1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Die Opfer sind nicht vergessen

Gedenken

14.03.2015

Die Opfer sind nicht vergessen

Ortfried Kotzian sprach in der evangelischen Kirche in Vöhringen über das Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Bild: Paul Fenkl

Egerländer Gmoi in Vöhringen erinnert an die Toten vom März 1919

54 schwarze Kreuze, verteilt in den Bänken und im Altarraum der evangelischen Kirche in Vöhringen, trugen ein Schildchen mit dem Namen, dem Beruf und dem Alter der einst vom tschechischen Militär erschossenen Sudetendeutschen. „Den Opfern des 4. März 1919 für Freiheit und Selbstbestimmung“ stand auf den Schleifen des Kranzes, gesäumt von vielen kleinen Kerzenlichtern. Die Egerländer Gmoi in Vöhringen wollte damit sagen: Sie sind unter uns, die Menschen, die bei friedlichen Demonstrationen für ihr Selbstbestimmungsrecht in verschiedenen Städten des Sudetenlandes gewaltsam ihr Leben verloren.

Dies nahm Pfarrer JochenTeuffel als Aufhänger für seine Predigt: „Das sind nicht anonyme Opfer, das sind Menschen mit einem Namen und einem Schicksal – und mit einem Licht versehen.“ Über die Kreuze sagte Pfarrer Teuffel: „Es ist gut, dass dieser Gedenktag in einer Kirche begangen wird. Mit der Vergangenheit haben wir unser Ziel noch nicht erreicht. Egal wo wir herkommen, was wir verloren haben, was wir nicht vergessen können, im Zeichen des Kreuzes haben wir Hoffnung auf Gottes Erlösung.“

Die Egerländer Gmoi konnte in Zusammenarbeit mit den Egerländer Gmoin Illertissen und Ulm/Neu-Ulm sowie der Sudetendeutschen Landsmannschaft Dr. Ortfried Kotzian für diese Gedenkfeier gewinnen. Kotzian stammt aus Fellheim und war Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München. Nach einem kurzen geschichtlichen Abriss der Ereignisse von 1919 stellte er das Selbstbestimmungsrecht der Völker in einen aktuellen Zusammenhang und hinterfragte die politischen Machenschaften von damals und heute. Das Dilemma der Staaten sei, dass das Selbstbestimmungsrecht der Völker in der heutigen vielfältigen und gemischten Besiedlung, wenn man es universal betrachtet, nicht eingelöst werden kann.

„Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Sprachen, Religionen, ethnischer Gruppen in einer Gesellschaft setzt den politischen Willen aller voraus – und dies ist schwer zu erreichen.“ Sudetendeutsche und Tschechen seien dafür ein Lehrstück. (az)

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20silv1.tif
Vöhringen

Vöhringen erhält den Titel „Top Gemeinde“

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen