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Illertissen

11.11.2019

Die Illertisser Hauptzufahrt wird zur Einbahnstraße

Nach monatelanger Sperrung wird die Vöhlinstraße bald wieder für den Verkehr freigegeben. Zunächst soll die Hauptzufahrt zur Illertisser Innenstadt jedoch nur in eine Richtung befahrbar sein.
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Nach monatelanger Sperrung wird die Vöhlinstraße bald wieder für den Verkehr freigegeben. Zunächst soll die Hauptzufahrt zur Illertisser Innenstadt jedoch nur in eine Richtung befahrbar sein.

Plus Die Vöhlinstraße in Illertissen soll nach mehrmonatiger Sanierung wieder befahren werden können – allerdings nur in eine Richtung. Was genau geplant ist.

Wer regelmäßig mit dem Auto in die Illertisser Innenstadt will (oder heraus), kann demnächst aufatmen: Die Sanierung der Vöhlinstraße soll bald fertig sein. Zeitaufwendige Umwege über den Zubringer oder die Betlinshausener Kreuzung gehören dann der Vergangenheit an. Zumindest in eine Richtung: Denn komplett freigegeben ist die wichtige Verkehrsachse noch nicht. Sie wird erst einmal zur Einbahnstraße. Was geplant ist.

Der kommende Montag ist ein Tag, auf den viele Verkehrsteilnehmer, Bürger sowie Händler in Illertissen und Umgebung gewartet haben dürften. Dann wird die Hauptzufahrt in die Innenstadt nach mehrmonatiger Totalsperrung wieder geöffnet. Allerdings zunächst „nur“ in eine Fahrtrichtung: vom Ortseingang hinunter in die Stadt. „Man kommt dann wieder in den Ortskern“, sagt Bernd Hillemeyr, der Leiter des Illertisser Tiefbauamts. Die Einbahnregelung sei notwendig, weil die Arbeiten an der Vöhlinstraße am Montag nicht ganz abgeschlossen sein werden. So müssen noch die Pflaster der Gehsteige, Zufahrten und der Parkflächen gestaltet werden. Dabei gebe es genug Platz, dass die Fahrzeuge von oben einspurig durch die Baustelle rollen können, sagt Hillemeyr. Bei Bedarf könne die vorläufige Fahrspur spontan verlegt werden.

Schweres Gerät: In diesen Tagen wird der Fahrbahnbelag aufgebracht.

Damit der Verkehr ab Montag, 18. November, wieder fließen kann, finden in diesen Tagen die letzten Handgriffe an der Fahrbahn selbst statt. Diese besteht aus einer Tragschicht und einem Feinbelag – beide werden gemeinsam aufgetragen. „Warm in warm“ nennen die Experten diese Vorgehensweise, sagt Hillemeyr. Da kämen die derzeit niedrigen Temperaturen um den Gefrierpunkt zwar nicht gelegen. Allerdings könne der zu beschichtende Untergrund notfalls „vorgewärmt“ werden, erklärt Hillemeyr. Mit Blick auf die jetzige Wetterlage sagt er: „Arg viel kälter sollte es allerdings nicht werden.“

Vöhlinstraße in Illertissen: Warten auf Ende der Dauer-Baustelle

Die Vöhlinstraße ist eine Dauer-Baustelle: Nachdem im vergangenen Jahr der erste Abschnitt (unten in der Stadt) saniert worden war, begannen heuer im April die Arbeiten für den zweiten Schritt (bergaufwärts). Die wichtige Zufahrt zur Illertisser Innenstadt ist daher seit mehr als sechs Monaten gesperrt. Die Folge: Im Ort wurde es merklich ruhiger, was den ansonsten recht regen Durchgangsverkehr angeht. Händler beklagten daraufhin, dass die Kunden den Geschäften fernblieben. Das mache sich an sinkenden Umsätzen bemerkbar. Unter anderem sagte Eisenwaren- und Spielzeughändler Dieter Gössler, er bekomme die Baustelle wirtschaftlich zu spüren. Für den Gewerbetreibenden war das ein Grund, die Schließung seines traditionsreichen Geschäfts zum Ende des Jahres zu besiegeln.

Danach müssen noch die Pflastersteine an den Straßenrändern verlegt werden.

Dass die Händler mit so einer „Riesenbaustelle“ an der bedeutenden Straße nicht glücklich sind, sei klar, sagt Hillemeyr. Die Beschwerden hätten sich dennoch in Grenzen gehalten. „Es gab keinen großen Stress.“ Das sei auch ein Verdienst der Baufirma, die mit den Menschen klarkomme. „Das ist das A und das O bei so einer Maßnahme“, sagt Hillemeyr. Auch die meisten Anlieger unterstützten den Ausbau. Er wisse von einer Bürgerin, die den Arbeitern mitunter sogar Kaffee und Kuchen bringe, sagt der Tiefbauamtsleiter. Und folgert: „So ganz unzufrieden können die Anlieger also nicht sein.“ Lediglich ein Bürger habe Kritik an der Straßenführung geäußert. Der Mann befürchte, dass das Regenwasser künftig zu seinem Grundstück laufen werde. Solche Probleme erwartet Hillemeyr jedoch nicht: Im oberen Teil der Vöhlinstraße seien sechs Einlaufstellen eingearbeitet worden, um etwa bei einem Sommergewitter auch größere Wassermengen aufnehmen zu können. „Alle Nase lang gibt es welche.“ Zudem wurde der unter der Straße verlaufende Kanal vergrößert, der neue bringe etwa die dreifache Leistung des alten. „Da geht schon was durch“, sagt Hillemeyr. Überflutungen oder nasse Keller sollte es somit in der Vöhlinstraße künftig nicht mehr geben.

Vöhlinstraße: Ausbau kostet insgesamt mehr als drei Millionen Euro

Die Sanierung der Vöhlinstraße war eine der größten Straßenbaustellen in Illertissen: Schon der erste Teil unten im Ort (etwa 140 Meter) kostete 1,2 Millionen Euro. Für den zweiten Abschnitt bergaufwärts (insgesamt 280 Meter) sind mitsamt Straßenlaternen rund 1,9 Millionen Euro veranschlagt. Dort wurden auch Rohre für schnelle Internetverbindungen verlegt.

Ein großer Teil der Arbeiten spielte sich an Kanal und Kabeln im Untergrund ab, weiß Hillemeyr. Der Fortschritt sei für Laien nicht immer gut zu beurteilen gewesen. Wohl auch deshalb sei hier und da zu hören gewesen, dass in der Vöhlinstraße angeblich nichts vorwärtsgehe. Diese Äußerungen will Hillemeyr nicht unwidersprochen stehen lassen: Die Firma habe gute Arbeit geleistet. Der Tiefbauamtsleiter zieht ein positives Fazit zu der aufwendigen Sanierung. „Wir hatten schon schlimmere Baustellen.“

Wann die Vöhlinstraße auch stadtauswärts wieder befahrbar ist, sei noch nicht klar. „Das wird wohl noch eine Weile dauern“, vermutet Hillemeyr. Es komme nicht zuletzt darauf an, wie sich das Wetter entwickelt – und ob die Arbeiten weiter planmäßig vorankommen.

Gesperrte Hauptzufahrt: Die Vöhlinstraße in Illertissen ist ein Dauer-Thema - mehr darüber lesen sie hier:

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