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Bellenberg

18.06.2019

Die Bellenberger Feuerwehr wird 150 Jahre - und ist aktiver denn je

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Im Jahr 1869 hatten die Bürger von Bellenberg beschlossen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, und bereits kurze Zeit später, im Jahr 1871, konnten sie ihre eigene Fahne einweihen. Unser Archivbild dazu ist ebenso ein wertvolles Dokument wie die gut erhaltene Fahne selbst.
Bild: Feuerwehr Bellenberg/Repro: Regina Langhans

Die Freiwillige Feuerwehr in Bellenberg wurde im Jahr 1869 gegründet. Das wird am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür und einem Festakt groß gefeiert.

Die Feuerwehr Bellenberg wurde vor 150 Jahren gegründet und zählt somit zu den ältesten Wehren in der Region. Die 1869 bewiesene Vorreiterrolle hat die Wehr 2014 mit der Gründung ihrer Kinderfeuerwehr, eine der ersten Bayerns, fortgesetzt. Ihr Jubiläum wollen die Kameraden drei Tage lang gebührend feiern.

Noch erhaltene alte Protokollbücher geben interessante Einblicke in die frühen Jahre des Feuerwehrwesens in Bellenberg, weiß Werner Denzel, seit 2012 Kommandant. Die beginnende Industrialisierung, das enge Zusammenwohnen, aber auch technische Fortschritte erforderten und ermöglichten gleichzeitig einen besseren Brandschutz, so der Kommandant. Im Mittelalter verpflichteten Gemeindeverfassungen Bürger, sich am Feuerlöschen zu beteiligen. Die Feuerwache übernahmen Türmer und Nachtwächter. Ihre Ausrüstung bestand aus einfachen Geräten wie Eimern, Leitern oder Einreißhaken.

70 Männer schlossen sich zur Feuerwehr zusammen

Als sich im Herbst 1869 verantwortungsbewusste Bellenberger zusammenschlossen, um die Gründung einer Wehr vorzubereiten, gehörten sie zu den Vorreitern der allmählich einsetzenden Entwicklung. Im Juni 1870 teilte der damalige Bürgermeister dem Königlichen Bezirksamt mit, dass sich in dem kleinen Dorf 70 Männer der Freiwilligen Feuerwehr angeschlossen haben. Man habe sie in Züge eingeteilt, als Staiger, Werkleute, Spritzen- und Rettermannschaft, heißt es im Dokument weiter. Etwa 30 Pferdebesitzer wollten Wasser holen und als sogenannte Feuerreiter für Botendienste zur Verfügung stehen. An Gerät besaßen sie unter anderem eine Feuerspritze auf zwei Rädern, die von der Feuerversicherungsgesellschaft finanziert wurde. Erster Kommandant war Leo Müller, der Vorsitzende Johann Schmucker. Im Jahr 1871 wurde die Vereinsfahne gestiftet, die heute wohl im weiten Umkreis die älteste dieser Art ist.

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Nach und nach wuchs die Ausrüstung, 1907 gab es Dienströcke, 1925 nahmen sie das neue Feuerwehrgerätehauses an der Bauerngasse in Betrieb, 1929 wurde eine Motorspritze mit einer Leistung von 600 Litern pro Minute angeschafft, 1943 gab es eine weitere.

Mancher Einsatz bleibt den Kameraden lange in Erinnerung

Im Jahr 1947 fand die erste Mitgliederversammlung nach dem Zweiten Weltkrieg statt, 1949 war Bellenberg landkreisweit die erste Kommune, die die Freiwillige Feuerwehr wieder ins Leben rief. Zehn Jahre später ist das neue Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchtrockenturm an der Memminger Straße eingeweiht, ein erstes Löschfahrzeug von den Kameraden aus Illertissen übernommen und die Löschwasserversorgung aus der Wasserleitung möglich. Mancher Einsatz wird der Wehr lange im Erinnerung bleiben, etwa, als 1995 der Lagerschuppen am Bahnhof lichterloh brannte.

Die Feuerwehr vermag der technischen Entwicklung standzuhalten, auch baulich, indem sie 2009 ihr derzeitiges Gerätehaus an der Tiefenbacher Straße bezog. Und geistig ist sie ihrer Zeit schon wieder voraus: Um Nachwuchsproblemen gegenzusteuern, wurde nach der Jugendfeuerwehr mit den „Feuerfüchsen“ eine Kinderfeuerwehr gegründet. Eine Besonderheit ist auch, dass in Bellenberg seit Jahrzehnten das Gemeindeoberhaupt und somit aktuell die Erste Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller Vorsitzende des Feuerwehrvereins ist.

Werner Denzel resümiert: „Ursprünglich war es Aufgabe der Feuerwehr, Brände zu bekämpfen, inzwischen übernimmt sie die Arbeit eines modernen kommunalen Dienstleistungsunternehmens in Sachen Retten, Löschen, Bergen, Schützen.“

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