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Vöhringen

19.07.2019

Das Vöhringer Wirtshaus Lepple bekommt einen Biergarten

Andra Lepple führt das traditionsreiche Bräuhaus Lepple in Vöhringen in der vierten Generation. Nun steht eine Veränderung an. Das alte Gebäude im Hinterhof soll abgerissen werden. Auf der Fläche soll ein Biergarten entstehen.
Bild: Felicitas Lachmayr

Plus Im traditionsreichen Bräuhaus Lepple sollen Gäste künftig auch im Hof sitzen können. Dafür muss ein alter Gebäudeteil weichen. Was Wirtin Andra Lepple vorhat.

Noch ist im Hinterhof des Wirtshauses Lepple in Vöhringen nicht viel geboten. Ein paar Kisten stapeln sich zwischen Blumentöpfen, daneben lehnt ein alter Teppich. Das Gebäude, an dem eine abgewetzten Holzrampe entlang führt, ist längst baufällig. „Wir haben lange überlegt, was wir damit machen“, sagt Wirtin Andra Lepple. Nun steht fest: der vordere Teil des Gebäudes im Hinterhof wird abgerissen. Auf der freien Fläche soll ein Biergarten entstehen.

Die Idee dazu ist nicht neu. „Immer wieder haben mich Gäste darauf angesprochen“, sagt Lepple. Mit Freude würden sich viele an die Hoffeste von früher erinnern. Damals wurden Stühle aufgestellt, auf einer Bühne spielten Bands. „Aber das waren immer einmalige Aktionen“, sagt Lepple. Eine dauerhafte Bewirtung im Freien bot das traditionsreiche Wirtshaus in Vöhringen bisher nur an einigen Tischen entlang der Vöhlinstraße.

Das traditionsreiche Wirtshaus wurde 1907 gegründet

Jetzt will Lepple den in die Jahre gekommenen Hinterhof in einen Biergarten verwandeln. 40 bis 50 Gäste sollen dort Platz haben. Die Nachbarn hätten bereits grünes Licht gegeben. Doch das alleine reicht nicht. Derzeit wartet die 41-Jährige auf eine Genehmigung des Landratsamtes. „Erst dann darf ich den Gaststättenbetrieb im Außenbereich erweitern“, sagt Lepple. Sie führt das Wirtshaus an der Ulmer Straße/Ecke Vöhlinstraße in Vöhringen seit Anfang letzten Jahres – in vierter Generation.

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Ihr Urgroßvater Jakob Lepple hatte die Gaststätte 1907 gegründet. Erste Baupläne des Gebäudes gehen bis auf das Jahr 1888 zurück. Anfangs wurde das Bier noch selbst gebraut, daher auch der Namen Bräuhaus. Doch das wäre heute kaum mehr rentabel. So dient das ehemalige Brauhaus als Raum für kleinere Gesellschaften. „Ich glaube, dort hinten wurde früher der Hopfen getrocknet“, sagt Lepple und deutet auf den hinteren Teil des baufälligen Gebäudes im Hof.

Das soll auch künftig erhalten bleiben und als Lagerraum und Werkstatt genutzt werden. Doch der gesamte vordere Teil des alten Gemäuers kommt weg. „Auf der alten Holzrampe hat meine Mutter schon als Kind gespielt“, sagt Lepple. Ganz einfach sei die Entscheidung nicht gefallen, das Gebäude im Hinterhof abzureißen. Trotzdem blickt die 41-jährige Wirtin dem Vorhaben mit Spannung entgegen.

Das Bräuhaus Lepple ist ein wichtiger Treffpunkt in Vöhringen

Bis heute gilt das zentral gelegene Wirtshaus Lepple als Hort schwäbischer Gastlichkeit. Die dunkle Holzvertäfelung im Inneren stammt aus den 1950er Jahren. Der Kachelofen steht schon seit Jahrzehnten am gleichen Platz. Das Bräuhaus ist ein wichtiger Treffpunkt für Vereine und Politiker. Außerdem werden zwei Tische grundsätzlich für Stammtischgäste freigehalten.

Doch nun steht eine Veränderung an. Denn für den geplanten Biergarten muss Platz geschaffen werden. Der Vöhringer Bauausschuss stimmte dem Abriss des alten Gebäudes im Hinterhof bereits zu. Im August sollen die Bauarbeiten beginnen. Parallel dazu werden auch die sechs Fremdenzimmer im Wirtshaus renoviert. Anschließend wird der Hof neu gepflastert und mit einigen Parkplätzen ausgestattet. Auf der restlichen Flächen soll der Biergarten entstehen.

Im neuen Biergarten soll Gemütlichkeit an erster Stelle stehen

Wirtin Andra Lepple hat schon genaue Vorstellungen, wie der Biergarten aussehen soll. Sie träumt von einer „kleinen grünen Oase“. An den Mauern rings um den Hof soll Efeu ranken. Mit Pflanztrögen und Blumen will die 41-Jährige für Gemütlichkeit sorgen. Zudem werden zwei Bäume gepflanzt – allerdings nicht die für einen Biergarten so typischen Kastanien. „Die werden mit der Zeit zu groß“, sagt Lepple. Auch bei der Bestuhlung steht Gemütlichkeit an erster Stelle. Statt Bierbänken will die Wirtin bequeme Sitzmöbel aus Akazienholz mit Arm- und Rückenlehne aufstellen. Eine Mischung aus modern und rustikal soll es werden.

Wann der Biergartenbetrieb startet, kann Lepple noch nicht sagen. „Wir müssen abwarten, wie die Arbeiten vorangehen“, sagt die 41-Jährige. Auch die Genehmigung des Landratsamtes könne dauern. Der reguläre Biergartenbetrieb wird erst im kommenden Jahr starten, schätzt Lepple. Sie kann sich vorstellen, schon im Herbst einige Sonderveranstaltungen im Biergarten zu organisieren – vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Die Stammgäste freuen sich auf die Bewirtung im Freien. „Sie haben gleich gefragt, wann ich das erste Weinfest veranstalte“, sagt Lepple. Doch bis es soweit ist, wird im Hinterhof des Vöhringer Wirtshauses noch ordentlich gewerkelt.

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