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Musik

11.08.2020

Dankeschön für eine klangvolle Illertisser Sommernacht

Hans Scherrer, Vorsitzender der Kirchenmusikfreunde, dankt Organist Markus Hubert (rechts) für sein Spiel. Wegen derzeitiger Hygienevorschriften holt sich Hubert teils Verstärkung aus der eigenen Familie, etwa wenn Sohn Jan beim Registrieren aushilft.
Bild: Regina Langhans

Beim letzten Orgelkonzert vor der Ferien-Pause haben die Plätze für die Besucher kaum gereicht

Mit beschwingten Melodien im Ohr hat Organist Markus Hubert über 70 Zuhörer nach coronabedingt kurzer Saison in die kirchenmusikalische Sommerpause entlassen. Das zahlreiche Publikum hatte gerade noch genug Platz gefunden. Die Pfarrkirche St. Martin in Illertissen war einmal mehr ihrem Ruf einer derzeit gefragten Konzertstätte gerecht geworden. Hausherr und Stadtpfarrer Andreas Specker ermunterte die Anwesenden dazu, die gebotenen Möglichkeiten an Musik zu genießen, die dem besonderen Engagement des Initiators und ausführenden Kirchenmusikers Hubert mit Unterstützung von Hans Scherrer und Team zu verdanken seien.

Das Programm präsentierte zum Motto „Summertime – Sommernachtstraum“ einen hörenswerten Querschnitt durch die Epochen, wobei erneut Johann Sebastian Bachs (1685-1750) komplexes Orgelwerk als Basis diente. Aufgeführt wurde die „Dorische Toccata“ in d-Moll. Die Toccata (vom italienischen toccare zu übersetzen etwa mit schlagen) ist eine der ältesten Bezeichnungen für Stücke auf Tasteninstrumenten. Bach beginnt sie typischerweise mit einer Flut schneller Tonfolgen, wofür Hubert sehr unmittelbar mit den motorischen Sechzehntel-Noten einsetzte.

Das rasante akkordreiche Fingerspiel durchzog nahezu den ganzen Vortrag. Konzertante Effekte kamen aber nicht zu kurz und schienen im Auf und Ab der Tonfolgen geradezu wie silberne Klangwogen hereinzubrechen. Sodann melodische Abwechslung beim Spiel eines Bach-Chorals. Mit den „Diferencias sobre la Gallarda Milanesa“ von Antonio de Cabecón war spanische Renaissance-Musik zu hören sowie mit dem Franzosen Gaston Bélier eine weitere Toccata, vielleicht seine einzige, die 1912 herauskam.

Dann wechselte Hubert in die Sparte der Emotionen und damit teils in betont helle Tonfarben oder schaltete auch das Carillon der Illertisser Kirche hinzu. Zunächst improvisierte er in der Art eines gefälligen Rondos zu „Summertime“ aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess“, dann folgte Schauspielmusik, die Felix Mendelsson-Bartholdy zu William Shakespeares „Sommernachtstraum“ schrieb. Theatralisch kontrastreiches Orgelspiel wurde da inszeniert: erst der vielaufgeführte Hochzeitsmarsch und danach das fast schwermütige Notturno.

Mit dem „Hochzeitsmarsch extraordinaire“ kamen die sommerlichen Hochgefühle zurück. Der 1947 geborene englische Komponist Martin Setchell verarbeitete in diesem Werk auf heiter-persiflierende Weise bekannte Melodien, etwa Blaze Away (Abe Holzmann), Liberty Bell (John Philip Sousa) oder Georges Bizets „Chanson du Toreador“. Der Organist nützte die Stil-Vielfalt zum musikalischen Austoben.

Damit hatte er den Geschmack des Illertisser Publikums getroffen und dankte noch mit einer fetzigen Zugabe.

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