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Illertissen

14.12.2020

Corona-Ausbruch: Jetzt ist auch das Illertisser Caritas-Centrum betroffen

Eine Reihentestung hat einen größeren Corona-Ausbruch im Caritas-Centrum Illertissen aufgedeckt. 19 Bewohnerinnen und Bewohner haben sich infiziert.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Nachdem bereits vergangene Woche in Vöhringen ein größerer Corona-Ausbruch entdeckt wurde, fanden sich bei Tests am Wochenende auch Infizierte in Illertissen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich im Vöhringer Caritas-Centrum 50 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 16 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Jetzt stellt sich heraus: Auch in der Illertisser Einrichtung von Illersenio hat sich der Erreger verbreitet und 19 Bewohner angesteckt. Das teilte die Caritas am Montag mit. Was zu den Hintergründen bekannt ist.

Die Fälle in Vöhringen seien mithilfe „engmaschiger eigener Testungen“ entdeckt worden, heißt es in der am Abend verbreiteten Erklärung: „Diese Teststrategie hat am vergangenen Wochenende nun auch im Caritas-Centrum Illertissen eine Anzahl von 19 zusätzlichen Fällen ermittelt. "Die Entwicklung aller Fallzahlen wird intern weiterhin sehr engmaschig kontrolliert“, so die Caritas. Um alle Personalressourcen zu bündeln und für die kommenden Wochen bereitzuhalten, habe sich Illersenio entschieden, die Tagespflege-Einrichtungen und die ambulanten hauswirtschaftlichen Leistungen zu schließen. Aus demselben Grund würden auch die fünf Sozialstationen vorläufig nur im Minimalmodus weiterbetrieben.

Todesfälle in Vöhringer Einrichtung

Der Corona-Ausbruch in Vöhringen hat bereits dramatische Folgen: Fünf Bewohnerinnen und Bewohner sind seit der vergangenen Woche bereits mit Covid-19 gestorben. Bei ihnen seien jedoch die typischen Corona-Symptome überwiegend ausgeblieben, teilt die Caritas mit.

Sie erläutert in der Presseerklärung auch, wie die Infektionen in Vöhringen entdeckt wurden. Demnach war eine völlig symptomfreie Person im Rahmen von routinemäßigen Stichproben getestet worden, mit positivem Ergebnis. Bei den jüngsten Reihentests am Wochenende wurde nun bekannt, dass sich in der Illertisser Einrichtung 19 Bewohnerinnen und Bewohner sowie zwölf Pflegekräfte mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Die Caritas versichert: „Aufgrund der sofortigen Sicherheitsmaßnahmen konnten bislang sämtliche Ansteckungen innerhalb weniger Wohnbereiche isoliert werden. Drei von fünf Wohnbereichen in Vöhringen sind weiterhin Corona-frei, in Illertissen ist bisher nur ein einziger regulärer Wohnbereich betroffen.“

Die dort etablierte Covid-19-Isolierstation sei bereits seit ihrer Inbetriebnahme „baulich und personell völlig autark, sodass weder über Patienten noch über Personal Ansteckungen mit anderen Abteilungen erfolgen konnten.“

Illersenio: "Engmaschiges Testprozedere etabliert"

Illersenio arbeite mit strikt voneinander getrennten Teams, deshalb habe es zu keinem Zeitpunkt ein Ansteckungsrisiko von einem Standort zum anderen gegeben, ebenso wenig von stationären zu ambulanten Pflegebereichen. Wörtlich wird beteuert: „Anderslautende Spekulationen diesbezüglich entbehren nachweislich jeder Grundlage.“

Illersenio hält sich zugute, seit April in Zusammenarbeit mit einem regionalen Labor „ein engmaschiges, schnelles und in dieser Form in Schwaben einzigartiges Testprozedere etabliert“ zu haben. Das sei ein Vorteil im Kampf gegen das Virus, da die Ergebnisse in aller Regel noch am selben Tag vorliegen. In den vergangenen acht Monaten seien mehrere tausend Tests durchgeführt worden.

Der Illersenio-Geschäftsführer Dominik Rommel beteuert: „Wir haben diese hohen Fallzahlen nicht deshalb, weil wir nachlässig waren. Sondern ganz im Gegenteil, weil wir flächendeckend und aus eigener Sorgfaltspflicht auch symptomfreie Personen, also nicht bloß klare Verdachtsfälle, getestet haben. Speziell in der Pandemie gilt: Wer gewissenhafter sucht, der findet auch mehr.“ In diesem Zusammenhang lässt Illersenio auch wissen, der Ausbruch in Vöhringen sei keinesfalls zu zögerlich publik gemacht worden, vielmehr seien die Behörden täglich informiert worden. Eine Ansteckungsgefahr für die Allgemeinheit habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Um gewappnet zu sein, falls die Infektionszahlen in nächster Zeit weiter ansteigen, wurde dafür gesorgt, dass ein möglichst großer Personalpool bereitsteht: „Weil durch Quarantäne-Maßnahmen weiterhin viel Personal auszufallen droht, wurden direkt alle Tagespflege-Standorte in Bellenberg, Buch, Illertissen und Senden geschlossen sowie die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen des Seniorenservice eingestellt.“ (mit stz)

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