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Unterroth

29.04.2019

Die Jäger im Landkreis Neu-Ulm zeigen ihre Trophäen

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Die jährliche Hegeschau ist für Jagdverbände in Bayern gesetzlich vorgeschrieben, um die Entwicklung im Wildbestand der einzelnen Reviere zu verfolgen.

Bei der Jahresversammlung des Jäger-Kreisverbands in Unterroth ging es um Statistiken, Quoten und darum, kleine Rehkitze zu retten.

Waschbären und Damhirsche tummeln sich neuerdings in den rund 100 Revieren des Landkreises Neu-Ulm. Klingt wie Jägerlatein, ist es aber nicht, wie bei der Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes in Unterroth zu erfahren war. Die Jahresversammlung fand zusammen mit der vorgeschriebenen Hegeschau statt, bei der die Jäger ihre Geweihtrophäen präsentieren. Rund 200 Interessierte waren in die waidmännisch dekorierte Sporthalle gekommen, darunter Forstoberrätin Eva-Maria Birkholz vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Krumbach und Philipp Winter vom Veterinäramt. Die Jagdbläsergruppe Süd unter der Leitung von Manuela Konrad umrahmte mit passender Musik.

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Die Jagdbläsergruppe Süd unter der Leitung von Manuela Konrad umrahmte mit typischen Liedern die Versammlung.

Vorsitzender Christian Liebsch führte durch das Programm, das mit der Hegeschau begann. Auf Stellwänden wurde der Kopfschmuck des erlegten männlichen Schalenwilds präsentiert, was dem Informationsaustausch unter den Jägern der einzelnen Reviere dienen sollte. Erkenntnisse daraus flossen auch in die Auswertung der Abschussliste des Vorjahres mit ein. Die höchste Quote betraf das Rehwild. Davon kamen aber 385 Tiere bei Verkehrsunfällen um. Noch ein Jahr davor waren es 363, erläuterte Anneliese Maisch von der Unteren Naturschutzbehörde ihren Bericht. Die Zahl der überfahrenen Feldhasen liege ein wenig darunter. Beim Schwarzwild sank die Belastung mit Cäsium. Der Dachs würde sich in der Region etablieren und die Wachbären sollten die Jäger auf ihrer Abschussliste obenanstellen. Etliche waren erlegt worden. Auch bei den Kormoranen habe es mehr Abschüsse gegeben. Erfreulich sei, dass sich Damwild im Kreis ansiedele.

Forsträtin mahnt zum Abschuss: Wildverbiss gefährde die Wälder

Während der Vorsitzende Liebsch bei der Bevölkerung um Akzeptanz für die Jäger werben wollte und auf deren Auftrag verwies, das Wild zu hegen und beim Damwild einen gesunden Bestand zu sichern, mahnte die Forsträtin zum Abschuss. Die Naturverjüngung der Wälder sei durch Wildverbiss gefährdet. Sie malte angesichts der Klimaerwärmung ein düsteres Bild zu den von Fichten dominierten Wäldern in Bayern. Der Landkreis stünde vergleichsweise noch gut da. Der zu erwartende, trockene Sommer vergrößere das Risiko eines Borkenkäferbefalls, so Birkholz.

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Interessant waren die Ausführungen des Veterinärs Philipp Winter über Tierseuchen. So stelle die afrikanische Schweinepest zwar keine unmittelbare Gefahr dar, doch deren Ausbreitung zu beobachten sei wichtig. Für den Abschuss von Schwarzwild oder das Auffinden verendeter Tiere zahle das Landratsamt Prämien. Die Jäger sollten den Tieren Proben für Tests auf Schweinepest entnehmen.

Leise E-Autos sind eine neue Gefahr für Wildtiere

In seiner Rückschau auf das vergangene Jahr sagte der Vereinsvorsitzende Liebsch, dass Hubertusmessen wie die in Vöhringen schöne Gelegenheiten böten, sich öffentlich zu präsentieren. In diesem Jahr habe man auch neue Beobachtungen gemacht. Elektroautos stellten für das Wild eine neue Gefahr dar, weil sie nicht zu hören seien. Außerdem, so berichtete Liebsch, hätten die gelehrigen Wildschweine ihre Streifzüge auf die frühen Morgenstunden verlegt. So entkommen sie den Jägern, die den Tieren zu abendlicher Stunde auflauerten.

Auch über die neueste Errungenschaft der Jäger sprach Liebsch: Eine 9500 Euro teure Drohne mit Wärmebildkamera. Mit der sollen Rehkitze im hohen Gras aufgespürt werden, sodass sie nicht vor die großen Mähmaschinen kommen. Der Probelauf der Drohne sei im mittleren Landkreis geplant. Doch: „Einfach ausleihen geht nicht“, sagte Liebsch. Landwirte müssten rechtzeitig bekannt geben, wann sie mähen wollen. Außerdem wollen die Jäger ein neues Schulungsgebäude in Weißenhorn bauen. „Ein in Erbpacht befindliches Grundstück steht schon fest,“ so der Vorsitzende. Platz werde gebraucht für Fortbildung, Fachliteratur und Geräte.

Eine Drohne wird erprobt, um Rehkitze vor dem Überfahren zu retten.

Auch die Berichte der Fachwarte interessierten. Die Kreisgruppe für Schießübungen nutzt häufig die im Wald gelegene Blockhütte der Tontauben- und Bogenschützen des Schützenvereins Hubertus Unterroth. „Wir veranstalten dort eigene Damenschießen“, informierte die Jägerin Christina Graf. Weiter ging es um Gesetze, Ausbildung und die Möglichkeit, Tierfelle zur künftigen Verarbeitung einer Firma zu geben, statt in die Tierverwertung.

Wie sie im Frühjahr den wilden Tierbabys am Besten begegnen haben die Jäger kürzlich erklärt:

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