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Vöhringen

21.12.2018

Die Geister, die der Griesgram nach Vöhringen rief

Als Geist erscheint der Weihnachtsmann und hält Mister Scrooge seine Versäumnisse vor: Dieser sei gefühllos und kaltherzig anderen Menschen gegenüber.
Bild: Balken

85 Schüler der Vöhringer Realschule bringen Charles Dickens „A Christmas Carol“ auf die Bühne. Darin entwickelt sich ein Geizkragen zu einem komplett neuen Menschen.

Kreativität gepaart mit Engagement, gelungene Teamarbeit in Musik und Tanz – und nicht zuletzt eine überbordende Spielfreude. Das alles macht den Charme des Musicals „A Christmals Carol“ nach Charles Dickens aus, das rund 85 Schüler der Staatlichen Realschule Vöhringen nun auf die Bühne des Wolfgang-Eychmüller-Hauses gebracht haben. Die Botschaft lautet: anderen Menschen zu helfen.

„A Christmal Carol“ erzählt die Geschichte eines verbitterten Mannes. Er ist hartherzig, geizig und Weihnachten ist für ihn nur „Humbug.“ Er stößt alle Menschen, die ihm, Mister Ebenezer Scrooge, ein frohes Fest wünschen wollen, so vor den Kopf, dass sie sich von ihm abwenden. Selbst ein Bub, der an einer Krücke läuft und sich nur mit äußerster Kraft bewegen kann, rührt kein Mitleid in ihm. Und so legt er sich an Heiligabend missmutig in sein Bett.

Musical der Schüler: Griesgram wird zu gutem Menschen

Und dann erscheinen die Geister, der Vergangenheit und Zukunft. Sie machen ihm klar, dass er als alleinstehender Geizkragen ein sehr einsames Leben fristet, nur Geld anhäuft und keinen Penny rausrückt. Der Geist, der der Zeit vorauseilt, führt Scrooge in dunkler Nacht auf den Friedhof, an einen großen grauen Grabstein mit der Inschrift „Ebenezer Scrooge“. Da realisiert er, dass er eines Tages ins Grab sinken wird, einsam, von keinem Menschen betrauert. Er erwacht wie aus einem bösen Traum – und ist geläutert, wird zum frohen Menschen, der Gutes tut. Ein völlig anderer Mister Scrooge begegnet dann auch am Weihnachtsmorgen seinen Nachbarn und ist so verändert, dass mancher meint, dieser mentale Wandel sei möglicherweise eine Geistesschwäche. Aber schnell merken die Menschen, dass der Vereinsamte zum noblen Wohltäter wird.

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Das Musical, an dem zahlreiche Schüler mitgewirkt haben – ob hinter den Kulissen oder auf der Bühne – ist eine Gemeinschaftsarbeit. „Teamgeist war gefragt“, sagte zu Beginn Schulleiter Oliver Eschenbach. Künstlerisches Schaffen sei für junge Menschen so wichtig, damit werden auch Werte vermittelt. Das Spiel wurde aber auch trefflich in Szene gesetzt: Alte Weihnachtslieder vermischt mit modernen Songs – da gebührt der Schulbund besonderes Lob – erklangen. Auch die Beiträge des Chores gefielen. Begabte Solisten, wie ein junger Geiger, verzauberten die Zuhörer.

Ein furchterregendes Gewitter, Nebelschwaden und eine ausgezeichnete Lichttechnik mit gedimmtem, bläulichem Licht machten die Szenerie unheimlich.

Was die Aufführung so wertvoll machte, ist aber nicht allein der Inhalt. Mehr noch sind es die ambitionierten Schauspieler, die mit all ihrem Können, unterstützt von hilfreichen Lehrern, die Geschichte präsentierten. Als Zuschauer spürte man förmlich die Lust am Spiel.

Wie viel Kultur Vöhringen zu bieten hat, lesen Sie hier: Vöhringen wird wieder zur Kulturstadt

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