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31.08.2009

"Der erste Schritt ist die Einsicht"

Illertissen (evb) - Eine 75-jährige Radfahrerin lies kürzlich ihr Leben, weil sie beim Überqueren der Dietenheimer Straße ein Auto übersah (wir berichteten). Zunächst hatte die Frau laut Werner Bräuer, Polizeisprecher der Illertisser Inspektion, alles richtig gemacht.

Denn statt auf der Straße links abzubiegen, habe die Dame ihr Fahrrad zunächst geschoben. Vom Gehsteig schob sie auf die Straße zwischen den an der Ampel wartenden Autos hindurch. "Kritisch wurde es, als sie noch zwischen den Autos aufstieg", so Bräuer.

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Gerade auf das Fahrrad aufzusteigen sei für ältere Menschen oft ein Problem. Möglicherweise sei die Frau so mit ihrem Fahrrad beschäftigt gewesen, dass sie das Fahrzeug, das von der Memminger in die Dietenheimer Straße abbog, übersehen hatte. "Und mit dem Alter schwindet auch die Reaktionsfähigkeit", so Bräuer. Er rät älteren Menschen, in unübersichtlichen Situationen das Fahrrad zu schieben und gerade zum Aufsteigen eine übersichtliche Stelle zu wählen.

"Kritische Situationen entstehen oft beim Linksabbiegen", weiß Bräuer außerdem. Schließlich müsse der Radler - um Handzeichen zu geben - einhändig fahren und gleichzeitig noch über die Schulter blicken. Der beste Schutz für Senioren ist in seinen Augen die Einsicht: "Hat man einen schlechten Tag, sollte man sein Fahrrad eben schieben." Dass in der Vergangenheit ältere Menschen vermehrt in Unfälle verwickelt waren, liegt laut Bräuer aber auch daran, dass es immer mehr alte Menschen gibt. "Ein Auto zu übersehen, könnte genauso einem jungen Menschen passieren."

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Rücksicht nehmen

Jürgen Wahls von der Verkehrswacht Neu-Ulm rät deshalb allen Verkehrsteilnehmern, bewusst und aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen. "Oft sind wir beim Auto- oder Fahrradfahren in Gedanken ganz wo anders", meint er. Man werde nachlässig, weil bisher immer alles gut ging. Er appelliert auch zu mehr Rücksichtnahme, speziell gegenüber Senioren und Kindern: "Wenn vor mir ein etwas unsicherer Radfahrer fährt, überhole ich ihn eben in einem größeren Bogen." Zudem legt auch Wahls älteren Menschen ans Herz: "Erkennt man, dass es eben nicht mehr so geht, muss man halt auf den Bus umsteigen."

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