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Illertissen

28.02.2021

Das ist der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner

Karl-Heinz Brunner war Bürgermeister in Illertissen und sitzt seit 2013 für die SPD im Bundestag.
Foto: Horst Hörger

Plus Karl-Heinz Brunner war Bürgermeister von Illertissen, bevor er zweimal in den Deutschen Bundestag einzog. Jetzt sind seine Chancen auf eine Wiederwahl gesunken.

Vor knapp drei Wochen schien im Bundestagswahlkampf im Wahlkreis Neu-Ulm noch fast alles wie immer zu sein: Die drei Abgeordneten Ekin Deligöz (Grüne), Georg Nüßlein (CSU) und Karl-Heinz Brunner waren bereits durch ihre Parteien nominiert oder kurz davor. Alle drei schienen fest mit dem Wiedereinzug in den Bundestag rechnen zu können. Mit den Durchsuchungen bei Nüßlein im Zusammenhang mit einem Maskendeal ist vor wenigen Tagen jedoch bereits der erste Kandidat ins Wanken geraten. Jetzt scheint auch bei der SPD mit der verlorenen Kampfabstimmung um den ersten schwäbischen Männerplatz auf der Bayern-Liste nicht mehr alles so sicher wie gedacht.

Das Votum der schwäbischen Delegierten für den Alerheimer Bürgermeister Christoph Schmid gegen den amtierenden Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner für den ersten Männerplatz auf der Schwaben-Liste fiel eindeutig aus: Auf den 44-jährigen Rieser entfielen 66 Stimmen, sein Mitbewerber erreichte 27 bei drei Enthaltungen. Auf dem zweiten Männerplatz in Schwaben gelten die Aussichten Brunners auf einen Einzug in den Bundestag über die Liste als verschwindend gering.

Karl Heinz Brunner war zwölf Jahre Bürgermeister von Illertissen

Seit 1982 ist Brunner Mitglied der SPD, kurz darauf begann sein lokalpolitisches Engagement für die Partei, deren stellvertretender Bezirksvorsitzender er heute ist. Die Laufbahn des Illertissers als Bürgermeister endete vor knapp 20 Jahren: 2002 unterlag Brunner nach zwölf Jahren im Amt bei den Kommunalwahlen Herausforderin Marita Kaiser. Brunner blieb als Kreisrat des Landkreises Neu-Ulm der Politik verbunden, arbeitete im Hauptberuf als selbstständiger Rechtsberater.

Sein Weg in den Bundestag verlief danach alles andere als geradlinig: 2009 trat er erstmals als Direktkandidat für den Wahlkreis Neu-Ulm an - noch ohne Erfolg. 2013 gelang ihm der Einzug ins Parlament über die Landesliste der SPD, 2017 wurde er wiedergewählt. Als vor zwei Jahren die SPD einen neuen Vorsitzenden suchte, warf Brunner überraschend als einziger Einzel-Kandidat seinen Hut in den Ring. Dass er tatsächlich zum Vorsitzenden gewählt werden könnte, glaubt er selber nicht: „Ich bin absoluter Realist.“ Aber er wolle dennoch antreten, um in der SPD und der Gesellschaft ein Zeichen zu setzen, dass jeder seine Chance habe, sagte er damals. Wenig später zog er seine Bewerbung wieder zurück.

Eigentlich hatte Brunner nicht vor, wieder für den Bundestag anzutreten

Eine erneute Kandidatur für den Bundestag in diesem Jahr war für den Illertisser ursprünglich kein Thema gewesen, nach zwei Wahlperioden sollte für den Vater zweier Kinder eigentlich Schluss sein mit der Bundespolitik. Im Gespräch mit unserer Redaktion sprach er im vergangenen Sommer davon, dass seine erneute Nominierung auch davon abhänge, welchen Platz auf der Landesliste er bekommen würde. Sein neuer Partner, mit dem er kurz danach erstmals öffentlich auftrat, sei jedenfalls dafür, dass er als Bundestagsabgeordneter weitermache: "Dann weiß er, ich bin verräumt", sagte Brunner damals. Im Februar wählten ihn die SPD-Delegierten mit breiter Mehrheit zum Direktkandidaten im Wahlkreis Neu-Ulm.

Bereits vor seinem öffentlichen Outing engagierte sich Brunner als queerpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. In der Landesgruppe der SPD im Bundestag ist Brunner stellvertretender Vorsitzender sowie verteidigungspolitischer und rechtspolitischer Sprecher. Im vergangenen Herbst ist der Illertisser zum Rapporteur der NATO gewählt worden. Seinen Posten als stellvertretender Bezirksvorsitzender der SPD, das hat Brunner bereits angekündigt, wird er nach der Kampfabstimmung um seinen Listenplatz zur Verfügung stellen.

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