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Unterallgäu

13.06.2017

Das ändert sich für Patienten im Unterallgäu

Im neuen Jahr wird es am Mindelheimer Krankenhaus eine zentrale Bereitschaftspraxis geben.

Das Mindelheimer Klinikum soll 2018 eine Bereitschaftspraxis erhalten. Was sich dadurch ändern wird.

Die medizinische Versorgung in der Region in den Nachtstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen wird im kommenden Jahr neu geordnet. Die fünf bisherigen Bereitschaftsgebiete Memmingen, Mindelheim/Pfaffenhausen, Bad Wörishofen, Kaufbeuren und Buchloe/Türkheim werden durch eine große Bereitschaftspraxis ersetzt. Diese wird ihren Sitz von Februar 2018 an direkt neben der Notaufnahme im Kreisklinikum in Mindelheim haben.

Alle gehfähigen und mobilen Patienten werden von diesem Datum an also ärztliche Hilfe in dieser Bereitschaftspraxis erhalten. Die diensthabenden niedergelassenen Ärzte werden nach Mindelheim kommen. Derzeit fahren die Patienten in die jeweilige Praxis des diensthabenden Arztes. Oder sie kommen zur Notaufnahme des Krankenhauses, die dafür aber gar nicht vorgesehen ist.

Zusätzlich wird es einen Fahrdienst für alle Patienten geben, die selbst nicht in der Lage sind, die Bereitschaftspraxis aufzusuchen. Der Fachreferent für Notdienste Südbayern bei der Kassenärztlichen Vereinigung KV, Hannes Bachetzky, sagt, dieser Fahrdienst müsse ein größeres Gebiet abdecken. Für Patienten könne das längere Wartezeiten bedeuten. Bei einem akuten Notfall würde aber ohnehin der Notarzt alarmiert. Und die Patienten werden noch häufiger als heute schon auf einen Arzt treffen, der sie bisher noch nicht behandelt hat. Bachetzky spricht insgesamt von einer „Win-Win-Situation“ für Mediziner, Patienten und das Krankenhaus.

Das Klinikum hat den Vorteil, dass mit der neuen Praxis die Notaufnahme entlastet wird. Sollte größere medizinische Hilfe notwendig sein, stünde sofort der Apparat eines leistungsfähigen Krankenhauses bereit. Das ist der Gewinn für die Patienten. Die Mediziner wiederum werden spürbar bei den Bereitschaftszeiten entlastet. Diese Vorteile teilt auch Klinikumsvorstand Franz Huber. Besonders belastet sind derzeit die Vertragsärzte aus Bad Wörishofen. Jeder von ihnen muss pro Jahr 530 Stunden Bereitschaftsdienst leisten. Mit der neuen Struktur lassen sich diese Zeiten auf 70 Stunden im Jahr senken, sagt Bachetzky. Die hohen Bereitschaftszeiten waren laut Kassenärztlicher Vereinigung in der Vergangenheit immer wieder Hindernis, dass sich junge Ärzte auf dem Land niedergelassen haben. Laut KV sind es rund 250 Ärzte, die sich in den fünf Bereitschaftsgebieten die Dienstzeiten teilen. Von 2018 an werden sie die Räumlichkeiten in Mindelheim nutzen. Neben Mindelheim wird es Bereitschaftspraxen in Kaufbeuren und Memmingen geben, die die ganze Woche in Betrieb genommen werden.

Mindelheim wird voraussichtlich mittwochs, freitags und an Samstagen, Sonntagen sowie an Feiertagen besetzt sein. Der Grund: Es werden geringe Patientenzahlen vermutet.

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