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Unterroth

28.11.2020

Der Ortskern von Unterroth soll mit einem Backofen ausgestattet werden

Der Obst- und Gartenbauverein Unterroth möchte an seinem Häuschen in der Dorfmitte (rechts im Bild) einen Backofen in klassischer Bauweise errichten. Dieser könnte auch bei den Dorffesten zum Einsatz kommen.
Foto: Regina Langhans

Plus Vereine in Unterroth nutzen die Corona-Auszeit, um Pläne für die Zukunft zu schmieden. Zwei Vorhaben wird die Gemeinde finanziell unterstützen.

Zur alten Gefriere mitten in Unterroth soll jetzt noch ein Backofen kommen, den der Obst- und Gartenbauverein neben seinem Domizil in traditioneller Bauweise errichten möchte. Das Projekt ist eines von zwei Vorhaben von örtlichen Vereinen. Sie haben sich durch die Pandemie nicht zur Untätigkeit verdonnern lassen, sondern Ideen entwickelt, diese im Gemeinderat Unterroth vorgetragen und finanzielle Unterstützung angefragt.

In beiden Fällen gab es einhellige Zustimmung im Gremium, was für die Vereine Voraussetzung ist, um ihre Vorhaben zu realisieren. Die Pläne für einen Backofen samt zugehörigem Anbau an das bestehende Gartenhäuschen des Vereins am Rand des Dorffestplatzes sind schon weit gediehen. Der Vorsitzende Patrick Niederreuter trug sie und die damit entstehenden Möglichkeiten mit Begeisterung vor. Dank des Ofens könnten demnach Backaktionen zum Zuschauen oder Backkurse des Vereins und für Interessierte stattfinden, um zu zeigen, wie mit Korn und einfachen Mitteln ohne künstliche Zutaten schmackhaftes Brot hergestellt wird. Beim Ausprobieren der Rezepte könnten sich Jung und Alt im Obst- und Gartenbauverein zusammenfinden und der Ofen ließe sich bei den Dorffesten als weitere Attraktion einsetzen.

Der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins spricht von einer weiteren Besonderheit für Unterroth

Niederreuter zeigte sich überzeugt: „Damit würde das ganze Dorf um eine Besonderheit reicher.“ Beim Vorstellen des Projekts bediente er sich auch einer Präsentation über einen Ofenbauer aus dem Ahrntal und dessen ursprüngliche Bautechnik. „Den Maurer aus dem Ahrntal, das die Unterrother so gerne besuchen, werden wir uns wohl nicht leisten können, aber so in der Art und mit dem richtigen Rauchabzug könnte unser künftiger Backofen aussehen.“

Bürgermeister Norbert Poppele wollte dabei sichergestellt haben, dass die geplanten Backtätigkeiten in keinerlei Konkurrenz zum Verkauf in Bianca’s Lädele stehen, über dessen Existenz im Dorf alle überaus glücklich seien. Das konnte Niederreuter zusichern, indem alle Aktivitäten innerhalb des Vereins stattfinden würden. Somit stand der Bewilligung der gewünschten Finanzhilfen nichts im Wege: Je 4000 Euro Zuschuss erhält der Verein in den Jahren 2021 und 2020 sowie eine Zwischenfinanzierung von 15.000 Euro, wofür die Gemeinde bürgen soll. Der Bau des Backofens solle zügig beginnen und mit Blick auf das hoffentlich stattfindende Dorffest 2021 im Rohbau fertiggestellt sein, sagte der Vorsitzende.

Das nächste ehrgeizige Vorhaben stellte Simon Dopfer, Dirigent der Blaskapelle Unterroth, vor: eine professionelle Gesangsausbildung von bis zu zehn Sängern aus den eigenen Reihen, die neben ihrem Instrument dann künftig auch den Sologesang beherrschen. Den Ausschlag gab eine Solistin, die aufhört, sodass mit Kathrin Hipp nur noch eine weitere zur Verfügung steht gegenüber mehreren Sängern. Auf Anfrage in der Kapelle hatten sich fünf Interessentinnen gemeldet, die bei einer Musikerkollegin schon eine Art Gesangsunterricht genommen hätten, informierte Dopfer.

Die Blaskapelle Unterroth schreibt wegen Corona erstmals rote Zahlen

Da auch die geübten Sänger bislang keine Profi-Ausbildung genossen hätten, habe sich der Verein entschlossen, allen Solisten zu einem richtigen Unterricht zu verhelfen: Eine ausgebildete Gesangslehrerin sei schon gefunden, der 45-minütige Unterricht koste 50 Euro, sei auf zwei Jahre ausgelegt und könne in Unterroth stattfinden. Dopfer rechtfertigte die Idee: Zum einen wolle die Kapelle ihr Niveau halten beziehungsweise verbessern. Und es entstünden umständehalber neue geübte Bläser-Ensembles, wenn Dorfkapellen aufhörten und verbliebene versierte Musiker mehrerer Orte sich zu Formationen zusammenschlössen.

Durch mehrere Solisten würde Dopfer zufolge zudem der Vorteil entstehen, dass sie sich abwechseln könnten: „Wenn bei uns Sänger krankheitshalber ausfallen, müssen zehn bis 15 Musikstücke gestrichen werden und das stellt den ganzen Auftritt infrage.“ Vorab wollte sich der Dirigent die Zustimmung der Gemeinderäte einholen für eine Dreiteilung der Kosten zwischen Kapelle, Gesangsschüler und Gemeinde. Ein gemeindlicher Zuschuss wurde ihm einstimmig zugesichert. In welchem Verhältnis aufgeteilt wird, werde bei der nächsten Sitzung der Musiker besprochen.

Dopfer berichtete auch, dass die Blaskapelle durch den pandemiebedingten Ausfall aller Auftritte zum ersten Mal rote Zahlen schreibe. Er habe die Hoffnung, dass im Rahmen der Hygienevorschriften ein Gesangsunterricht in Form zweier entfernt voneinander stehenden Personen stattfinden könne. So ließe sich die Zeit, die im regulären Probenbetrieb womöglich knapp sein könnte, jetzt optimal nutzen. „Wenn nicht, dann beginnen wir mit dem Gesangsunterricht eben, sobald es geht“, betonte der Dirigent. Sorgenvoll ergänzte er, dass man es mit dem Musizieren womöglich sonst bald ganz sein lassen müsse.

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