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Babenhausen

20.11.2018

Diese Babenhauserin hat immer einen Buchtipp parat

Christl Möst ist mit Herz und Leidenschaft Leiterin der Bücherei in Babenhausen. Nun bekommt sie die Bürgermedaille verliehen. Zuvor wurde bereits Vorgängerin Lieselotte mit der Auszeichnung bedacht.

Seit 17 Jahren ist Christl Möst Leiterin der Babenhauser Bücherei. Lesen ist für sie Leidenschaft und Therapie – was ihr nun die Bürgermedaille einbringt.

Als die Gemeindebücherei in Babenhausen um die Jahrtausendwende kurz vor dem Aus stand, hatte der damalige Bürgermeister Theo Lehner die rettende Idee. Da er wusste, dass Christl Möst eine begeisterte Leserin ist und aus Gesundheitsgründen aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden war, lud er sie zu einem Gespräch ein. Er fragte sie, ob sie nicht die Leitung der Einrichtung übernehmen wolle. Finde sich niemand, so Lehner, müsse die schmucke Bücherei ansonsten vielleicht geschlossen werden.

Da sah sich Christl Möst an ihrer Ehre gepackt, zumal ihr Therapeut ihr damals geraten hatte, möglichst viel zu lesen, erinnert sie sich. Und daran hat sich die gelernte Zahnarzthelferin bis heute gehalten. Unter der Auflage, dass ihre Tochter Ulrike sie dabei unterstützt, übernahm sie im Jahr 2001 die Leitung der Gemeindebücherei, in der sie sich bereits seit 1995 als Mitarbeiterin engagiert hatte. Da sich Möst bereits mit Computern auskannte, war die Babenhauser Bücherei eine der ersten, die voll auf die moderne Elektronik setzte.

Auch eine "Asylothek" gibt es in der Bücherei

Mehr als einer Generation Babenhausern ist Christl Möst als ruhige, stets hilfsbereite Person mit großem Fachwissen und Kompetenz bekannt. Seit mehr als 20 Jahren hält sie am Ausgabetresen Kontakt mit den Bürgern. Ihre Tipps zu aktuellen Büchern sind nicht nur gefragt, sondern machen sich auch in der Auswahl von Neueinkäufen bemerkbar. Nun ist sie eine der Einwohnerinnen, die die Bürgermedaille des Marktes verliehen bekommt. Denn was kaum einer sieht, sind die vielen Arbeitsstunden, die Christl Möst im Hintergrund leistet.

Von der Bücherbeschaffung bis zur Katalogisierung der neuen Exponate oder dem Einordnen in die Regale, ist sie sich für keine Arbeit zu schade. Und dabei hat Möst immer neue Ideen. So existieren inzwischen nicht nur Familien-, Jugend- und Seniorenbibliothek, sondern auch eine „Asylothek“ mit entsprechendem Büchermaterial.

An 550 Stunden im Jahr hat die Bücherei derzeit geöffnet, wobei Christl Möst so gut wie immer anwesend ist und zusammen mit ihren 18 Helferinnen die Ausleiharbeit stemmt. Sie selbst sei so gut wie jeden Tag in der Bücherei – praktisch ein „Vollzeitjob“, der nicht einfach so nebenbei gemacht werden könne. Vor allem zu Zeiten, in denen die Bücherei geschlossen ist, erledigt sie die anfallenden Arbeiten – nicht zuletzt den umfangreichen Schriftverkehr.

Den Erfolg der Bücherei macht sie an ihrem Team fest

Schließlich umfasst das Angebot mittlerweile rund 12000 Medien, darunter etwa 10000 Bücher für alle Altersklassen, aber auch Tonträger, Spiele, Videos und sonstige digitale Medien sowie 20 verschiedene Zeitschriften. Kein Wunder, so Mösts Bilanz, dass die Bücherei derzeit von mehr als 400 Nutzern in Anspruch genommen wird. Dass rund 150 von ihnen unter zwölf Jahre alt sind, mache sie besonders Stolz. Es seien die „Stammkunden“ der Zukunft. Die wöchentlichen Vorlesestunden samt Bastelangebot, die Möst seit Jahren intensiviert, zeigten ihre Wirkung. Zudem finden in der Bücherei, die eine der ältesten in der Diözese Augsburg ist, in regelmäßigen Abständen Autorenlesungen statt. Und auch mit der Beteiligung an den früheren Cityfesten oder der Organisation von Bücherflohmärkten gelang es Möst immer wieder, auf „ihre“ Bücherei aufmerksam zu machen. Für sie sei es eine Ehre, sagt die 73-Jährige, die Leiterin in einem Büchereigebäude zu sein, das als Schmuckstück in ganz Schwaben gelte.

In knapp zwei Jahren feiert Möst in der Bücherei ihr 25-jähriges Jubiläum. Sie denke daran, dann in den Ruhestand zu gehen. Den Erfolg der Einrichtung mache sie im Übrigen nicht an sich, sondern an der Arbeit ihres Teams fest, ohne das nichts laufen würde, sagt Möst.

Die Bürgermedaille: Die Bürgermedaille des Marktes Babenhausen wird während des Neujahrsempfangs an Josef Barnsteiner, Susanne Huber und Christl Möst überreicht. Unsere Redaktion stellt die Ausgezeichneten in loser Abfolge vor.

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