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Vöhringen

20.07.2019

Die Grundschule-Süd in Vöhringen trägt bald Wieland im Namen

Vom 1. August an heißt diese Schule Uli-Wieland-Grundschule. Damit ist eine lang gewünschte Namensänderung beschlossene Sache.
Bild: Ursula Katharina Balken

Ab August ist die Grundschule-Süd in Vöhringen dem Bergsteiger Uli Wieland gewidmet. Doch wer war der berühmte Namensgeber?

Es war ein langer Weg, aber jetzt ist er geschafft. Der schmucklose Name der Grundschule-Süd in Vöhringen wird in Uli-Wieland-Grundschule umgewandelt. Damit erfüllte sich ein langersehnter Wunsch von Schulleiterin Barbara Rothermel und ihrem Kollegium. Denn mit einem Federstrich war es nicht getan. Das Staatliche Schulamt Neu-Ulm und die Regierung von Schwaben mussten der Namensänderung zustimmen. Auch der Vöhringer Stadtrat war gefragt. Die Mitglieder stimmten dem Antrag der Schulleitung bereits im Dezember vergangenen Jahres zu.

Rektorin Rothermel hatte die Umbenennung mit dem Zusammenhang zwischen der Stadt Vöhringen und der Weltfirma Wieland-Werke begründet. „Als sich Philipp Jakob Wieland 1860 entschloss, in Vöhringen einen Zweigbetrieb der Ulmer Wieland-Werke zu errichten, war dies für die 700-Seelen-Gemeinde die Initialzündung, um sich zu einer ansehnlichen Stadt zu entwickeln“, sagt die Rektorin. Seit 2008 gebe es eine enge Kooperation mit den Wieland-Werken und der Grundschule-Süd. So bekommen Drittklässler im Rahmen der Wissensfabrik Einblicke in die Produktionsabläufe. Außerdem gibt es das Projekt School2Start-up Kids. Dahinter steckt ein Wirtschaftsplanspiel, bei dem Viertklässler eine Firma gründen und diese verwalten.

Ab August hat die Grundschule-Süd einen neuen Namen

Für Schulleiterin Rothermel hat die Umbenennung der Grundschule auch organisatorische Gründe. Das Gebäude trägt bereits den Namen Uli-Wieland-Schule. Das sorge immer wieder für Namensunsicherheiten, sowohl bei Schülern, Eltern und Gästen. „Da sich in dem Gebäude auch die Uli-Wieland-Mittelschule befindet, ist die Grundschule als eigenständige Schule für viele Leute nicht präsent“, sagt Rothermel. Diese Argumente überzeugten die Regierung von Schwaben. Von 1. August an heißt die Schule Uli-Wieland-Grundschule.

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Wer aber war Uli Wieland, Sohn des Fabrikanten Philipp Wieland? Mit dieser Frage hat sich der Vöhringer Pfarrer Jochen Teuffel eingehend beschäftigt. Seine sorgfältigen Recherchen zeigen: Der 1902 geborene Ulmer fühlte sich dem Erbe seiner Väter verpflichtet. So war es für den Enkel des Firmengründers Philipp Jakob Wieland selbstverständlich, in den großväterlichen Betrieb einzusteigen. Jahrelang war Uli Wieland als leitender Angestellter in der Firma tätig. Doch er fühlte sich nicht nur dem Unternehmen, sondern auch der Natur verbunden.

Uli Wieland liebte die Herausforderung

Wieland galt als besonnener Bergsteiger, der die Herausforderung liebte. Bekannt wurde er durch seine Expeditionen in den Himalaya. 1930 war Wieland mit Erwin Schneider und Hermann Hoerlin sowie dem Leiter der Gruppe Günter Oskar Dyhrenfurth in dem mächtigen Gebirge unterwegs und bezwang den Jongsong Peak – mit seinen 7462 Metern war das ein Höhenrekord.

Vier Jahre später, 1934, so berichtet Teuffel, brach Wieland zum Nanga Parbat auf. Den Gipfel des über 8100 Meter hohen Berges hatte damals noch nie ein Mensch betreten. Erst 1953 bezwang der Österreicher Hermann Buhl den Gipfel des Nanga Parbat. Für den damals 32-Jährigen Uli Wieland wurde der Berg zum Verhängnis. Von der Expedition kehrte er nie mehr zurück.

Die Leiche des passionierten Bergsteigers wurde nie gefunden

Ulis Eltern, Philipp und Lydie Wieland, waren am 15. Juli 1934 in Vöhringen zu Gast, als die Martin-Luther-Kirche eingeweiht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war Sohn Uli bereits tot. Nur wusste es bis dahin niemand. Die Leiche des passionierten Bergsteigers wurde nie gefunden. Seine Mutter Lydie schrieb kurz vor ihrem Tod 1938 an Hermann Hoerlin, ein Weggefährte ihres Sohnes: „Er war nicht geschaffen für die böse Welt.“

Doch der Name Uli Wieland lebt weiter. Bald trägt auch die Grundschule-Süd in Vöhringen seinen Namen. Schulleiterin Rothermel sagt über Wieland: „Er steht als Sinnbild für berufliches Streben, pflichtbewusstes Handeln und gilt als Vorbild für die Jugend.“

Termin: Die Umbenennung der Grundschule Süd in Uli-Wieland-Grundschule wird am Mittwoch, 24. Juli, ab 10 Uhr, in der Aula der Schule gefeiert. Schüler führen ein Mini-Musical auf, das das Leben von Uli Wieland nachzeichnet.

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