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Illertissen

15.11.2017

Der neue Volkstrauertag

Der Volkstrauertag wird in Illertissen erstmals mit einer Ausstellung gefeiert, an der unter anderem auch Schüler beteiligt sind.
Bild: Roland Furthmair

In diesem Jahr wird die Gedenkfeier in Illertissen anders ablaufen als sonst. Was geplant ist.

Der Volkstrauertag – das klingt für viele vor allem nach langen Andachten, eingestaubten Uniformen und alter Marschmusik. Den eigentlichen Sinn des Gedenktags scheinen dabei immer weniger Menschen Ernst zu nehmen: An die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft zu erinnern. Das hat Bürgermeister Jürgen Eisen in Illertissen beobachtet: Die Teilnehmerzahl bei den Veranstaltungen sei zurückgegangen. „Wenn das so weiter geht, werden wir irgendwann überhaupt keine Besucher am Denkmal mehr haben“, befürchtet der Rathauschef, der den Gedenktag für wichtig hält. Dieser dürfe nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb wird die Veranstaltung heuer anders ablaufen, als bisher: Zum neuen Volkstrauertag gibt es am Sonntag, 19. November, ein Programm in der Schranne, das vom Kolleg der Schulbrüder gestaltet wird. So sollen jüngere Leute für die Bedeutung und Hintergründe sensibilisiert werden. Jedes Jahr wird eine andere Schule die Veranstaltung ausrichten.

Dabei dürfe „das Alte“ aber nicht verdrängt werden, sagt Bürgermeister Eisen. Traditionsreiche Vereinigungen wie Stadtkapelle und Männergesangsverein werden sich wie gehabt am Gedenktag beteiligen. „Es geht darum, die Jungen dazu zu holen“, sagt Eisen.

Am Sonntag ist einiges geboten: Um 8.45 Uhr stellen sich die Fahnenabordnungen und Mitglieder der Stadtkapelle beim Rathaus auf, um 9 Uhr beginnen Gottesdienste in der evangelischen und der katholischen Kirche. In St. Martin singen die Chorkids des Kollegs der Schulbrüder. Danach findet wie gehabt der Marsch zum Kriegerdenkmal statt, wo die Stadtkapelle einen Choral vorträgt und der Männergesangsverein singt. Bürgermeister Eisen spricht eine Gedenkrede, die Illertisser Nachwuchs-Lyrikerin Isabel Eiselt liest ein Gedicht vor. Der Abschluss ist klassisch: Es wird ein Kranz niedergelegt und das Musikstück „Ich hatt’ einen Kameraden“ ist zu hören, Salutschüsse folgen.

Neu ist das Programm in der Schranne, die an diesem Tag von 10 bis 17 Uhr geöffnet hat. Die Fachschaft Kunst des Kollegs zeigt eine Ausstellung zum Thema „Krieg und Frieden“. Die Arbeiten wollen auf das Spannungsfeld zwischen Erinnern und Mahnen hinweisen, heißt es. Die Theatergruppe zeigt eine szenische Darstellung von Bertolt Brechts „Legende vom toten Soldaten“ als Film und die Fachschaft Geschichte/Sozialkunde hat die Historie des Volkstrauertags aufgearbeitet. Außerdem sind Fotos von Kriegerdenkmälern in den Heimatgemeinden der Schüler zu sehen. Gedanken zum Krieg präsentiert die Fachschaft Deutsch. Auch eine Ode des römischen Dichters Horaz ist Gegenstand der Betrachtung.

Schüler verkaufen Kerzen für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und belegte Brötchen. Außerdem spielt Stephanie Kögel besinnliche Musik auf dem Klavier.

Für Bürgermeister Eisen ist der neue Volkstrauertag ein Test: „Wir probieren jetzt mal aus, wie das alles ankommt.“ In den kommenden Jahren sollen dann die Mittelschule und die Realschule bei dem Gedenktag aktiv werden.

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