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Illertissen

22.10.2020

Das Häs bleibt im Schrank: Fasching im Raum Illertissen abgesagt

Die typischen roten Kostüme des Carneval Clubs Au wird es im kommenden Jahr nirgends zu sehen geben – sie bleiben im Schrank.

Plus Mehrere Vereine haben die Faschingsumzüge im Raum Illertissen abgesagt. Großes Bedauern, aber kein Unmut: So sehen die Narrenzünfte in die Zukunft.

Bonbonregen, leuchtende Kostüme, lachende Gesichter: Auch der Fasching fällt dem Coronvirus zum Opfer. Im Raum Illertissen haben mehrere Vereine Umzüge und Feiern abgesagt. Von Unmut ist dennoch keine Spur.

Faschingsumzüge wird es im kommenden Jahr im Raum Illertissen wohl nicht geben. Die Vereine in Illertissen, Dietenheim, Au und Altenstadt haben die schlechten Nachrichten bereits bekannt gegeben. Bedauern ja, Unmut nein: Die Stimmung unter den Illertaler Wasserbätschern sei bedrückt, erzählt Zunftmeisterin Jessica Binder. „Aber es gab keine Diskussion, wir haben einstimmig entschieden.“ Im Moment werde deutlich, dass sich die Situation mit dem Coronavirus nicht verbessere, sondern das öffentliche Leben eher wieder zurückgeschraubt werde. Ein Hygienekonzept für eine derart große Veranstaltung ist Binder zufolge kaum zu stemmen.

Ein Faschingsumzug wäre ein Risiko für die Wasserbätscher

Auch wirtschaftlich hätte ein Umzug ein Risiko für die Wasserbätscher bedeutet. Ein kleinerer Umfang, reduzierte Besucherzahlen – gleicher Aufwand: „Unsere Auslagen wären dieselben gewesen“, sagt Binder.

Die 56 Wasserbätscher hätten sich auf den Umzug gefreut und gerne mit den Leuten gefeiert, aber die Gesundheit gehe vor, fasst die Zunftmeisterin zusammen. Als Trost versuche der Vorstand, eine kleine Weihnachtsfeier auf die Beine zu stellen oder ein gemeinsames Rodeln um die Zeit der Fasnacht herum – wenn die Entwicklungen es erlauben. Die ungewisse Zeit gehe vorbei, sagt Binder: „Wir hoffen auf einen Faschingsumzug 2022.“

Viele Vereine im Raum Illertissen stoßen an ihre Grenzen

Auch für Michael Dolp, Umzugsorganisator in Altenstadt, gab es keine Alternative zur Absage: „Niemand wollte sich den Schuh anziehen.“ Mit der Genehmigung dafür wäre es ohnehin schwierig geworden. Sorgen machen Dolp die kommenden Jahre nach Corona. Laufende Ausgaben, keine Einnahmen durch Feste: Viele Vereine stießen bereits jetzt finanziell an ihre Grenzen: „Für viele sehe ich schwarz.“ Der Umzugsorganisator vermutet, dass einige kleinere Veranstaltungen auch nach Corona nicht mehr stattfinden werden.

Der Carneval Club Au hat seinen Umzug bereits Anfang Oktober abgesagt. „Das Häs bleibt im Schrank“, kommentiert Vorsitzender Benjamin Hornung die Pläne des Vereins. Der Carneval Club werde auch nicht an anderen Veranstaltungen teilnehmen, die eventuell stattfinden. Hornung sagt: „Die kommende Saison ist abgesagt.“ Zu den vergangenen Umzügen sind Hornung zufolge bis zu 7000 Menschen gekommen. Wie die Zunftmeisterin der Wasserbätscher hält auch Hornung ein Hygienekonzept für Faschingsumzüge nicht realisierbar. „Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass Fasching ausfällt“, sagt der Vorsitzende des Carneval Clubs. Wegen des Golfkrieges waren 1991 in Deutschland alle Umzüge und Feiern abgesagt worden.

Die 300 Narren des Carneval Clubs haben sich laut Hornung mit der Entscheidung abgefunden: „Wir wollen es richtig machen – oder gar nicht.“

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