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Jedesheim

24.10.2020

Die Jedesheimer diskutieren über die Friedhofspläne

Die bestehende Zufahrt zur Leichenhalle ist eng und renovierungsbedürftig, alternativ könnte ein neuer Weg durch den rückwärtigen Wald entstehen, doch dieser könnte steil ausfallen.
Bild: Regina Langhans

Plus Bei der Bürgerversammlung in Jedesheim ging es dieses Jahr vor allem um die Sanierung des Friedhofs. Bei Teilen der Planung äußerten die Einwohner Bedenken.

Rundum hat die Stadt Illertissen ihre Friedhöfe saniert – als Letztes ist Jedesheim an der Reihe. Dabei gibt es dort ein Problem: In manchen Bereichen staut sich Wasser, was den Verwesungsprozess der Leichen behindert. Wie dieses sensible Thema angepackt werden könne, das hat Jürgen Eisen nun in seiner Bürgerversammlung im Ortsteil Jedesheim vorgestellt.

Mit dabei waren Tiefbauamtsleiter Bernd Hillemeyr sowie Klaus Herrmann vom Ordnungsamt, dem die Friedhöfe unterstehen. Für die Sanierung in Jedesheim war das Ingenieurbüro Weiher beauftragt und Planer Manfred Rauh auf Einladung von Bürgermeister Eisen gekommen, um Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dabei stand die Zufahrt zur Leichenhalle im Mittelpunkt: Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die bisherige im möglichen Rahmen ausbauen. Kostenpunkt: 577.230 Euro. Oder, aus der ohnehin benötigten Baustellenzufahrt eine neue rollstuhlgerechte Rampe über eine bestehende Schneise im Wald südlich des Friedhofs zu errichten. Kostenpunkt hier: 677.010 Euro.

Der Friedhof soll nach Westen ausgedehnt werden

Um den unter Wasser stehenden Flächen künftig auszuweichen, solle der Friedhof nach Westen auf das alte Kindergartenareal ausgeweitet werden. Geplant sind auch Grabstellen in aufgelockerter Reihenfolge, um Trauernden mehr Intimität zu ermöglichen. Da die Wasserbelastung im Friedhof wegen der Bodenverhältnisse unterschiedlich ausfällt, böten sich allerlei Möglichkeiten zwischen einfachen, nicht tiefgehenden Grabstellen oder Erdröhren für Urnen.

Angesichts der einschneidenden Maßnahmen warb der Bürgermeister um Vertrauen in die Planer: „Es geht nur so, entweder einen zweiten Friedhof anlegen samt zweiter Leichenhalle oder den alten für die Zukunft nutzbar zu machen.“ Die Entscheidung liege bei den Bürgern, der Stadtrat halte sich daran. Doch auch beim Bestatten werde es mit Handarbeit immer schwieriger, so Eisen. Sollte sich nichts ändern, könne das Gesundheitsamt den Friedhof komplett schließen, gab Herrmann zu bedenken.

Bürger sind gegen die steile Zufahrt

Dennoch meldete sich Meinrad Jans als alteingesessener Jedesheimer mit massiven Einwänden zu Wort: „Der geplante neue Weg ist eine Zumutung für die Umwelt und die Bürger, die steile Abfahrt wurde damals mit anderen Maschinen und für andere Zwecke genutzt.“ Der Planer rechnete vor, dass das Gefälle zehn bis 13 Prozent betrage und somit geringer sei als bei den für Tiefgaragen erlaubten 15 Prozent. Und die Zahl der zu fällenden Bäume sei nicht hoch. Die nächste Frage kam von Karl Pfister, der sich nach dem „Altbestand der Gräber“ erkundigte, die den Gestaltungsvorschlägen weichen sollten. Es soll aber kein Grab vor Ende seiner regulären Laufzeit, Nachbestattungen eingerechnet, weichen müsse.

Wenn nicht der Friedhof, dann sind es Maßnahmen der Dorferneuerung, die den 1530 Einwohner zählenden Ortsteil umtreiben. Seit September setzt sich mit der Sanierung von Brunnenstraße und Herrenstetter Weg die Dorferneuerung im Süden fort. Hierzu meldete sich Helmut Schöpf, Anwohner der Bayernstraße, zu Wort. Er monierte, dass ihm auf sein rückwärtiges, nicht bebautes Grundstück der Kanalanschluss verweigert wurde, anders als bei einem Anwohner am Ölmühlweg. Hillemeyr sagte, der Antrag sei zu spät eingegangen und die gerade fertig sanierte Bayernstraße werde nicht aufgerissen. Das passende Schlusswort für seine Mitbürger hatte dann Anton Vogt, unermüdlich als Vermittler in Sachen Dorferneuerung, parat: „Wir freuen uns über das stets offene Ohr der Stadt in unseren Anliegen.“

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