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Illertissen

22.04.2018

Die Stadt hat ihr Museum zurück

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Als wissenschaftliche Beraterin hat Ursula Winkler (rechts) das Gestaltungskonzept für das neue Museum in Illertissen zu Ende geführt – und nun nach der offiziellen Eröffnung den Besuchern erläutert.
Bild: Regina Langhans

Nach langer Renovierung hat der Heimatverein seine Ausstellungsräume mit neuem Konzept wieder eröffnet. Was es alles zu sehen gibt – und warum das ankommt.

Was kann einem Museum schon Besseres zustoßen, als das Interesse der Öffentlichkeit – dem örtlichen Heimatverein ist dies schon vor der Wiedereröffnung passiert. Schon während der Sanierungsphase nahmen viele Bürger Anteil: Immer wieder gab es Fragen nach dem neuen Konzept. Neben der Umgestaltung mussten der eigentliche Bestand kritisch bewertet und die Räume mittels Aufzug barrierefrei gemacht werden. Das alles hat fünfeinhalb Jahre in Anspruch genommen und vergangenen Freitagabend wurde es zu einem glücklichen Ende geführt: Im voll besetzten Barocksaal und bei festlicher Musik haben Bürgermeister Jürgen Eisen und Max Kanz, der Vorsitzende des Heimatvereins, das „Museum Illertissen – Geschichten und Geschichte im Schloss“ eröffnet.

Museen spiegelten die Geschichte einer Stadt wider, sagte Eisen in Anspielung auf den neuen Namen. „Sie finden Geschichten von Illertissern, wie sie gelebt und was sie gemacht haben.“ Wer die Vergangenheit kenne, könne die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten, hieß es. Und so oder so ähnlich war der Satz an diesem Abend mehrfach zu hören. Im Museum soll vor allem die eine oder andere Biografie aufleuchten – wörtlich genommen, denn das neue Konzept will nicht Herrschaftsepochen in den Mittelpunkt rücken, sondern die Menschen. An dem neuen Konzept haben das Gestaltungsbüro Koop, die wissenschaftlichen Mitarbeiter Christoph Mayr und Ursula Winkler, ehrenamtlich tätige Heimatfreunde sowie Susanne Schewetzky von der Stadt zusammengearbeitet.

Vereinsvorsitzender Kanz hob das Engagement und den Sachverstand seines Stellvertreters Albert Vogt bei den Vorbereitungen hervor. Geplant seien regelmäßige Sonderausstellungen.

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Landrat Thorsten Freudenberger sagte, Kinder könnten vom Museum profitieren, wenn sie sich nach der Vergangenheit erkundigten. Er betonte, dass sich die Räume des Heimatvereins Tür an Tür mit denen des Bayerischen Bienenmuseum befänden, dessen Träger der Landkreis ist. „Wir sind also Nachbarn“, stellte Freudenberger fest.

Andreas Koop vom gleichnamigen Designerbüro sagte: „Was die Orte prägt, ist das Kommen und Gehen der Menschen.“ Für die Renovierung des Museums habe es schwierige Hürden zu meistern gegeben, er kenne auch kein Projekt mit derart viel Personalwechsel. „Aber jetzt haben Sie nur noch eine Hürde zum Museum zu überwinden, das sind zwei Treppenhäuser.“

Anschließend hatte Ursula Winkler, die das Konzept zu Ende geführt hat, beim Rundgang durch die sieben Räume viele Fragen von zahlreichen Besuchern zu beantworten. Sie verwies auf einmalige Exponate, „die das Museum und seine Stadt zu etwas Besonderem“ für Betrachter machten. Dazu zähle eine Liste mit – unkenntlich gemachten – Namen von sogenannten „gefallenen Mädchen“, die sich nach Kriegsende mit Amerikanern angebandelt hatten. Weltanschaulichen Ansichten dieser Zeit sind im Museum kommentarlos einander gegenübergestellt – das kann nachdenklich machen.

Die Ausstellung gewinnt ihre Stärke aus vielen sinngemäß und liebevoll zusammengestellte Details. Sie stehen beispielhaft für ihre Zeit und halten diese so leicht in der Erinnerung wach. In einem sogenannten „Objektplaneten“ werden sie beleuchtet zur Schau gestellt. Oder sie sind in Biografien von Persönlichkeiten nachzulesen. So verschieden die Räume sind – überall wird die Vorstellungskraft beflügelt. Der Besucher kann mit dem „Holzwurm Helmut“ auf Illertissentour gehen und alte Ansichten dreidimensional im Stereoskop bestaunen. Texte in Englisch, Französisch und einfachem Deutsch stellen eine Alternative dar zu den ausführlichen Informationen bei den Objekten. Die Besucher können sich von der Geschichte an die Hand nehmen und führen lassen – das Warten auf die Wiedereröffnung hat sich gelohnt.

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