Ehrenamt

13.08.2018

Die Flieger heben ab

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Als alle Kinder mit ihren selbst gefalteten Papierfliegern die ersten Flugversuche starten, ist der Babenhauser Karl Göbel mit Begeisterung dabei.

Karl Göbel engagiert sich seit Jahren für das Babenhauser Ferienprogramm. In diesem Jahr griff er etwa zum Papier

Gespannt schauen 28 Buben auf die Finger von Karl Göbel. „Jetzt machen wir einen Spion. Der ist nicht schwer zu falten, fliegt aber sehr schnell.“ Während der Rentner geduldig erklärt, wie die Acht- bis Zwölfjährigen das vor ihnen liegende Blatt Papier falten müssen, leuchten seine Augen. Denn wenn er jungen Leuten etwas zeigen oder beibringen kann, ist der Vater von fünf Kindern und Opa von zehn Enkeln in seinem Element. Seit 2011 engagiert er sich für das Ferienprogramm des Marktes Babenhausen.

Ob Gitarren-Grundkurs, Radl-Check, Basteln von Pfeil und Bogen oder eben Papierfliegerbau mit anschließendem Weitflugwettbewerb: Gemeinsam mit seiner Frau Ursula hat Göbel keine Mühen gescheut, um Kindern ein paar spannende Stunden zu bieten. Für die Verkehrswacht Memmingen bringt er bis heute regelmäßig ein Puppentheater zur Aufführung, das Mädchen und Buben spielerisch das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermitteln soll.

Geboren wurde der heute 79-Jährige nicht im Unterallgäu, sondern im Rheinland. Mit zwei Jahren kam er nach Niederschlesien und später als Flüchtlingskind nach Wolfsburg, wo er eine Lehre zum Mechaniker absolvierte. Er bildete sich unter anderem zum Flugzeugmechaniker, -techniker und -prüfer aus. Bis zu seinem Ruhestand wirkte er als freiberuflicher Berater für computergestützte Fertigungstechnik. Trotz seines vielfältigen beruflichen Engagements fand Göbel immer noch Zeit, sich mit seiner Frau in der Jugendarbeit zu engagieren.

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Eine Langspielplatte aus dem Jahr 1976 erinnert daran, wie die Beiden den Ammerseer Jugendchor aus Herrsching/Seefeld geleitet haben. Als das Paar später einige Jahre in Reichau lebte, machte es den dortigen Kinderchor durch gelungene Auftritte bekannt. Auch ein harmonierendes Gesangsduo waren Karl und Ursula Göbel. 2015 traten sie etwa in der Jugendbildungsstätte Babenhausen auf, unter anderem mit auf Plattdeutsch gesungenen Titeln wie „Dat du min Leevsten büst.“

Wegen des Todes seiner Frau musste Karl Göbel im vergangenen Jahr seine Aktionen im gemeindlichen Ferienprogramm absagen. Heuer ist er wieder mit vier Veranstaltungen dabei. „Kinder liegen mir nun einmal sehr am Herzen“, sagt er. Die Kurse bereitet er mit Liebe zum Detail vor. Für den Papierfliegerbau zum Beispiel hat der 79-Jährige vorab insgesamt 13 Modelle mit Bezeichnungen wie Bussard, Blitz, Jet, Dragon oder Sabertooth aus buntem Papier gefaltet. Als alle Kinder mit ihren selbst gefalteten Exemplaren erste Flugversuche in der Turnhalle starten, ist Göbel mit beinahe jugendlicher Begeisterung dabei.

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