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Illertissen

21.11.2018

Die Illertisser Kirchenmusik ist mehr als nur Orgel und Chor

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Der Förderkreis für Kirchenmusik St. Martin in Illertissen veranstaltet zu seinem 25-jährigen Bestehen ein Konzert für "Cäcilia", der Patronin für Kirchenmusik.
Bild: Langhans

Seit 25 Jahren gibt es nun schon den Förderkreis in Illertissen. Für ihr Jubiläumskonzert haben sich die Mitglieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Seit 25 Jahren inszenieren sie große Konzerte und holen sich ihre Spieler am liebsten aus den eigenen Reihen: die Kirchenmusiker von St. Martin um ihren langjährigen Vorsitzenden Hans Scherrer in Illertissen. Das wird nun mit dem Konzert „Für Cäcilia“ – so der Name der Patronin für Kirchenmusik – gefeiert: Am kommenden Samstag, 24. November, ab 19.30Uhr in der Stadtpfarrkirche in Illertissen.

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Das Programm bietet zwei berühmte Werke französischer Komponisten des 19. Jahrhunderts: die Orgelsymphonie in c-Moll von Camille Saint-Saëns und die „Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécile“ von Charles Gounod. Dabei stehen sich mit dem gefühlsbetonten Romantiker Gounod und rational-klassizistisch eingestellten Saint-Saëns zwei ungleiche Freunde gegenüber. Gounod ist bekannt für seine Bearbeitung des Bach-Präludiums als „Ave Maria“, Saint Saëns hat sich mit der Komposition „Karneval der Tiere“ einen Namen gemacht.

Allerdings reicht das Repertoire der Illertisser Kirchenmusiker über große Messen, Oratorien und Chorgesänge hinaus. Beispielsweise, indem die Musiker Beethovens fünfte Sinfonie oder Mozartwerke in Klassikkonzerten im romantisch beleuchteten Brunnenhof von St. Martin zu Gehör bringen. In den 25 Jahren ihres Wirkens haben sie sich längst einen festen Platz in der Illertisser Musikszene erspielt.

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Kirchenmusik: Mehr als Bach und Mozart

Als leidenschaftlicher Cellist hat Scherrer den Vorsitz im derzeit 175 Mitglieder zählenden Förderverein bald nach dessen Gründung 1993 übernommen. Der heute 70-Jährige spielte bereits als Jugendlicher im einstigen Orchesterverein und weiß daher: „In Illertissen wurde schon früher viel Musik gemacht.“ Musikalische Höhepunkte hätten das Orchester und der bis heute bestehende Kirchenchor etwa bei Veranstaltungen unter ihrem Dirigenten Karl Zindl (1918 bis 1966) erlebt. Nach dem unerwarteten Tod des Musikoberstudienrats habe das Orchester seinen größten Impulsgeber verloren. Der Verein löste sich später auf.

Doch es ging weiter, so Scherrer: „Konzerte und Messen wurden aufgeführt, wobei der Kirchenchor mit wechselnden Dirigenten von den verbliebenen Orchestermusikern unterstützt wurde.“ Fehlten Musiker oder Solisten, wurden auswärtige Kollegen geholt. Dann kam Pfarrer Hans Schmid, ein großer Freund der Kirchenmusik, nach Illertissen. Er brachte wieder Leben in die Szene, zum Beispiel mit den Konzerten in der Vöhlinkapelle. Irgendwann sei das „Zukaufen“ der Aushilfen dann aber zu teuer geworden und der Förderkreis für Kirchenmusik und klassische Musik initiiert worden, so Scherrer. Bald danach richtete die Diözese in Illertissen eine hauptamtliche Stelle für Kirchenmusik ein, die 2002 mit dem Organisten Markus Hubert besetzt wurde. Seitdem ging es stetig aufwärts mit Aufführungen, aber auch selbst gestellten Ansprüchen. Scherrer übte und übt sein Ehrenamt mit großem persönlichen Einsatz aus. Was ihn antreibt, ist unschwer zu erraten: die Liebe zur Musik.

Seit 25 Jahren gibt es den Förderkreis in Illertissen

In den 25 Jahren hat der Förderkreis auch das Inventar zum Musizieren aufgestockt. Es wurden Cembalo, Kontrabass mit Stuhl, Becken, Pauken, Trommel, Noten und Podeste angeschafft. 2006 wurde das von einem Gönner gespendete Carillon in den Illertisser Kirchturm eingebaut und 2018 um die Bedienbarkeit auf der Orgelempore für außen und innen erweitert. Dem Förderkreis obliegt die Verwaltung, wobei er für Glockenspiel wie Orchester je zwei Auftragskompositionen anfertigen ließ, welche in Illertissen zur Uraufführung kamen.

Scherrer fasst zusammen: „Wir haben viele organisatorische und infrastrukturelle Voraussetzungen geschaffen.“ Feste Konzerte mit zunehmender Qualität seien die Folge davon. Sie hätten ihr Augenmerk auf die Förderung eigener Kräfte legen können und es gebe inzwischen ein regelmäßig probendes Orchester und neben dem Kirchen- auch einen Kammerchor.

„Dadurch sind wir in der glücklichen Lage, weitgehend ohne Aushilfen im liturgischen wie konzertanten Bereich zunehmend höheren Anforderungen zu entsprechen“, sagt er.

Die Grundidee des Vereins heiße nicht, als „beliebiger weiterer Konzertveranstalter in der Region“ tätig zu sein. Ihnen gehe es darum, „die uns allen so am Herzen liegende Musik sprechen zu lassen.“

Auch in Illereichen fand kürzlich ein Konzert statt: Wie ein Trio die Kirche in Illereichen zum Klingen bringt

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