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Ranzenburg/Dietenheim

14.01.2020

Die Ranzenburger Hexen feiern ein Doppeljubiläum

Der Narrenbaum wird mit reiner Muskelkraft aufgestellt.
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Der Narrenbaum wird mit reiner Muskelkraft aufgestellt.
Bild: Martin Dambacher

Die Zunft wurde vor 55 Jahren gegründet und zum 22. Mal wird am kommenden Samstag der Narrenbaum aufgestellt. Was die Hästräger noch planen..

Mit ihrem 55-jährigen Bestehen und dem 22. Narrenbaumstellen können die Ranzenburger Hexen am Samstag, 18. Januar gleich zwei närrische Jubiläen feiern. Aus diesem Grund schallen die „Narro Ahoi“ und „Ranzenburger Hexen“-Rufe an diesem Tag mit Sicherheit besonders laut über den Marktplatz hinterm Dietenheimer Rathaus - vor allem, wenn ab 19 Uhr das traditionelle Fasnetssymbol mit reiner Muskelkraft mittels Holzscheren in den nächtlichen Himmel über Ranzenburg gehievt wird, wie Dietenheim während der fünften Jahreszeit genannt wird.

Vor und nach dem Baumstellen servieren die Hexen auf dem Marktplatz heiße Getränke. Auch Essen wird angeboten. Zum Doppeljubiläum haben sich die rund 20 Hästräger um Zunftmeisterin Nicola Nehmer noch eine Aktion für die Besucher überlegt. Es wird eine Tombola geben, bei der es diverse Hexen-Utensilien zu gewinnen gibt. Wie für Fasnetsveranstaltungen üblich, findet das Narrenbaumstellen bei jeder Witterung statt.

Am Anfang waren die Hexenmasken aus Gummi

Die Maskenzunft der Ranzenburger Hexen blickt auf ereignisreiche 55 Jahre zurück. 1965 wurde die Gruppe aus einem Freundeskreis des Dietenheimer Schützenvereins gegründet. In den Anfängen trugen die Hexen Masken aus Kunststoff und Gummi. 1970 schnitzte Albert Bailer die ersten Holzmasken, die er selbst entworfen hatte. Dabei legte er großen Wert darauf, dass die Masken nicht alle gleich aussehen. Jede einzelne sollte ein individuelles Aussehen bekommen. Durch die Unikate sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass jede Hexe etwas Besonderes darstellt.

Die Ranzenburger Hexen feiern ein Doppeljubiläum
Die Ranzenburger Hexen feiern ihren 55. Geburtstag. Ihre Holzmasken, von denen jede ein bisschen anders aussieht, haben die Hasträger allerdings erst in den 1970er Jahren bekommen.

Die original Ranzenburger Hexenmaske ist dem oberschwäbischen Barockstil nachempfunden und hat als äußere Merkmale ein Rollkinn und eine markante Nase. 1974 gab es bereits die erste größere Hexengruppe, allerdings noch ohne einheitliches Häs. Dieses gab es dann erst 1975, als sich die Hexen der Ranzenburger Narrenzunft anschlossen. Seit 1978 werden auch weibliche Mitglieder in der Gruppe aufgenommen.

Ende 2013 folgte die Loslösung von der Narrenzunft und die Gründung eines eigenen Vereins. Nach wie vor sind die Ranzenburger Hexen aber ein wichtiger Bestandteil der Ranzenburger Fasnet und vertreten zusammen mit weiteren Ranzenburger Zünften die Schwäbisch-Alemannische Seite der Fasnet in Dietenheim. Jedes Jahr studieren die Mitglieder mit großem Aufwand einen neuen Maskentanz ein, der dann sowohl zu Hause in Dietenheim als Programmbestandteil, wie auch bei vielen Auswärtsauftritten aufgeführt wird.

Die Ranzenburger Hexen laufen bei zahlreichen Umzügen mit

Mit mehr als 20 Terminen ist der Kalender der Hexen im Jubiläumsjahr wieder gut gefüllt. Neben zahlreichen Umzügen in der Region geht es dabei auch teils bis Kempten. Darüber hinaus stehen viele Brauchtumsabende und Bälle an, auf denen der spektakuläre Masekentanz präsentiert wird. Dieser vereint in einem „Best of“ die akrobatischsten Figuren der vergangenen fünf Tänze und soll mit bühnenfüllenden Pyramiden sowie schnellen Schleudern das Publikum zum Staunen bringen.

Für Überraschungen wollen die Hästräger um ihre Zunftmeisterin Nicola Nehmer wegen des Jubiläums auch beim großen Umzug in Ranzenburg sorgen, wie Dietenheim während der fünften Jahreszeit genannt wird. Am Fasnetssonntag soll im Anschluss an den Gaudiwurm bei der „After-Umzugs-Party“ auf dem Marktplatz kräftig gefeiert werden. (mdam)

Bilder vom Umzug im vergangenen Jahr finden Sie in unserer Bildergalerie:

Die "Narrenmesse", ein ökumenischer Gottesdienst - in diesem Jahr mit Minister Guido Wolf als Festprediger - und der große Umzug waren auch heuer wieder die Höhepunkte der "Ranzenburger Fasnet".
44 Bilder
So war der Fasnetssonntag in Ranzenburg
Bild: Wilhelm Schmid

Termin: Das Narrenbaumstellen beginnt am Samstag, 18. Januar, um 18 Uhr, Warm-Up ab 17 Uhr. Der Umzug findet am Sonntag, 23. Februar, um 14.01 statt.

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