Newsticker

Zugspitzbahn stellt Betrieb für Ausflügler ab Samstag ein
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Das große Beichten der gut gemimten Sünder

Premiere

20.03.2015

Das große Beichten der gut gemimten Sünder

Unangenehme Entdeckungen sorgen für Aufruhr unter den Ehepartnern: (von links) Helga und Alfred Barthel, Lydia und Kurt Hildebrandt.
Bild: Regina Langhans

„In den Himmel wollen sie alle“, das führt die Theatergruppe Unterroth dramatisch vor Augen. Applaus im vollen Lindensaal

Genüssliche Versteckspiele in Gemütslagen von ahnungslos bis hinterlistig erlebte das Publikum im ausverkauften Lindensaal in Unterroth bei der Premiere von „In den Himmel wollen sie alle“. Für das Lustspiel von Andreas Keßner standen fünf erfahrene Mimen der Theatergruppe Unterroth – auch Regisseur Adolf Buchmiller – sowie eine junge talentierte Spielerin auf der Bühne. Sie verstanden es aufs Vorzüglichste, trotz zweier Pausen, die Spannung um die Ereignisse rund um den vermeintlich sterbenden Wirt Uli hochzuhalten.

Vordergründig geht es um das Sündenregister einzelner Dorfbewohner, die befürchten, dass ihr gut informierter Wirt dem Pfarrer auch etwas über sie selbst ausplaudern könnte. Handlungsbedarf – in welcher Form auch immer – ist also dringend angesagt. Allem voran beim bestechlichen Bürgermeister Kurt Hildebrandt (Adolf Buchmiller mit großen Gesten), dessen eigene Ängste steigen, je mehr besorgte Bürger ihm ihre Verfehlungen eingestehen. Sodann seine Frau Lydia (Brigitte Jutz als die klügere Partnerin), die nicht mehr weiß, wie sie ins Bett des Wirts gekommen ist. Ihnen gegenüber stehen Helga und Alfred Bartel (Ulrike Poppele und Wolfgang Buchmiller als scheinheiliges Ehepaar), die sich – wie der Zuschauer zu ahnen beginnt – an Affären in nichts nachstehen. Als Lydia ihrer Besucherin Helga beichtet, wie sie mit verkehrt angezogenem Schlafanzug im Bett des Wirts aufgewacht ist, rutscht es der Freundin heraus: „Du warst wenigstens angezogen.“ – „Moment mal, wie meinst du das“, antwortet Lydia nach längerer Denkpause. Eine Beichte zieht die nächste nach sich, und jedes Mal dauert es etwas, bis beim Gegenüber der berühmte Groschen gefallen ist.

Solche Spielchen sorgen für Heiterkeit, und das Publikum lässt sich gerne darauf ein, indem es zu lachen beginnt, kaum dass das nächste Bekenntnis begonnen hat. Köstliche Versteck- und Verwechslungsszenen zwischen Paaren, Ehefrauen oder -männern sind geboten, wobei die fast ständig auf der Bühne stehenden Protagonisten sprachliche Meisterleistungen, zumal auf Schwäbisch, vollbringen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein lustiges Intermezzo gibt die vornehmes Hochdeutsch sprechende Ärztin Karin Lessing (witzig mit Christine Bauer), indem sie ihren angedichteten Doktortitel mit steigendem Alkoholkonsum eingesteht. Die Spannung steigt bei den Auftritten von Pfarrer Paulus (Daniel Buchmiller als Gemütsmensch), dessen missverständliche, doppeldeutige Reden die Komödie auf die Spitze treibt. Die Blase platzt mit der Nachricht, dass Wirt Uli nicht todkrank beichten, sondern höchst lebendig dem Pfarrer zum neuen Pfarrheim verhelfen wollte. Das kommt für die Sünder spät, die ihren Kirchgang angekündigt haben: Denn in den Himmel wollen sie alle.

Samstag, 21., 28., Freitag, 27. März, um 19.30 Uhr, Sonntag, 22. März, um 18 Uhr. Reservierung unter Telefon 07343/676.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren