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Illertissen

12.07.2019

Diamantene Hochzeit: Vor mehr als 60 Jahren hat’s in Illertissen gefunkt

Unterroths stellvertretende Bürgermeisterin Erika Schneller gratuliert Anna und Georg Baur zu 60 gemeinsamen Ehejahren.
Bild: Regina Langhans

Anna und Georg Baur aus Unterroth erinnern sich daran, wie schwer Fernbeziehungen ohne Handy waren.

Mit Fleiß und Ausdauer haben sich Anna und Georg Baur, 82 und 85 Jahre alt, in Unterroth ihr gemeinsames Leben aufgebaut. In ihrem eigenen Haus genießen sie ihren Lebensabend und empfangen die Besuche aus der Großfamilie. Die Baurs haben drei Kinder, sechs Enkel und fünf Urenkel. Anna Baur wurde in einer kleinen Landwirtschaft in Unterroth groß. Sie musste ihrer Mutter viel helfen, da der Vater früh und unerwartet gestorben war. Georg Baur ist gelernter Sägewerker und wuchs in Beuren bei Pfaffenhofen auf.

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An den Tag ihres Kennenlernens erinnern sich die beiden noch genau. Es war der Heimatabend 1955 in Illertissen. Georg Baur erklärt: „Die Veranstaltung wurde einige Jahre lang in Erinnerung an die 1954 erfolgte Stadterhebung Illertissens abgehalten.“ Es hatte gefunkt zwischen den beiden und sie trafen sich nun regelmäßig in Unterroth. Dafür nahm Georg Baur vier Jahre lang eine Fahrtstrecke von jeweils 22 Kilometern auf dem Motorrad in Kauf. In Erinnerung daran sagt seine heutige Frau: „Das waren damals, ohne Telefon oder Internet, andere Verhältnisse. Das können sich heute viele gar nicht mehr vorstellen.“ Eine Woche lang hörten die beiden nichts voneinander. Termine mussten vorab vereinbart werden. Es hätte schon wirklich etwas passieren müssen, um ein Telegramm aufzugeben.

Die standesamtliche Trauung vollzog der damalige Bürgermeister in seiner Stube. Kirchlich heirateten sie in Oberstdorf. Freunde hatten es für die zwei Bergliebhaber – auch Mitglieder im Alpenverein Illertissen – arrangiert. Georg Baur arbeitete in Ulm als Maschinist, wohin er anfangs mit einem Werkbus gelangte. Fürs erste kamen die beiden in Annas Elternhaus in Unterroth unter. Im Jahr 1963 konnten sie nebenan ihr eigenes Heim bauen. Soweit es die Zeit neben Haus- und Gartenarbeit gestattete, suchten sie sich besondere Reiseziele – etwa 1978 nach Israel, was damals recht abenteuerlich anmutete. Oder sie machten Ausflüge in die geliebten Berge. Dann hielt Georg Baur seine Familie zum Singen an, wobei er argumentierte: „Ich muss ja schon fahren.“

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Inzwischen reisen sie im Zweijahresturnus auch nach Berlin, um dort ihre Tochter zu besuchen. Die beiden feiern gerne und viel, wobei Georg Baur betont: „Ich bin jetzt Privatier.“ Seine Frau Anna ergänzt: „Man wächst zusammen und ist froh, einander zu haben.“

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