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Landkreis Neu-Ulm

23.03.2020

Die Gastronomie ist auf der Suche nach Auswegen

Die Stühle bleiben angelehnt: Gastronomen dürfen derzeit keine Gäste bewirten.

Plus Eingeschränkte Öffnungszeiten, Absagen, eingebrochene Daueraufträge: Die Situation trifft Restaurants und Caterer im Landkreis hart. Es gibt kleine Lichtblicke.

Öffnungszeiten von 6 bis 15 Uhr, nicht mehr als 30 Besucher und die mit einem Abstand von mindestens eineinhalb Meter zueinander: Die neuen Regelungen zum Schutz der Bürger vor Covid-19 haben die Gastronomie bereits in der vergangenen Woche stark eingeschränkt und an manchen Orten ganz zum Erliegen gebracht. Seit Samstag kamen nun noch die weiteren Ausgangsbeschränkungen hinzu, nach denen die Gastronomie grundlegend geschlossen bleiben wird.

Caterern, die sonst Schulen oder Kindergärten beliefern, brechen Aufträge weg

Besonders betroffen sind dabei die Caterer von Schulen und Kindergärten – diese Aufträge sind bereits seit einer Woche komplett weggebrochen. Schulen, Kindergärten und Krippen bleiben bis zum Ende der Osterferien, also dem 18. April, geschlossen.

Siegfried Brüderl besitzt das Hotel Bürgerstuben in Altenstadt, die dazu gehörige Gaststätte und den Menüservice Illertal. „Wir haben zurzeit ein Notprogramm“, sagt Brüderl in einem Telefonat Ende vergangener Woche und klingt merklich angespannt. Unter normalen Umständen liefere sein Cateringservice 400 Essen am Tag aus. Jetzt seien es nur noch 50, hauptsächlich an Senioren und Gruppen von Menschen mit Behinderungen. Der finanzielle Verlust täglich liege im vierstelligen Bereich.

Die Gastronomie ist auf der Suche nach Auswegen

Frühestens im Juni könnten wieder Übernachtungsgäste kommen

Auch im Hotel gehen die Buchungen Brüderl zufolge bereits seit zwei Wochen merklich zurück, im Moment hat das Hotel Bürgerstuben keinen einzigen Gast. Jeden Tag träfen neue Stornierungen ein. Brüderl rechne frühestens ab Juni wieder mit Übernachtungen.

Etwas Hoffnung machten Brüderl die vermehrten Anfragen für Essenslieferungen, vor allem von Senioren. Die Unterstützung durch Kunden hilft auch andernorts Restaurants und Gaststätten.

Gastronom hat bereits Antrag auf Soforthilfe gestellt

Michael Schönfeld leitet die Sportgaststätte in Bellenberg. Normalerweise finden dort hauptsächlich laufend Geburtstage, Taufen oder Kommunionen statt. Jetzt nicht mehr, die Veranstaltungen würden storniert bis Mitte Juni. „Jeden Tag klingelt das Telefon“, sagt Schönfeld. Er hat bereits den Antrag auf Soforthilfe abgeschickt, der Unternehmen ab fünf Mitarbeitern finanzielle Unterstützung zusichert.

Solidarität ist ein wichtiger Punkt für die Gastronomie. Am Mittwoch hatte die Sportgaststätte einen Lieferdienst eingerichtet. „Er ist mega angelaufen“, freut sich Schönfeld, dank seiner zahlreichen Stammkunden sei der erste Tag erfolgreich gewesen. Abfangen könne der Lieferdienst die verheerende Situation trotzdem nicht. „Er macht es nur ein bisschen besser“, erklärt Schönfeld. Seine Umsatzeinbußen lägen dadurch bei etwa 80 Prozent, nicht bei 100.

Gemeinde Roggenburg hat eine Liste mit Lebensmittelerzeugern erstellt

Auch in Roggenburg werden Wege gesucht, die angespannte Situation zu überwinden. Bürgermeister Mathias Stölzle hatte sichnoch vor den seit Samstag geltenden Beschränkungen mit den Vertretern der Gastwirtschaften und auch lebensmittelerzeugenden Betrieben getroffen.

Trotz der geltenden Einschränkungen seien sie bemüht, die Grundversorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Zu diesem Zweck wurde auf der Homepage der Gemeinde Roggenburg eine Übersicht über die Angebote der Gastronomie und lebensmittelerzeugenden Betriebe eingerichtet. Hier finden Kunden Informationen zu Öffnungszeiten, Produktion und Mitnehm-Gerichten.

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