schon genau überlegen, wie das Bild am Ende aussehen soll. Welche Stellen dunkel werden und welche hell bleiben.“ Gestaltungsspielraum gibt ihr dabei auch die Wahl zwischen den einzelnen Buchstaben. Da gibt es welche, mit viel Weißraum, etwa ein großes „D“ oder welche, die eng getippt eine dunklere Fläche ergeben, beispielsweise das kleine „t“ oder das „l“.

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Zeile um Zeile entsteht ein Porträt von Musiker John Lennon.

Dass Eberhard kreativ ist, wird sofort deutlich, wenn man ihr bunt und detailreich dekoriertes Haus betritt. Im eigens eingerichteten Bastelraum finden sich auch andere Kunstutensilien, Farben zum Malen etwa. Die sogenannte „Typewriter Art“, also Schreibmaschinenkunst, hat Eberhard durch Zufall wieder für sich entdeckt. Bei einem Flohmarktbesuch in Illertissen entdeckte sie ihre „Monica“ gleich am Eingang. Zum Kauf konnte sie sich aber nicht gleich durchringen. „Ich dachte mir, wenn sie noch da ist, wenn ich nach Hause gehe, dann nehme ich sie mit.“ Ein paar Stunden später war die alte Reiseschreibmaschine, wahrscheinlich ein Modell aus den Siebzigern, tatsächlich noch zu haben. Vermutlich war es auch ein bisschen Sentimentalität, die Eberhardt dazu verleitet hat, das alte Gerät zu kaufen. „Ich bin ja in der Übergangsphase zwischen Schreibmaschine und Computer aufgewachsen“, erzählt die 38-Jährige.

Menschen sind das spannendste Motiv

In der Grundschule hatte sie sogar noch, recht erfolgreich, an einem Schreibmaschinenwettbewerb des Bayerischen Stenografen-Verbands teilgenommen. Damals ging es auch schon darum, Bilder mit der Maschine zu tippen. Eberhardt hatte sich einen Esel als Motiv ausgesucht, mit dem sie bayernweit den Dritten Platz belegt hatte.

Von diesem Grundschulwettbewerb und der Londoner Schreibmaschinenkünstlerin Keira Rathbone inspiriert, war der Bucherin schnell klar, was sie mit ihrem Flohmarktfundstück anfangen könnte: Sie wollte Porträts erstellen. Menschen seien einfach das spannendste Motiv, findet die Eberhardt. Ob beim Malen oder getippt, Gesichter findet sie interessant. Etwa einen halben Tag braucht Eberhardt für ein Schreibmaschinenporträt.

So sehen weitere Beispiele der Schreibmaschinenporträts aus.

Mithilfe einer älteren Kollegin, die ihre ersten Berufsjahre noch mit der Schreibmaschine zubrachte, tastete sich Eberhardt an die etwas aus der Mode gekommene Technik heran. Nachdem ihre Grundschulzeit doch ein paar Jahre zurückliege, habe sie manches neu lernen müssen. Ein Beispiel: Zuerst hatte sie das Farbband immer händisch zurückgespult, bis sie herausfand, dass die Maschine das automatisch kann.

Spannend ist die Schreibmaschine auch für Eberhardts acht- und zwölfjährige Kinder. Für die ist eine solche Maschine wirklich schon antik. Da wollten sie unbedingt auch ausprobieren, wie es sich darauf tippt. Und ihre Mutter hat sie gern gelassen. Denn: „Man kann daran ja nicht viel kaputt machen.“ Noch ein entscheidender Vorteil gegenüber modernen Computer.

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