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Buch

31.10.2016

Den „Entaklemmer“ brillant gespielt

Mit dem Lustspiel „Der Entaklemmer“ von Thaddäus Troll bringt der TSV Buch unter Regie von Manfred Maier einen unverwüstlichen schwäbischen Klassiker brillant auf die Bühne und strapaziert damit die Lachmuskeln der Besucher.
Bild: Claudia Bader

Theaterspieler des TSV Buch brillieren mit ihrem unverwüstlichen Schwäbisch

„Dia arme Leit wissat it, was dia reiche für Sorga hand“, „Em Arma fehlt des Geld, em Geizige elles“, „Essa, Trinka und Karta bringat oin um Feld und Garta.“ – Mit solchen und vielen weiteren schwäbischen Redensarten geht es derzeit in der Rothtalhalle deftig zur Sache. Mit dem Lustspiel „Der Entaklemmer“ von Thaddäus Troll bringt der TSV Buch unter Regie von Manfred Maier einen unverwüstlichen schwäbischen Klassiker geradezu brillant auf die Bühne und strapaziert damit die Lachmuskeln der Besucher gewaltig.

Das 1875 in Stuttgart spielende Stück ist die schwäbische Version von Molières „Der Geizige“, die vor 19 Jahren schon einmal von der Theatergruppe des TSV Buch aufgeführt wurde. Mit Willy Weiske, Christian Bolkart, Patty Ihle-Sailer und Georg Strang stehen fünf damalige Akteure wieder auf der Bühne. Dass dieses Stück den jetzigen Premierenbesuchern so gut gefiel, liegt nicht nur an dessen Inhalt, sondern auch an der gelungenen Besetzung der Rollen und dem unverwüstlichen Schwäbisch der Akteure. Während Ludwig Bader und sein Team für die Bühne verantwortlich zeichnen sowie Georg Scheuring für den Ton, sitzt Elke Meixner im Souffleurkasten.

Hauptperson und „Entaklemmer“ ist der Fabrikant Karl Knaup. Willy Weiske spielt diese Rolle nicht, er verkörpert sie. Stets grantig und unrettbar geizig („Der steht mit einer Kerze vorm Spiegel und feiert zweiten Advent“) sorgt er sich einzig um Erhalt und Vermehrung seines Geldes. Sehr zum Leidwesen seines Hausknechts Gottlieb (Klaus Staudenhechtl) und Dienstmädchen Rickele (Christine Huchler), die bei jeder Gelegenheit spötteln: „Bei dem kommet Meis’ mit verheilde Auge d’ Bühnetrepp nunter!“.

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Vor allem Knaups Kinder leiden unter der Habgier des „Entaklemmers“. Tochter Elise (Patty Ihle-Sailer) würde gerne ihren Eugen (Georg Strang) heiraten. Als diplomatischer Verwalter schmiert dieser dem Geizhals „Brei ums Maul und Rotz an de Backe“, um ihn auf diese Weise für sich einzunehmen. Knaups Sohn Heiner (Michael Salger) wird von Kommissionär Übelmesser (Christian Bolkart) in Geldnot, aber auch gefühlsmäßig in Bedrängnis gebracht. Denn sein Vater will ausgerechnet seine heimliche Braut Marianne (Ann-Kathrin Bolkart) heiraten, obwohl diese viel jünger ist, und schmiedet mithilfe der tüchtigen Kupplerin Karline (Brigitte Dirr) bereits Pläne.

Plötzlich ist auch noch die Geldkassette verschwunden, was den knauserigen Knaup fast in den Wahnsinn treibt. Verzweifelt alarmiert er Kommissar Epple (Michael Geiger) und fleht sogar das Publikum um Hilfe an. Mit Bauernschläue und Hinterlist lenkt der dickfellige Hausknecht das Geschehen in die richtige Bahn: Die Schatulle taucht wieder auf, der Privatier Hurlebaus (Manfred Maier) entpuppt sich als reicher Vater von Marianne und Eugen. Mit seiner Großzügigkeit macht er nicht nur die beiden Paare, sondern auch den Geizhals glücklich, der endlich seinen Kindern den Segen gibt: „Heiratet halt kreuz und quer, aber Sach’ bleibt Sach’.“

Weitere Aufführungen des „Entaklemmers“ finden am Samstag, 5. November, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 6. November, um 18 Uhr statt. Der Kartenvorverkauf läuft wochentags von 17 bis 20 Uhr bei Conny Konrad unter Telefonnummer 07343/6213.

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