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Babenhausen

10.12.2019

Deutscher Fußball-Bund ehrt zwei Babenhauser

Das Foto zeigt (von links) Georg Seitz (TSV-Ehrenamtsbeauftragter), Ehrenschiedsrichterobmann Helmut Stoll, Werner Sutter, TSV-Präsident Martin Gleich, Alois Bock und den Ehrenamtsbeauftragten des Kreises Allgäu, Peter Wassermann.
Bild: Fritz Settele

Deutscher Fußball-Bund und Bayerischer Fußball-Verband ehren 65 Menschen aus Schwaben. Darunter sind auch zwei Babenhauser.

Als Bezirkstagspräsident Martin Sailer die Geschichte von ihm und seinem Freund und einem verhinderten Fußballtraining in der C-Jugend erzählte, gab es an verschiedenen Stellen für ihn kein Halten mehr. Während seiner Festansprache musste der Politiker vor rund 200 Gästen im Piratenhotel des Legolands Günzburg die Rede unterbrechen und lachen. Wohl, da längst Vergangenes von ihm selbst ans Tageslicht befördert wurde.

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War ja auch zu komisch: Der Kumpel wollte unbedingt mit ihm zum Fußballtraining. Aber seine Fußballschuhe waren noch im Elternhaus, die Eltern nicht daheim. Und das Haus gut verschlossen. Drei Glasscheiben mussten dran glauben auf dem Weg zu den Kickschuhen. Ein letztes Hindernis war unüberwindbar. Die Eltern waren, sagen wir, vom Ergebnis nicht „amused“. Und: „Das Training fand ohne uns statt“, sagte Sailer, der sich an eine unbeschwerte Fußballzeit in einem sehr angenehmen Vereinsumfeld erinnert.

Vereine sind auf Freiwillige angewiesen

Das alles sei damals nur möglich gewesen, weil es viele Freiwillige gegeben habe, die sich um die Jugendlichen im Sportverein kümmerten. Dass die Trikots gewaschen sind, der Platz gestreut und der Rasen gemäht ist – das alles ist keine Selbstverständlichkeit, obwohl es gerne als solche genommen wird, betonten die Redner während der 21. DFB-Sonderehrung, die unlängst stattfand. Einmal im Jahr rücken aus den drei schwäbischen Fußballkreisen Donau, Augsburg und Allgäu diejenigen in den Vordergrund, ohne deren Einsatz keine Fußballmannschaft problemlos antreten könnte. Denn dann würde das Team hinter dem Team fehlen, würde sich niemand um Spieler und Sponsoren bemühen, bliebe das Kassenhäuschen und das Sportheim unbesetzt. „Die Helden des Alltags haben es verdient, gesehen zu werden“, sagte Sailer, der das Vereinsleben auch als eine Chance betrachtete, „auf außergewöhnliche Weise einen Dialog der Generationen“ zu führen: Hier die Ehrenamtlichen mit einem riesigen Erfahrungsschatz, dort junge Menschen, die frische Ideen in einen Verein bringen und sich einer freiwilligen Tätigkeit nicht verschließen. Gemeinsam geht’s in aller Regel gut voran.

Deutscher Fußball-Bund ehrt zwei Babenhauser

Verkehrsminister Reichhart: Ehrenamt in Bayern besonders stark ausgeprägt

Der bayerische Bau- und Verkehrsminister Hans Reichhart (Jettingen-Scheppach) erwähnte in seinem Grußwort, dass im Freistaat das Ehrenamt besonders stark ausgeprägt ist. 47 Prozent engagierten sich, ob im kulturellen, sozialen, kirchlichen Bereich oder im Sport für das Gemeinwohl. Dieser „Kitt der Gesellschaft“ sei ein gutes Mittel gegen Spaltungstendenzen, damit ein Neben- oder gar Gegeneinander nicht zu viel Spielraum bekomme. Nachdenkliches trug der Ehrenamtsreferent des schwäbischen Fußballbezirks, Günther Brenner (Jettingen-Scheppach), bei.

Nach seinem Empfinden sind die Familienbeiträge, die es in den meisten Vereinen gibt, „viel zu niedrig“. In einem Jahresbeitrag von 100 bis 120 Euro seien häufig schon die Ehepartner und ein Kind oder mehrere Kinder enthalten. Die Bandbreite der regelmäßig anfallenden Aufgaben in einem Verein wurden in den anschließenden Kurzwürdigungen der Preisträger deutlich. Das honoriert der Deutsche Fußball-Bund und der Bayerische Fußball-Verband gleichermaßen, wie Verbandsehrenamtsreferent Stefan Merkel in einer Videobotschaft ausführte: „Das, was wir heute verleihen, ist die höchste Auszeichnung, die es im Ehrenamtsbereich im DFB gibt.“

Das sind die Babenhauser Geehrten:

  • Alois Bock war 26 Jahre lang als aktiver Kicker im TSV Babenhausen tätig. Er erzielte in 915 Spielen 101 Tore und durchlief beim TSV von den Schüler- und Jugendmannschaften bis zur AH-Mannschaft alle Stationen. Er engagierte sich als Betreuer und Trainer, seit 1999 auch als Funktionär in vielerlei Positionen.

  • Auf 268 Spiele für den TSV Babenhausen brachte es Werner Sutter – und erzielte dabei insgesamt 38 Tore. Herausragend sind auch seine weiteren Aktivitäten rund um den Fußball. So gehört er seit 1988 dem Ausschuss der Fußballabteilung an und ist zudem für das Sponsoring verantwortlich. (fs)

Der TSV Babenhausen hat sich kürzlich von seinem Trainer getrennt. Mehr dazu lesen Sie hier:Babenhausen trennt sich von Trainer Scherer

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