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Region

26.11.2020

Corona und Silvester: Darf denn nun geböllert werden?

So hell funkelten die Raketen zum Jahreswechsel 2019/2020 am Himmel über Vöhringen. Ob es so ein Feuerwerk dieses Silvester in der Stadt wieder geben wird, ist noch unklar.

Plus Das Thema „Feuerwerksverbot“ beschäftigt auch die Region. Doch nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern stehen noch immer einige Entscheidungen dazu aus.

Für die Einen ist es schon lange ein Unding, Andere geben jährlich hunderte Euro dafür aus: Das Thema Silvesterfeuerwerk wird jedes Jahr kontrovers diskutiert, Corona hebt die Debatte auf eine neue Ebene.

Auch die Politiker von Bund und Ländern haben sich beim Corona-Gipfel über das Thema unterhalten. Sie kamen zu dem Entschluss: Grundsätzlich verbieten wollen sie die laute Silvestertradition nicht. Sie legen den Bürgern in Form einer Empfehlung jedoch ans Herz, auf Raketen, funkenspukende Minivulkane und sich wild drehende kleine Feuerkreisel zu verzichten. Und: Auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen darf nicht geböllert werden. Welche Straßen unter dieses Verbot fallen, haben die „örtlichen Behörden“ in den kommenden Wochen selbst zu entscheiden.

Rathäuser warten auf Entscheidung von oben

In den Rathäusern der Region hatte man sich zum Teil ebenfalls schon länger Gedanken über ein mögliches Verbot gemacht und dabei auf die Entscheidung des Corona-Gipfels gewartet.

Bevor nun konkrete Entscheidungen in den Kommunen getroffen werden, heißt es zunächst weiter warten – auf konkrete Anweisungen des Freistaats. Damit sei in den kommenden Tagen zu rechnen, sagt der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen am Donnerstagvormittag. Er weist zudem darauf hin, dass es bereits in den Vorjahren Einschränkungen in Sachen Silvesterböllerei in Illertissen gegeben hatte. Rund um das Vöhlinschloss und in der Nähe von Altenheimen sollte kein Feuerwerk gezündet werden. Auch in der Vergangenheit sei schon Rücksichtnahme gefragt gewesen.

Zu möglichen Verboten sagt der Bürgermeister noch: „Uns als Stadt geht es um die öffentlichen Plätze. Darauf, was im privaten Bereich passiert, haben wir als Kommune keinen Einfluss.“

Entscheidet der Kreis oder die Kommunen?

Nach der Pressekonferenz der bayerischen Minister am Donnerstagnachmittag steht nun fest, dass in Bayern weitgehend dieselben Regeln gelten wie nach dem Corona-Gipfel verkündet. Sandra Lützel, Sprecherin der Stadt Neu-Ulm, erklärte am späten Nachmittag, dass nun auch in Neu-Ulm überlegt werde, welche Straßen und Plätze unter die Kategorie belebt fielen. Doch zuerst müsse noch geklärt werden, wer das zu entscheiden habe: Die Stadt oder der Landkreis.

Auch der Bucher Bürgermeister Markus Wöhrle hat sich im Vorfeld Gedanken zu dem Thema gemacht. Für ihn ist erlaubtes Feuerwerk nicht gleichbedeutend mit der Möglichkeit, dass größere Partys gefeiert werden. Das war eine Befürchtung derer, die sich in den vergangenen Wochen für ein Verbot ausgesprochen hatten.

Wenigstens das Böllern soll in diesem Jahr bleiben

Wöhrle schreibt weiter auf eine Anfrage zu diesem Thema hin: „In Anbetracht dessen, dass die Menschen als Beitrag zum Gemeinwohl über das ganze Jahr hinweg und nochmals sehr intensiv in den vergangenen Wochen etliche Entbehrungen ertragen mussten und immer noch müssen, möchte ich ihnen zumindest die Tradition von farbenfrohen Raketen am Himmel als Begrüßung für das neue Jahr, welches wir uns vermutlich allesamt schöner vorstellen als das Scheidende, nur sehr ungern absprechen.“

Ein Argument der Befürworter eines generellen Böllerverbots ist, mit dieser Maßnahme Krankenhäuser zu entlasten, denn jedes Jahr würden sich viele Menschen beim Zünden der Pyrotechnik verletzen. Dazu erwidert der Bucher Bürgermeister, dass ein ordnungsgemäßer Umgang mit Feuerwerkskörpern auch in der Vergangenheit nicht zur Überlastung der Kliniken geführt hätte.

In Vöhringen will sich der Stadtrat noch näher mit dem Thema befassen. Bürgermeister Michael Neher teilte mit, dass ein mögliches Böllerverbot nach einer Anregung aus dem Gremium auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am Donnerstagabend aufgenommen wurde. Was die Debatte ergab, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Dem Babenhauser Bürgermeister Otto Göppel ist die Frage „Feuerwerk ja oder nein“ grundsätzlich nicht neu. Der Babenhauser Marktrat hat sie bereits in den vergangenen Jahren diskutiert. 2016 erließ der Markt ein Verbot für Feuerwerkskörper in der Silvesternacht, das für den Bereich des Schlosses, den Marktplatz und angrenzende Straßen gilt. Der Marktrat kam damit einem Wunsch der Zentralverwaltung des Hauses Fugger nach, die sich wegen der Brandgefahr Sorgen um das Schloss gemacht hatte. Bürgermeister Göppel hatte damals betont, dass das Verbot die historische Bausubstanz schützen soll – zumal Personen im angetrunkenen Zustand bisweilen am Schlossberg übermütig mit Raketen hantiert hätten.

Es sprechen viele Argumente gegen Silvesterfeuerwerk

Die Pandemie ist nicht das einzige Argument, das gegen Feuerwerk spricht. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise auch immer mehr Stimmen laut, die die Knallerei zum Jahreswechsel aus Umweltschutzgründen ablehnen, weil dabei jede Menge Feinstaub freigesetzt werde. Auch Tierschützer warnen vor der Belastung, die die ungewohnten extrem lauten Geräusche für Haus- und Wildtiere darstellen.

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26.11.2020

Na ja, solange nicht der öffentliche Luftraum gesperrt wird ;-)

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