18.01.2010

Das ewige Rätsel

Neu-Ulm Arthur Berger ist ein unwiderstehlicher Mann. Denkt zumindest er. Wenn es dem Esel aber zu wohl wird, geht er bekanntlich aufs Eis - und das Eis unter Arthur Bergers Füßen ist bedenklich dünn. Der Letzte allerdings, der bemerkt, dass es bricht, ist er selbst. "Versteh einer die Frauen" heißt Matthias Stoltzes Komödie, die im Neu-Ulmer AuGuSTheater (Autonome Goethe- und Schiller-Theater Neu-Ulm) ein Publikumsrenner werden dürfte. Selten so gelacht in Claudia Rieses und Heinz Kochs Haus wie bei dieser liebenswerten Inszenierung, auch wenn Mann nicht den Hauch von weiblicher Zuwendung verdienen würde, wären alle Männer so wie Arthur Berger.

Schlagfertige Dialoge

Die hübsche Ehefrau, stubenrein, wenig und leise sprechend, dabei billiger als eine Putzfrau, das suchte der Dozent Arthur Berger (Heinz Koch) vor einem guten Jahrzehnt, als er die Studentin Alida (Stephanie Schleidt) heiratete, und die richtete sich klaglos freundlich und angepasst im wohlsituierten Leben an der Seite des Pharmakonzern-Arztes ein, spannte damit Freundin Barbara den Partner aus. Die erotische und lebenstüchtige Barbara, inzwischen erfolgreiche Chirurgin, rächt sich auf ihre Weise, indem sie seither weiter mit Arthur ins Bett geht: eine geheime Rache an der ahnungslosen Alida, Rache aber auch an Arthur, der von Barbara seitdem nicht mehr bekommt als ihren Körper.

Das Arrangement kippt, als Arthur ein weiteres Verhältnis beginnt, diesmal mit der attraktiven Modestudentin Jeanette (Birgit Corinna Lange). Angesichts der Zeit, die Arthur für Jeanette aufwendet, beschimpft ihn Barbara, um Arthurs Verhalten gegenüber Alida präzise wissend: "Es ist schon fast als ob ich mit dir verheiratet wäre!" Frappierend offen kontert Arthur "Ja, aber du musst nicht bügeln." Die schlagfertigen Dialoge sind es vor allem, die die Komödie so unterhaltend machen, zumal bewusst so zugespitzt wird, dass der Zuschauer nicht mit einer der Frauen Arthurs leidet, und natürlich ahnt Mann und Frau im Publikum bereits zur Pause, dass es für Arthur Berger übel enden wird. Auch wenn es ihnen in ihrer Verletztheit schwer fällt, inszenieren die drei Frauen ein Zusammentreffen aller beim Italiener, nach dem sie zwar garantiert auch nichts mehr voneinander wissen wollen, nachdem aber Arthur ganz allein da steht. Alida verlangt die Scheidung samt schicker Wohnung, Barbaras gesammelte Wut darüber, dass sich Arthur damals für Alida entschied, kommt zum Ausbruch, und die pragmatische Jeanette will sowieso keinen Mann, der in dieser Situation solch ein Würstchen abgibt. Frauen können vielleicht nicht einparken, aber Männer finden nicht einmal einen Parkplatz, muss Arthur erkennen: Alle drei Frauen sind weg, sein Auto wurde gleichzeitig abgeschleppt. Und Arthur versteht die Welt nicht mehr ...

Termine Die nächsten Aufführungen am 22., 23., 28., 29. und 30 Januar jeweils um 20 Uhr, weitere Aufführungen im Februar und März.

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