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Illertissen

20.03.2015

Die Variante A(lternativlos)

Illertissen stellte seinen Bürgern jüngste Pläne für den Autobahn-Zubringer vor.
Bild: Symbolbild: dpa

Illertissen stellt seinen Bürgern jüngste Pläne für den Autobahn-Zubringer vor.

Das will Illertissens Bürgermeister Jürgen Eisen auf jeden Fall verhindern. Denn aus seiner Sicht hätte dies fatale Folgen für Tiefenbach und den Süden von Betlinshausen. Sollten Illertissen und Tiefenbach keine Einigung über die Zubringertrasse finden, komme womöglich der Autobahn-Anschluss nicht. „Dann würden die Kreisstraßen in Tiefenbach ausgebaut und der Ort im Verkehr versinken.“ Betlinshausen-Süd werde es mit der NU 9 ebenso ergehen und auch Bellenberg hätte zu leiden. Deshalb werde er, so Eisen, für die Zubringertrasse aus dem Illertal zur Autobahn hoch stimmen, wie sie zuletzt vorgestellt wurde. „Eigentlich bin ich gegen neue Straßen, weil die Natur darunter leidet.“ Aber Mensch gehe bei ihm vor Natur und die zuletzt gefundene Variante mit der Bezeichnung „A0b“ sei „alternativlos“, weil diese Trasse den meisten Bürgern Verkehrsentlastung bringe. Eisen räumte aber auch ein, „A0b“ bringe Nachteile für Betlinshausen-Nord. „Am Ende wird die Politik entscheiden müssen, wie immer der Beschluss ausfallen wird“, kündigte Eisen die im Stadtrat kommende Woche anstehende Abstimmung an.

Trotzdem hatte die Stadt, wie schon zuvor Bellenberg, den Bürgern die Möglichkeit eingeräumt, über den letzten Stand des Vorhabens zu diskutieren. Nach langen und kritischen Debatten über sieben verschiedene Trassenvarianten soll nun der Zubringer knapp 500 Meter von Betlinshausen-Nord entfernt von der Staatsstraße 2031 nach einem sanften Links-Rechts-Knick oberhalb Bellenberg in die bestehende Kreisstraße NU 15 einmünden und Richtung neuer A7-Auffahrt führen. Davon abzweigend Abkürzungen durch die Orte zu nehmen, werde ausgeschlossen, erklärte Eisen einer besorgten Frau.

Wie berichtet, ist der geplante Zubringer zuletzt 15 Meter näher an Betlinshausen herangerückt worden. Dies bereitet den dortigen Bürgern aber geringere Sorgen als die Tatsache, dass der Zubringer wegen der Hanglage teilweise über einen Damm geführt werden soll. Das, so befürchten sie, werde für zusätzliche Lärmbelastung sorgen. Bauamts-Vertreter Wufka musste einräumen, dass die Topografie aus Kostengründen bisher noch nicht genau untersucht worden sei und er deshalb nur schätzen könne: Der Damm werde etwa fünf bis sechs Meter hoch. Einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz kann Betlinshausen laut Wufka nicht geltend machen, weil bei der Entfernung des Zubringers von knapp 500 Metern die Grenzwerte nicht erreicht würden. „Wenn sie Lärmschutz wollen, muss das die Stadt finanzieren. Uns sind die Hände gebunden“, erklärte der Mitarbeiter der Staatsbehörde.

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Ex-Stadtrat Gerhard Reisinger appellierte an seine Nachfolger im Gremium, sich bei der anstehenden Abstimmung an den Beschluss aus 2013 zu halten, wonach die Stadt dem Zubringer nur zustimme, wenn für Betlinshausen Lärm- und Sichtschutz garantiert werde. Laut Eisen und Wufka soll Sichtschutz mit einer Begrünung des Damms geschaffen werden. Er selbst, so Eisen, wohne nur etwa 200 Meter vom Autobahnzubringer 2018 entfernt, habe aber Verkehrslärm von dort noch nie vernommen. Reisinger pflichtete Eisen bei und appellierte an Vertreter aus Tiefenbach, den A-7-Anschluss nicht zu gefährden. Dieser Eindruck war wohl durch Redebeiträge entstanden. Ulrich Maier-Collin etwa hatte das Fehlen eines Gesamtkonzeptes – insbesondere für Tiefenbach – bemängelt, auf Reisingers Appell hin aber erklärt: „Wir Tiefenbacher sind nicht gegen den Anschluss und uns ist egal, wie die Trasse „A0b“ verläuft. Wir wollen nur die Verkehrsberuhigung für Tiefenbach sicherstellen.“

Diese Verkehrsberuhigung samt der Entflechtung der Kreisstraßen werde erst folgen, wenn die Autobahnauffahrt in Betrieb gegangen sei und damit die Straßen im Ort an Bedeutung verloren hätten, erklärten Wufka und Eisen. Die Forderungen von Diskussionsteilnehmern, auf einen neuen Zubringer ganz zu verzichten und den Verkehr zur Auffahrt über die bestehende NU 15 durch Bellenberg laufen zu lassen, wiesen beide zurück. „Das wäre das St. Floriansprinzip“, meinte Eisen. „In Bellenberg wohnen auch Menschen“, sagte Wufka.

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