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Der Tiefenbacher Leonhardiritt muss Hürden überwinden

Jonathan Mayer
Kommentar Von Jonathan Mayer
03.11.2018

Die Organisatoren des Leonhardiritts haben es nicht leicht. Erst fällt die Veranstaltung zwei Mal aus, jetzt fehlen Teilnehmer. Stirbt hier eine Tradition aus?

Eigentlich ist es eine schöne Nachricht, die die Organisatoren vom Vereinsring Tiefenbach vor Kurzem bereit hatten: Nach zweijähriger Pause kehren Pferde, Reiter und Kutschen am Sonntag zurück in den Illertisser Ortsteil, um den Leonhardiritt mitzugestalten.

Erfreulich ist das, weil der längst zur Tradition gewordene Ritt in den vergangenen beiden Jahren ausfallen musste. 2016 hatte es Probleme mit der Versicherung gegeben, 2017 mussten die Organisatoren angesichts eines starken Sturms absagen (wir berichteten). Das hatte es zuvor noch nie gegeben: Seit 1947 fand der Leonhardiritt jedes Jahr statt – ohne Ausnahme.

Die Suche nach Teilnehmern ist schwerer als früher

In diesem Jahr soll der Umzug wiederbelebt werden. Doch es gibt neue Probleme, und die dürften von Dauer sein. Denn die Traditionsveranstaltung schrumpft. Die Organisatoren rechnen nur noch mit etwas mehr als 60 Teilnehmern. Zum Vergleich: Vor einigen Jahren waren es weit mehr als 100. Die neue Versicherungs-Police lässt so viele Pferde jedoch nicht mehr zu.

Der Tiefenbacher Leonhardiritt muss Hürden überwinden

Und noch etwas macht den Organisatoren zu schaffen: Die schwindende Anzahl derer, die am Ritt teilnehmen wollen. Denn laut Umzugs-Koordinator Heiner Loop ist auch die Suche nach Reitern und Kutschern nicht mehr so leicht, wie sie einmal war. Viele Leute interessieren sich nicht mehr dafür.

Stirbt hier also eine Tradition, weil Teilnehmer fehlen und bürokratische Hürden zu hoch sind? Zu hoffen wäre das nicht. Denn es gibt kaum noch Umzüge dieser Art – und der Tiefenbacher Leonhardiritt ist zudem noch einer der ältesten: 1830 fand er erstmals statt.

Die bürokratischen Hürden und das schwindende Interesse mahnen diesen Trend allerdings an. Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Umzüge wie kürzlich der Viehscheid in Oberschönegg zeigen, dass es auch wieder aufwärts gehen kann. Wenn am Sonntag also alles gut geht, stünde einer Wiederholung nichts mehr im Weg. Auch wenn der Ritt durch Tiefenbach wohl nie wieder so groß sein wird, wie früher.

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