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Konzept

17.09.2013

Das Ziel heißt „Klassengemeinschaft“

Die Bilanz nach dem ersten Unterrichtstag fällt ziemlich gut aus. Zehntklässler vom kaufmännischen Zweig der Berufsschule Illertissen haben ihre positiven Eindrücke in einem Schatzkästchen gesammelt, die negativen in einem Abfalleimer – wie unser Bild zeigt – und anschließend die Texte vorgetragen. Dabei war schon so etwas wie erster Zusammenhalt zu spüren.
Bild: Langhans

Kaufmännische Azubis wollen im Berufsschul-Alltag besser zusammenarbeiten

Illertissen Wenn die neuen Lehrlinge mit der Berufsschule beginnen, so finden sie sich in bunt zusammengewürfelten Klassen wieder. Die Schüler unterscheiden sich in Alter und Schulabschlüssen und sie treffen sich nur an bestimmten Tagen innerhalb ihrer Ausbildungszeit. „Solche Voraussetzungen sind alles andere als förderlich für eine gute Klassen- und Lerngemeinschaft“, weiß Kerstin Zinke von der Berufsschule Illertissen. Ein gemeinsam mit Kollegen erarbeitetes Konzept soll Abhilfe schaffen, „denn schwächere Azubis gehen leicht unter“.

Gestern, am Montag, haben sich die angehenden Einzelhändler in ihrer Klasse zum zweiten Mal getroffen. Ihr Schultag begann mit Kennenlern-Spielen und die 19 Azubis erfuhren auf unterhaltsame Weise, welcher Mitschüler bei der Feuerwehr ist oder aus Vöhringen beziehungsweise von noch weiter her kommt. „Alle anderen können dann ja pünktlich sein, oder?“, klinkt sich Zinke scherzend in den Informationsaustausch ein. Als Leiterin der zwei neuen zehnten Klassen für künftige Einzelhandelskaufleute weiß sie, dass diese oft auf sich allein gestellt sind, im Gegensatz zu anderen Ausbildungsstätten, wo auch mehr Lehrlinge im gleichen Betrieb unterkommen. „Wer sich schon kennt, ist im Vorteil, was gemeinsames Lernen oder Erfahrungsaustausch anbelangt.“ Berufsschüler kämen mit unterschiedlichsten Voraussetzungen und seien auf Teamarbeit angewiesen, sei es, dass einer krank wird oder mal etwas nicht versteht. Im Vorjahr habe sie diese Situation besonders krass erlebt: „Da zog sich ein Graben durchs Klassenzimmer, auf der einen Seite die guten und auf der anderen die schlechten Schüler.“ Betriebe würden gnadenlos aussieben, nach der dreimonatigen Probezeit seien die Reihen gelichtet.

Daher wurde im Stoff etwas umgeschichtet und Grundsätzliches, was mehrere Fächer betrifft wie Kompetenztraining oder Kommunikationsfähigkeit an den Anfang gestellt, um sofort davon profitieren zu können. Erstes großes Lob kann Zinke bereits am zweiten Tag verteilen: „Wir haben eine Mappe mit wichtigen Papieren am ersten Tag ausgeteilt und bis auf zwei Formulare alle ausgefüllt und unterschrieben zurückbekommen.“ Für die Berufsschüler sei es ein Neustart, hatte stellvertretende Schulleiterin Marlene Schwanse zur Begrüßung gesagt, und Zinke ergänzt: „Wir wissen nicht, was vorher war und nehmen die Menschen so, wie sie sind. Sie haben alle Chancen, sich als Musterschüler zu präsentieren.“

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Schüler begreifen, dass sie erwachsen werden

In der zehnten Stunde ziehen die Zehntklässler im Alter von 15 bis 19 erste Bilanz. Ronny Schneider, der bereits Berufsschulerfahrung hat, sieht es nüchtern: „Typisch Schule halt, viel Gruppenarbeit und wenig Zeit, aber okay. Ich sehe, mit dem Erwachsenwerden wächst die Verantwortung.“ Mikail Kayahan fand es gut, wie sich alle gleich näher kennenlernen konnten. Dass sich die Pädagogen um ein neues Konzept bemüht haben, konnten sie ja nicht wissen. Dennoch ist Steffen Berger aufgefallen: „Die Lehrer sind sympathisch und freundlich.“

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